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Jubiläum

15.04.2015

Am Anfang war die Sehnsucht

Solistin Michelle Klose und Gitarrist Raffael Müller überzeugten mit „Glory, Glory Hallelujah“ und John Legends „All of Me“ beim Konzert in der Dreifaltigkeitskirche in Riedlingen.
Bild: Petra Plaum

Der Trinity Gospelchor feiert seinen zehnten Geburtstag und gibt ein Konzert in der Dreifaltigkeitskirche, das Gospel mit Blues, Pop und Swing vereint

Gospelkonzert? Da erklingt „Oh Happy Day“, klarer Fall. Beim Jubiläumskonzert zum Zehnjährigen des Trinity Gospelchors Donauwörth in der Dreifaltigkeitskirche in Riedlingen gab es den Lieblingshit und manch anderen Klassiker, allerdings auch viele Überraschungen. Die Popballade „I Believe I Can Fly“ etwa, überzeugend vorgetragen von Stefano Messina. Oder John Legends Hit „All of Me“, den Michelle Klose hinreißend klar sang, kongenial begleitet von Gitarrist Raffael Müller.

Wenn ein Gospelchor Geburtstag feiert, sind musikalische Verwandte und Freunde willkommen: Auch Blues, Jazz, Swing und Musical sagten „Hallo“. Und rund 250 Gäste klatschten und wippten im Takt und fühlten sich sichtlich wohl dabei.

Ohne Noten und mit wechselnder Besetzung

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Laut Chorleiterin Marlyn Klose eignen sich unterschiedlichste Songs dazu, den Herrn zu loben. Zu perfekt müssen Auftritte nicht sein, findet sie – der Trinity Gospelchor probt 14-tägig, arbeitet ohne Noten und mit wechselnder Besetzung. Manch ein Lied mag bisweilen schräge Töne enthalten – an diesem Abend „What a Wonderful World“, gleich der erste Chorvortrag. Doch wen störte es? Niemanden. So entfaltete der Chor seine Strahlkraft, begeisterte mit Gospels wie „Jesus Christ you are my life“ oder „Wagt euch zu den Ufern“.

Am Anfang von Trinity war die Sehnsucht, drückte Mitglied Dorothea Schatz es in ihrem Grußwort aus. „Wäre doch schön, wenn wir in Riedlingen einen Gospelchor hätten!“ – „Ob wir das können?“ Marlyn Klose verriet nach dem Konzert, dass sie sich die Leitung zunächst nicht zugetraut hatte: „Ich hatte auf den Philippinen einen Jugendchor geleitet und immer ein Gespür für Musik. Doch ich konnte keine Noten lesen, bin keine gelernte Musikerin.“ Sie hörte in sich hinein, spürte die Berufung – und wagte es. Und inspiriert seitdem andere dazu, Freude am Singen und am Glauben zu leben. Rund 40 Mitglieder umfasst der Trinity Gospelchor inzwischen, knapp 30 davon treten auf.

Zehn Jahre voller Proben, Konzerte, Gottesdienstbegleitungen und Auftritte etwa bei Taufen und Hochzeiten verdienen ein Fest: Das sahen nicht nur die Chormitglieder so, sondern auch die Instrumentalisten, die sie begleiten, und Profisänger aus der Region. Diese waren voller Elan mit dabei. Carin Berchtenbreiter von der Caro Bluesband etwa: Ihr „Motherless Child“ entführte das Publikum in eine Südstaaten-Blues-Bar. Sandra Exner von der Overman Brassband brillierte unter anderem mit „You Raise Me Up“ – mit dem Trinity Gospelchor als Background.

Sänger Stefano Messina lieh sich außer dem Chor auch Marlyn Klose sowie ihre Töchter Jessica und Michelle als Solistinnen. Ein Ergebnis: eine mitreißende Version von Leonard Cohens „Hallelujah“. Von Josef Basting und drei Stadtkapellen-Mitstreitern gab es Klassik und Swing. Und zum Abschluss zauberte Band Aids „We Are The World“ ein Lächeln auf alle Gesichter. Die Gäste kamen teilweise von weit her, aus Königsbrunn, Wertingen, Ingolstadt gar – und wünschten für die nächste Dekade alles Gute.

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