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Kommunales

02.03.2019

Auf der Suche nach dem Zeitgeist

Mertingens Bürgermeister Albert Lohner (links) mit dem Vorsitzenden des neu gegründeten Wirtschaftsbeirats, Daniel Petrasch.
Bild: Helmut Bissinger

Wie ein Wirtschaftsbeirat in Mertingen Entwicklungen und Strömungen in Strategien umwandeln will, erklärt Bürgermeister Albert Lohner im Interview

In Mertingen hat sich ein Wirtschaftsbeirat konstituiert. Was versprechen Sie sich als Initiator davon?

Wir wollen damit die Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und unseren ortsansässigen Unternehmen intensivieren. Wir wollen auf der Überholspur bleiben, ganz nach dem Motto „Nicht mehr die Großen dominieren die Kleinen, sondern die schnellen überholen die Langsamen“. Der Wirtschaftsbeirat soll den Gemeinderat und die Verwaltung in wichtigen Angelegenheiten zum Beispiel des Standortmarketings beraten.

Was steckt dahinter?

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Wir sind subjektiv gesehen gut unterwegs, haben in den vergangenen Jahren circa 45 Hektar Gewerbeflächen ausgewiesen, die zum größten Teil belegt sind. In unseren Firmen gibt es 3100 Arbeitsplätze. Die Gemeinde profitiert davon durch die Gewerbesteuer und die Beteiligung an der Einkommenssteuer. Ohne selbstgefällig sein zu wollen, möchte ich uns als wirtschafts-affin bezeichnen. Nicht umsonst haben wir bereits vor zehn Jahren den Bayerischen Qualitätspreis verliehen bekommen.

Was werden die ersten Aufgaben sein?

Wir haben mit Daniel Petrasch einen agilen Vorsitzenden gewählt. Er wird die Themen setzen. Wir als Kommune würden zum Beispiel gerne wissen, was sich die Unternehmen von der Gemeinde erwarten. Welche weiteren Voraussetzungen sind nötig, um ein wirtschaftlicher Standort zu sein, ist eine der Fragen. Schließlich wollen wir auch die Rolle der weichen Standortfaktoren beantwortet wissen. Wohnraumangebot, Infrastruktur, medizinische Versorgung, Kinderbetreuung, Freizeitangebote, Natur und eine gesunde Umwelt sind Schlagworte, die der Beirat beleuchten soll. Gemeinderat und Verwaltung können daraus dann Entschlüsse fassen.

Haben Sie da bereits erste Rückmeldungen?

Gleich bei der Gründung des Wirtschaftsbeirats wurde diskutiert. Es ging um den öffentlichen Nah- und Fernverkehr, um die Anbindung der Bahn einen möglichen Shuttle-Bus-Verkehr vom Park-and-Ride-Parkplatz am Bahnhof zu den Betrieben und den Verkehr der Zukunft, bei dem das Fahrrad nach der Meinung von Experten eine große Rolle spielen soll. In einem ersten Schritt werden die Betriebe in Zusammenarbeit mit der Gemeinde abfragen, wie ihre Arbeitnehmer zur Arbeit kommen. Daraus soll eine Analyse entstehen. Was kann verbessert werden? Wie können wir möglicherweise Ansätze schaffen und Impulse geben, um die Verkehrsströme zu optimieren. Das ist in einer Gemeinde von elementarer Bedeutung, in der täglich rund 3000 Menschen zu ihrem Arbeitsplatz und danach wieder nach Hause fahren.

Mertingen ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort. Ist der Wandel weg vom bäuerlichen Dorf vollzogen?

Wir wollen lebens- und liebenswert bleiben, unsere dörfliche Struktur, wo es geht, pflegen. Aber natürlich hat sich der Ort in den letzten zwei Jahrzehnten gewandelt. Wir in der Verwaltung sehen die Kommune mit ihren immerhin hundert Mitarbeitern als Unternehmen. Eine Kommune sollte Entwicklungen nicht abwarten. Moderne Wirtschaftsplanung verlangt nach dynamischer Geschwindigkeit und ständiger Neuausrichtung auf den Wandel. Führungsaufgabe eines modernen kommunalen Managements ist es, proaktiv die Zukunft zu gestalten, wie auch Markt- und Entwicklungschancen zu erkennen. Interview: Helmut Bissinger

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