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Donauwörth-Riedlingen

08.08.2019

Abschied von Pfarrer Franz Pfeifer

Ein letzten Mal feierte Pfarrer Franz Pfeifer die Heilige Messe in der Dreifaltigkeitskirche in Riedlingen. Viele Gläubige kamen, um sich von ihrem Pfarrer zu verabschieden, der nach Syrgenstein in den Landkreis Dillingen wechseln muss.
Bild: Erwin Nier

Nach 13 Jahren in Riedlingen muss der Seelsorger aufgrund der neuen Großpfarrei gehen. Feier zeigt, wie sehr die Menschen mit ihm verbunden sind.

Als zu Beginn der Heiligen Messe die große Schar von beinahe 40 Ministranten mit dem scheidende Pfarrer Franz Pfeifer in die fast vollbesetzte Dreifaltigkeitskirche einzogen, da merkte wohl auch der letzte der Gottesdienstbesucher, dass dies ein besonderer Moment im kirchlichen Leben der Pfarrei St. Martin ist. Es war kein lauter, pompöser Abgang, sondern eine, dem Naturell von Pfarrer Franz Pfeifer entsprechende, leise, ja eben bescheidene Zeremonie, in deren Mittelpunkt die Heilige Dreifaltigkeit und die Menschen seiner Gemeinde Riedlingen standen.

In seiner kurzen Ansprache gleich zu Beginn des Gottesdienstes ließ Pfarrer Pfeifer die letzten 13 Jahre seines segensreichen Wirkens in Riedlingen Revue passieren, ohne dabei in Pathos zu verfallen.

Baumaßnahmen im Pfarrzentrum und an der Kirche 

Er beschrieb die zahlreichen Baumaßnahmen im Pfarrzentrum und in der Dreifaltigkeitskirche. Aber vor allem die Arbeiten an der alt-ehrwürdigen St. Martin Kirche waren dem scheidenden Priester stets eine Herzensangelegenheit. So konnte in seiner Amtszeit die Renovierung der Außenfassade erfolgen, die Sanierung der Orgel und die Restaurierung der beiden Heiligenfiguren Papst Silvester und Hl. Bernhard abgeschlossen werden.

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Die Vielfältigkeit seiner Aufgaben, die er zusammen mit den Mitgliedern der Kirchenverwaltung unter Rudolf Schusser und Hermann Kundinger bestritt, zeigt sich aber auch in der Fertigstellung des Erweiterungsbaus im Kindergarten, dem Kindergarten-Jubiläum und dem neu angelegten Fußweg beim Kindergarten. Die Überlassung des kirchlichen Friedhofes an die Stadt Donauwörth ist deshalb erwähnenswert, so Pfarrer Pfeifer, ist sie doch ein Beleg für das ausgesprochen gute Verhältnis zwischen Kirche und Kommune in der Großen Kreisstadt Donauwörth.

Bleibender Verdienst des scheidenden Pfarrers

Der gut besuchte Dankgottesdienst, ein gefülltes Gotteshaus wie man es an hohen Festtagen kennt, zeigte eindrucksvoll, wie die Gemeinde zu ihrem Pfarrer steht: Dass hier das Schiff „Kirche“ lebendig gehalten und gelebt wird, in vielfältigsten Fassetten, ist ein bleibender Verdienst des scheidenden Pfarrers. Das mag Trost für alle Kirchenmitglieder sein, die mit der Entscheidung der Diözese hadern, und gleichzeitig aber auch anspornen, das Geschaffene von Pfarrer Pfeifer als Vermächtnis zu sehen, das es zu ehren gilt.

Aus der Pfarrei bezeugten die Fahnenabordnungen der Feuerwehr, der Schützen, der Soldaten- und Reservistenkameradschaft und des Katholischen Frauenbundes sowie viele Vertreter aller ortsansässigen Vereine die besondere Verbundenheit mit Stadtpfarrer Franz Pfeifer. Dies stellte noch einmal ganz deutlich das klare Bekenntnis zu ihrem bisherigen Seelsorger heraus.

In seiner Abschiedsansprache brachte es dann Pfarrgemeinderatsvorsitzender Erwin Nier auf den Punkt: Jedem Ende wohnt ein Anfang inne - und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben. Und an Pfarrer Pfeifer gewandt: „ Wir werden einander auch in Zukunft in dieser Kirche begegnen und wir werden das, was Du in uns gesät hast, als Früchte in die Zukunft tragen.“ In diese Worte legte er den aufrichtigen Dank der gesamten Gemeinde - Dank für 13 Jahre seelsorgerischen Wirkens.

Kritik an Entscheidung der Diözese

Als Vertreter des Oberbürgermeisters und in seiner Funktion als Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft überbrachte 3. Bürgermeister Josef Reichensberger Grüße des Stadtoberhaupts, der städtischen Gremien sowie der Vereine Riedlingens. Reichensberger lobte das stets unkomplizierte und verständnisvolle Miteinander, wenn es um die Belange von Pfarrei und Stadt ging. Und er schaute zurück auf die zahlreichen Feste in der Dorfgemeinschaft, bei denen Pfarrer Pfeifer ein gern gesehener Gast war. Aber auch die kritischen Stimmen ob der Versetzung des Geistlichen brachte Reichensberger zu Gehör: Manch einem ist die Entscheidung der Diözese immer noch suspekt, geschweige denn nachvollziehbar. Riedlingen kenne diese Situation und habe sie, Dank Pfarrer Pfeifer, schon einmal gemeistert.

Scherzend dankte die riesige Schar von rund 40 Ministranten dem Geistlichen. Oberministrant Andreas Müller sprach von einem „Miteinander auf Augenhöhe“, was allerdings bei dem körperlichen Größenunterschied zwischen ihm und Pfarrer Pfeifer für schallendes Gelächter im Kirchenraum sorgte.

So beschloss Pfarrer Franz Pfeifer als vorerst letzter hauptamtlicher Seelsorger Riedlingens die Messe mit dem Schlusssegen. Er dankte für die guten Wünsche, die ihm auch schon in den Tagen davor in verschiedenen kirchlichen Gremien wie dem Kirchenchor, dem Kinderchor, dem Frauenbund, dem Seniorenkreis, aber auch durch einzelne Gemeindemitglieder überbracht wurden und seine Arbeit an der neuen Wirkungsstätte in Syrgenstein fruchtbar gedeihen lassen soll. (dz)

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