Die Sonne wird stärker, es bleibt länger hell, die Blätter von Bäumen und Sträuchern beginnen zu treiben und auf Wiesen und Beeten blühen die ersten Blumen. Der Frühling hält Einzug im Landkreis Dillingen. Das bedeutet nicht nur für Motorradfahrer und Außensportler Saisonbeginn, sondern auch für Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner. Deshalb heißt es jetzt für viele: Pflanzen kaufen. Einige davon sind deshalb schon am Donnerstagvormittag beim Gartencenter Spengler in Donaualtheim zu Besuch, um sich mit Setzlingen, Blumenzwiebeln, Samen und Co. für das kommende warme Wochenende vorzubereiten. Wir haben einige mit vollem Einkaufswagen befragt, wie sie zu ihrem Garten stehen – und was sie für dieses Jahr geplant haben. Passende Ratschläge dazu hat ein Fachmann aus der Region parat.
Eine der Gartenliebhaberinnen auf dem Gartenmarkt-Parkplatz ist Franka Nürnberg aus Eppisburg. "Ich muss meiner Tochter die Wassertonne einpflanzen", sagt sie und freut sich sichtlich darauf. Wie sie das machen wird, weiß sie auch schon ganz genau: "Ich halte mich in diesem Jahr an eine Farbe: Pink." Bisher hat sie auf Fuchsien und Geranien gesetzt, erzählt sie, jetzt wolle sie aber frischen Wind im Blumenbeet.
Das sei ein Grund für ihren Einkauf im Blumenhandel, denn beim Discounter etwa gäbe es die Auswahl nicht. Auch bei der Lebenshilfe in Donaualtheim kaufe sie ihre Pflanzen gerne, da das der Einrichtung zusätzliche Einnahmen "für einen guten Zweck", wie sie sagt, beschert. Für sich selbst habe sie keine Blumen gekauft, sondern verschiedene Kräuter, die künftig in ihrem Garten wachsen sollen. Nürnberg habe ihre Ernährung umgestellt und findet: "Frische Kräuter sind immer gut."
Ein Berghauser kauft Pflanzen, um sie zu verschenken
Janine Stadler aus Finningen ist losgezogen, um zusammen mit ihren Kindern "den Frühling nach Hause zu holen". Gärtnern sei zwar nicht ihr großes Hobby, aber "wenn man mal drin ist, dann mache ich es schon gern", sagt sie. Auch Marianne Husel sei "eigentlich nicht die große Gärtnerin", schwärmt aber davon, wie im Frühling die winterfesten Zwiebeln aufgehen. "Das gefällt mir am allerbesten", sagt sie freudestrahlend. Sie liebt es, Zeit im Garten zu verbringen. Doch die Knie der Mönchsdeggingerin machten nicht mehr mit wie früher. Trotzdem züchtet sie nicht nur Zierpflanzen, sondern hat auch Salatpflänzchen im Einkaufswagen und zieht zu Hause Tomaten, Gurken und Paprika aus Samen. "Nach den Eisheiligen setze ich sie dann draußen ein", erzählt sie. Und für ihre Enkel hat sie Erdbeeren angepflanzt, "zum Naschen".
Dass es Hobbygärtnerin Husel genau richtig macht, kann Benedikt Herian, Geschäftsführer des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege Dillingen, bestätigen. Der Fachmann kümmert sich um den Kreislehrgarten in Höchstädt und hat bereits die ersten Salatsetzlinge in die Beete gepflanzt. Auch er zieht im Haus wärmeliebende Pflanzen wie Tomaten, Paprika oder Melonen vor. Ebenso wie bei Husel kommen sie auch bei Herian erst nach den Eisheiligen – Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia – nach draußen. Am 15. Mai sind sie vorbei und damit auch die kritische Zeit, in der es noch zu Nachtfrost kommen kann.
Bis dahin deckt Herian seine Beete im Freien gerne noch mit einem Vlies ab, wenn die Temperaturen nachts unter fünf Grad fallen. Und er gibt noch einen Tipp: "Unter das Vlies kann man eine Stumpenkerze stellen." Deren kleine Flamme sorge für zusätzliche Wärme. Dabei sei selbstverständlich zu beachten, Abstand zu halten, damit nichts Feuer fangen kann. Auch im Gewächshaus, in das die Kälte nicht so schnell kriecht, könne eine Kerze ein, zwei Grad wettmachen, wenn es draußen wirklich noch einmal knackig wird.
In den Gärten des Landkreises Dillingen wird fleißig gewerkelt
Apropos Treibhaus: Hierin kann es mit so mancher Sorte bereits früher losgehen als draußen in den Beeten – zum Beispiel mit Tomaten und Gurken. Ein bis zwei Wochen würde Herian trotz der Wände aus Glas aber noch warten. "Wobei das natürlich von der Risikobereitschaft des Gärtners abhängt", ergänzt der Geschäftsführer des Kreisverbands. Er selbst zählt sich eher zu den vorsichtigen.
Nicht für sich selbst bestimmt sind die Pflanzen, die Hans Schiele am Donnerstag im Gartencenter einkauft: "Ich verschenke die gerne an andere." Dazu gehören seine Frau, seine Tochter und auch seine Enkelin. "Sie ist auch eine Blumenliebhaberin", sagt er, sammle die Zwiebeln und pflanze sie daraufhin wieder ein. Seine Liebe für Blumen sei mit dem Beruf gekommen, erzählt der Rentner aus Berghausen, einem Ortsteil der Gemeinde Blindheim. Denn dabei ging es um Wasser, dass nicht nur für Blumen und Pflanzen, sondern auch für Menschen ein überlebenswichtiges Gut ist. Er sei 38 Jahre lang bei den Rieswasserwerken tätig gewesen, jetzt biete er in seiner Freizeit Führungen durch eine Wasserenthärtungsanlage seines ehemaligen Arbeitgebers in seinem Wohnort an. Und beglückt Freunde und Familie mit Blumengeschenken.