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Schulsport

24.01.2020

Im Skilager auf neuen Wegen

Gemeinschaftserlebnis vor verschneiter Bergkulisse: Ein Höhepunkt für alle Nichtskifahrer des Sailer-Gymnasiums ist die geführte Schneeschuhwanderung.
Foto: H. Kehl

Ein TV-Team besuchte die Dillinger Sailer-Gymnasiasten deshalb im Bregenzerwald. Schöne Wintererlebnisse am Berg sind auch ohne Board oder „zwei Bretterl“ möglich

Früher gehörte das Skilager zum festen Bestandteil im Terminkalender vieler bayerischer Gymnasien. Doch der Klimawandel und fehlender Schnee in den Skigebieten hat dies geändert. Lehrer und Eltern stellen sich die Frage, ob ein Skilager im klassischen Sinn noch zeitgemäß ist. Soll, angesichts des Wetters oder auch aus moralischen Gründen, heute jedes Kind noch Skifahren lernen? Das Dillinger Johann-Michael-Sailer-Gymnasium hat diese Entwicklung schon seit Jahren beobachtet und nach Alternativen gesucht.

Aus dem klassischen Skilager der 7. Klassen wurde ein Aufenthalt im Schullandheim mit wintersportlichem Charakter. Keiner der Schüler wird zum Skifahren gezwungen, aber alle können es erlernen. Von den rund 90 Schülern einer Jahrgangsstufe kann in der Regel bereits ein Drittel gut Ski- oder Snowboard fahren. Ein weiteres Drittel der Mädchen und Buben möchte es gerne unter der fachkundigen Anleitung der ausgebildeten Sportlehrer lernen und ausprobieren.

Eine dritte Gruppe, in diesem Jahr waren es 25 Schülerinnen und Schüler, wollen das Skifahren aus verschiedenen Gründen nicht lernen. Weil die Schule jedoch diese besondere Fahrt zum Ende der Unterstufe nicht aufgeben wollte, haben die Sportlehrer der Schule – gemeinsam mit verschiedenen Partnern im Bregenzerwald – ein gemischtes Programm für die Nichtskifahrer zusammengestellt.

Das Ziel ist nicht mehr, alle Schüler förmlich zum Skifahren zu zwingen. „Im Vordergrund steht das Gemeinschaftserlebnis für alle“, sagt Helmut Kehl, der als Fachbereichsleiter Sport mit seinen Sportkolleginnen und -kollegen für den fünftägigen Aufenthalt verantwortlich ist: „Egal, ob man am Tag beim Skifahren oder Winterwandern, beim Schlittenfahren oder Schneeschuhwandern war, am Abend treffen sich alle im Jugendgästehaus und haben etwas zu erzählen.“ Für Kehl ist es eine der prägendsten Schulveranstaltungen in einer Schullaufbahn: „Nach dieser Woche hat sich in der Klassengemeinschaft etwas getan.“

Über einen ehemaligen Sportkollegen, der jetzt im Allgäu lebt, ist auch das Bayerische Fernsehen auf dieses besondere Programm aufmerksam geworden. Einen Tag lang wurden die Sailer-Schüler bei ihren verschiedenen Aktionen begleitet. Begeistert und scheinbar unbeeindruckt von der laufenden Kamera haben die Kinder wie kleine Schauspieler agiert und sich selbstbewusst den Fragen des Reporters gestellt.

Auch der Klimawandel und seine Folgen für den Wintersport wurden kritisch thematisiert. Der Beitrag hat anscheinend auch einen Nerv getroffen, denn sowohl in der Sendung „Zwischen Schwaben und Altbayern“, in der Abendschau des Bayerischen Rundfunks sowie auch auf den Hörfunkkanälen wurde der Beitrag in verschiedenen Längen ausgestrahlt und kann in den Mediatheken abgerufen werden. Besonders beeindruckt hat Helmut Kehl der Abschlusssatz der Moderatorin, die das Konzept des Sailer-Gymnasiums als Vorbild für die Tourismusbranche bezeichnet hat. (dz/keh)

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