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Konzert

01.02.2019

Alles Gute zum Geburtstag, lieber Wolferl!

Jana Kuss und Eric Schneider gaben beim Konzert in Mertingen Mozart die Ehre – aber beileibe nicht nur ihm.
Bild: Ulrike Hampp-Weigand

Glücksgefühle pur beim Konzert von Jana Kuss und Eric Schneider – Mozart zu Ehren

„Ich will nicht Geige hören, sondern Musik!“ So die Geigerin Jana Kuss – und es ereignete sich ein Konzertabend am Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart, der beseligender nicht sein konnte. Seidig glänzender Geigenton, wundersame Bogenführung, ein Pianist, der alle Sensationen musikalischen Gleichklangs verinnerlicht hat – so empfanden die hingerissenen Besucher das Konzert der Geigerin Jana Kuss und des Pianisten Eric Schneider in Mertingen. Wenn Beglückung einen Namen verdient hat: Dieses, dem Geburtstagskind Wolfgang Amadeus Mozart gewidmete Konzert, war seiner Musik in jeder Note, jeder Nuance würdig. Welch ein Glück, diese Ausnahmekünstler hören zu dürfen!

Für die Zuhörer beglückend, moderierten die beiden Vollblutmusiker die ihnen gemeinsame Leidenschaft für Musik.

Eine 1778 komponierte Sonate Wolfgang Amadeus Mozarts stand am Anfang: „Die kleine Klavier-Sonate für Anfänger mit einer Violin“ (F-Dur KV 547), die Schwester der Sonate in C-Dur (KV 545). Beides Sonaten für häusliche Musik – wie immer bei Mozart nur scheinbar einfach, und trotzdem ist darin seine unvergleichliche Meisterschaft entfaltet. Keine äußerlichen Effekte: Einem kurzweiligen Andantino cantabile folgen ein abwechslungsreich- herausforderndes Allegro, ein bezauberndes, kurzweiliges Andante con variazioni. Vom ersten Ton an faszinierten die Interpreten, überzeugte die anmutig-tänzerische Leichtigkeit des Vortrages, fand sich das Klavier in der Rolle des sensiblen Partners einer Violinistin, der man mit angehaltenem Atem lauschen mochte. Wunderbare Musik eben!

Kontrastierend dazu die erste von Johannes Brahms für diese Instrumente geschriebene „Sonate für Klavier und Violine in G-Dur“ (op. 78), die „Regenliedsonate“. Gedämpft, innig und gleichwohl leuchtend setzen die Instrumente ein. Im „Vivace ma non troppo“ (G-Dur) das punktierte Thema, das in allen Sätzen wiederkehrt, im zartesten Piano, bei federzarten Bogenstrichen. Das schlichte Adagio mit ausgewogener Stimmführung, mit teils zweistimmigem Spiel der Violine, liedhafter Anmutung und dem rhythmisch zum Trauermarsch formulierten Thema. Im dritten Satz klingt das doch eher düstere G-moll merkwürdig gelöst und in sich ruhend, doch kurz vor dem Ende wendet sich der Satz in unbeschwertes G-Dur, zitiert die Melodien des Liederpaars op. 59/3 (Regenlied) und op. 59/4 (Nachklang).

Ein Jahr früher hatte Mozart die „Klavier-Violin“-Sonate A-Dur (KV 526) komponiert, geliebt vom Hörer wie gefürchtet vom Ausführenden ob der ihr innewohnenden Schwierigkeiten. Sie entstand unmittelbar vor der Oper „Don Giovanni“, und wie dort ist auch in der Sonate die zwischen Dur und Moll changierende Harmonik unüber-hörbar.

Nach dem stürmisch-ausgelassenen, sanglichen Molto Allegro mit eng verzahnten rhythmischen Komplikationen folgt ein intimes, tieftrauriges Andante, in dem Mozart, wohl von Todesgedanken umfangen (Tod von Vater Leopold Ende 1987, und seines Freundes Hatzfeld), persönliche Empfindungen einarbeitete. Immer neue Schattierungen des Ausdrucks berühren, zarte Einwürfe der Violine antworten dem ostinaten Klavier, führen über gleichermaßen Einstimmigkeit hin zu abgründigen chromatische Modulationen. Das finale Allegro, ein Presto im Alla-breve-Takt, sehr lang, hinreißend schön, immer drängender und unendlich schnell: Ein ununterbrochener, kontrapunktisch höchst kunstvoller Austausch der Beteiligten, vom zartesten Piano bis zum ruppigen Aufschrei.

„Warten Sie die D-Moll Sonate (op. 108) von Brahms ab“, hatte Pianist Schneider eingeworfen – sein fabelhaftes Können erwies sich gerade in dieser, einem Pianisten gewidmeten Sonate aufs Exzellenteste. Mit Jana Kuss, der Violinistin mit dem überzeugenden Ausdrucksvermögen servierte er eine „Grande Sonate“ vom Feinsten.

Entschieden trat die Geige mit dem virtuosen, raumgreifenden Klavierpart in einen konzertanten Wettstreit, aufwühlend wird das langgezogen-klagende, ungarisch anmutende Thema eingeführt. Dem innigen Adagio, der Geige gehörend, folgt der dritte Satz, „un poco presto e con sentimento“, tänzerisch angelegt, mit eigenartiger Harmonik, gefolgt von dem überaus vorwärts stürmenden Finale.

Beglückter, großer, lang andauernder, Beifall – und eine langsam atmende Zugabe von Pjotr I. Tschaikowsky aus dem „Album für die Jugend“ op. 39

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