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Ankerzentrum: voll im Zeitplan

Kommentar Von Thomas Hilgendorf
13.11.2019

Die Bayerische Staatsregierung hat wohl Wort gehalten – das Ankerzentrum Donauwörth wird geräumt, am 20. Dezember soll Schluss sein.

Es hatte in den vergangenen Jahren viel Kritik gegeben hinsichtlich des Ankerzentrums beziehungsweise der Erstaufnahme für Asylbewerber in Donauwörth. Und keine Frage: Vieles davon erscheint berechtigt. Das ist allerdings weniger den Mitarbeitern vor Ort anzulasten als einer bisweilen ziemlich orientierungslosen Migrationspolitik in ganz Europa.

In Donauwörth hat man die Auswirkungen dieser Politik mitunter im Mikrokosmos gesehen: Wie sich Menschen mitunter völlig falsche Vorstellungen vom Zielland gemacht hatten, wie Perspektivlosigkeiten aufschlugen, wie Frust und, ja, auch das muss erwähnt werden, Gewalt entstand.

Aber es gibt auch die andere Seite: Menschen, die hier mit mehr als einem legitimen Fluchtgrund ankamen und froh darüber waren, dass ihnen Einheimische die Hand reichten. Menschen, die sich hier eingliedern wollten und für die sich Perspektiven entwickelten. Gott sei Dank gibt es auch diese Seite.

Es ist beim Ankerzentrum so wie oft bei anderen schwierigen Fragen des Lebens im Alltag: Eine supersimple Patentlösung ist nicht immer greifbar, auch wenn Populisten von links und rechts etwas anderes sagen würden. Über das Ankerzentrum Donauwörth kursierten lange Gerüchte, die schier zu Verschwörungstheorien gerierten: Das Ankerzentrum werde nie und nimmer geschlossen. Alles nur Wahlkampf vor den Bundestags- und Landtagswahlen. Nein, so war es eben nicht.

Die Bayerische Staatsregierung hat wohl Wort gehalten – das Ankerzentrum Donauwörth wird geräumt, am 20. Dezember soll Schluss sein. So mancher Verschwörungstheoretiker könnte nun enttäuscht sein, fehlt doch fortan das Hass- und Beweisobjekt für so manch krude These.

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