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20.01.2011

Abwasser kostet über die Hälfte mehr

Nun ist es doch amtlich: Die Bürger in Kaisheim (Kernort) müssen beim Trinkwasser und beim Abwasser ab sofort ein ganzes Stück tiefer in die Tasche greifen. Der Gemeinderat erhöhte für die Kaisheimer und Bergstettener den Tarif für einen Kubikmeter Trinkwasser von 2 auf 2,50 Euro (plus 25 Prozent). Diese Entscheidung fiel einstimmig. Bei der Abwassergebühr sind neben den Kaisheimern auch die Hafenreuter betroffen. Hier werden gleich über 50 Prozent mehr fällig: 2,38 statt bislang 1,52 Euro pro Kubikmeter. Neun Räte waren dafür, drei dagegen.

Vor wenigen Wochen noch hatten die beiden Punkte im Gemeinderat für heftige Debatten gesorgt (wir berichteten). Die Mehrheit des Gremiums weigerte sich damals, die Beschlüsse auf den Grundlagen der Berechnungen eines Sachverständigen zu fassen. Dieser hatte die Erhöhungen vorgeschlagen, weil im abgelaufenen Kalkulationszeitraum deutliche Defizite in den beiden Bereichen aufgelaufen waren. Grundsätzlich müssen Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung kostendeckend betrieben werden. In regelmäßigen Abständen werden deshalb die Preise beziehungsweise Gebühren angepasst.

Beim Trinkwasser für Kaisheim und Bergstetten hatte der Sachverständige sogar einen Preis von 2,83 Euro ermittelt. Warum nun "nur" noch 2,50 Euro verlangt werden, das erfuhren die Zuhörer in der Sitzung nicht. Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte Bürgermeister Franz Oppel, dass die Räte die Tarife kürzlich in einer nicht öffentlichen Zusammenkunft auch mit einem Steuerberater diskutierten. So seien die eingangs genannten Zahlen herausgekommen. Die geringere Wasserpreis-Anhebung resultiert offenbar aus der Furcht, hier in den kommenden Jahren zu viel Geld einzunehmen und damit steuerrechtliche Probleme zu provozieren - wie vor ein paar Jahren geschehen.

Bauer: Hafenreut wird benachteiligt

Die Entscheidung, für einen Kubikmeter Abwasser in Kaisheim und Hafenreut 2,38 Euro zu verlangen, fiel gegen die Stimmen von Christian und Herbert Bauer sowie Josef Knoblich (alle CSU). Herbert Bauer kritisierte erneut, dass die Hafenreuter ungerecht behandelt würden, wenn sie die Investitionen in das Kaisheimer Kanalnetz und die neue Kläranlage in gleicher Weise mitfinanzieren müssen. "Es wäre heute Zeit für einen Neuanfang", sagte Bauer und regte an, die beiden Orte künftig getrennt zu berechnen.

Bürgermeister Franz Oppel und der Geschäftsleitende Beamte Gerhard Mannert lehnten einen solchen Schritt ab. Kaisheim und Hafenreut seien als Einheit zu betrachten. Die Rechtslage lasse hier keine andere Lösung zu. (wwi)

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