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Berufswelt

02.08.2020

Arbeitslosenzahl steigt leicht im Kreis Donau-Ries

Bild: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Plus Die Arbeitslosenquote im Landkreis ist leicht gestiegen, die Kurzarbeit sinkt. In welchen Bereichen noch Stellen offen sind.

Im Landkreis Donau-Ries ist die Arbeitslosenquote leicht auf 2,4 Prozent gestiegen. Im Juni lag sie bei 2,3 Prozent. Insgesamt sind 1921 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 113 mehr als vor einem Monat. „Saisonüblich verzeichnen wir einen Anstieg der Arbeitslosigkeit besonders bei den Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren. Wie in jedem Jahr beenden viele junge Menschen in den Sommermonaten ihre schulische oder berufliche Ausbildung. Nicht immer haben sie einen nahtlosen Anschluss in ein Beschäftigungsverhältnis und müssen sich vorübergehend arbeitslos melden. Aktuell sind 249 Jugendliche arbeitslos gemeldet, 23 mehr als im vergangenen Monat und 108 mehr als vor einem Jahr“, erläutert Richard Paul, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Donauwörth, die aktuelle Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.

Anstieg der Arbeitslosenzahl bei den Jüngeren

Positiv sei, dass wieder mehr Menschen eine Beschäftigung gefunden haben. So konnten im Juli 157 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Dennoch haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie, verbunden mit den konjunkturellen und strukturellen Entwicklungen, die schon vor der Krise eingesetzt haben, den Arbeitsmarkt weiter im Griff. So sei die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 716 Personen gestiegen, so der Agenturleiter weiter.

Die Zahl der neuen Anzeigen auf Kurzarbeitergeld geht deutlich zurück. Bis Ende vergangener Woche wurden im Juli im Landkreis insgesamt 25 Anzeigen für 944 Personen eingereicht. Im Juni waren es noch 35 Anzeigen für 1315 Frauen und Männer.

Donauwörths Agenturchef: "Nach der Krise durchstarten"

Paul appelliert an die Arbeitgeber: „Wichtig ist, dass Unternehmen nach Ende der Krise schnellstmöglich durchstarten können. Dazu gehört auch eine zukunftsorientierte Ausrichtung der Betriebe. Um Unternehmen dabei zu unterstützen, setzen wir stark auf die Qualifizierung von Beschäftigten. Die Weiterbildung der Belegschaft ist auch in Zeiten der Kurzarbeit möglich und wird von uns gefördert. Ich empfehle Arbeitgebern, die Fördermöglichkeiten intensiv zu nutzen.“

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bewege sich weiter auf einem niedrigen Niveau, ziehe aber leicht an. So wurden im Juli 179 neue Arbeitsstellen gemeldet, das sind 23 oder 14,7 Prozent mehr als vor einem Monat. Mit einem Minus von 176 oder 49,6 Prozent unterschreitet das Angebot neu gemeldeter Stellen jedoch weiterhin deutlich das Vorjahresniveau.

Stellenbestand ist rückläufig im Kreis Donau-Ries

Auch der Stellenbestand ist im Vergleich zum vorigen Jahr deutlich rückläufig (minus 35,1 Prozent). Aktuell sind 1191 offene Arbeitsstellen gemeldet. Gesucht werden Arbeitskräfte in den Bereichen Sicherheitsdienste und Lager, Verkauf, Kfz-Technik und Maschinenbau, Elektrotechnik und Metallbearbeitung. Das Anforderungsniveau liegt bei rund 86 Prozent der gemeldeten Stellen auf Fachkraftniveau oder höher.

„Das Thema Fachkräftemangel ist auch in Corona-Zeiten präsent und wird uns in den kommenden Jahren ebenso begleiten“, so Paul.

Im Landkreis Donau-Ries meldeten sich seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober l989 Bewerber um Berufsausbildungsstellen – 8,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Weniger Ausbildungsstellen gemeldet in diesem Jahr

Gleichzeitig wurden von den Arbeitgebern 1483 Berufsausbildungsstellen gemeldet, das entspricht einem Minus von 6,4 Prozent. Zum Statistikstichtag im Juli waren noch 132 Bewerber ohne Ausbildungsstelle oder eine andere Alternative. Demgegenüber stehen 614 unbesetzte Ausbildungsstellen. Rein rechnerisch ergibt das 4,65 unbesetzte Ausbildungsstellen pro unversorgtem Bewerber.

„Für Schulabgänger, die noch keine Ausbildungsstelle gefunden haben, bestehen noch eine Menge attraktiver Angebote und es lohnt sich auch jetzt noch, sich um einen Ausbildungsplatz für den Herbst zu bewerben. Unsere Berufsberater stehen jedem, der Unterstützung braucht, gerne zur Verfügung. Außerdem ist für Schüler, die das letzte Schuljahr vor sich haben, jetzt der richtige Zeitpunkt, um sich für Ausbildungsplätze mit Start im Jahr 2021 zu bewerben. Denn nur Unterlagen, die rechtzeitig in den Betrieben vorliegen, haben auch die Chance, in den Auswahlprozessen einbezogen zu werden“, betont der Chef der Arbeitsagentur. (dz)

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