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Verkehr

27.01.2020

Bäume, die das Unglück anziehen

Zwei Unglücke werden hier auf einen Blick sichtbar: Das Marterl links erinnert an einen tödlichen Unfall vor 20 Jahren auf der Staatsstraße nahe Heidmersbrunn. Rechts der beschädigte Baum nach einem neuerlichen Aufprall.
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Zwei Unglücke werden hier auf einen Blick sichtbar: Das Marterl links erinnert an einen tödlichen Unfall vor 20 Jahren auf der Staatsstraße nahe Heidmersbrunn. Rechts der beschädigte Baum nach einem neuerlichen Aufprall.

Plus Auf der Staatsstraße nahe Heidmersbrunn reagieren die Behörden nach einem neuerlichen Unfall mit einer Sofortmaßnahme.

Die Spuren des Einschlags an dem recht beachtlichen Baum sind deutlich zu sehen. Durch den Aufprall eines Autos auf eine schätzungsweise 50 Jahre alte Pappel an der Staatsstraße zwischen dem Fünfstettener Ortsteil Heidmersbrunn und Wemding platzte ein Stück der grobfurchigen Rinde regelrecht ab. Neben der frischen Wunde an der Pflanze erinnert ein kleines, verwittertes Marterl mit rostigem Namensschild an einen tödlichen Unfall im Jahr 2000. Damals kam ein 37-Jähriger aus dem Ries mit seinem Auto von der Straße ab, prallte gegen den Stamm und starb. Der 19-Jährige, der mit seinem Wagen vor gut einer Woche ebenfalls an diesem Baum landete, hatte Glück. Er kam mit Verletzungen davon. Nach dem Willen der zuständigen Behörden soll an dieser Stelle nun kein weiterer solcher Unfall passieren. Vertreter des Landkreises, der Polizei und des Staatlichen Bauamts kamen jetzt überein, entlang der Straße auf einer Länge von rund 160 Metern auf dieser Seite eine Leitplanke zu installieren.

Staadtliches Bauamt will Kurven entschärfen

Der besagte Bereich gehört zu dem rund sechs Kilometer langen Abschnitt der Staatsstraße zwischen Monheim und Wemding, der in ein paar Jahren neu ausgebaut werden soll. Aktuell ist die Straße, über die auch relativ viel Schwerlastverkehr rollt, auf dem Teilstück zwischen Nußbühl und Wemding relativ schmal und kurvig. Das Staatliche Bauamt möchte – wie berichtet – die Fahrbahn von sechs auf acht Meter verbreitern und einige Kurven entschärfen. Damit soll die Straße sicherer werden.

Die Sofortmaßnahme mit der Leitplanke soll nach Angaben von Stephan Roßmanith, Sachbearbeiter Verkehr der Polizei im Donau-Ries-Kreis, in den kommenden Wochen umgesetzt werden. Man wolle nicht, dass dort nochmals ein solch schweres Unglück mit möglicherweise schrecklichen Folgen passiert.

Mächtige Eiche zieht das Unglück an

Nur etwa 200 Meter östlich der besagten Unfallstelle befindet sich am Waldrand quasi das Gegenstück auf der nördlichen Seite der Fahrbahn. Dort steht eine mächtige Eiche, die offenbar ebenfalls das Unglück anzieht. An dem Stamm fehlt ein beinahe quadratmetergroßes Stück der Rinde.

Grund: Im Oktober 2019 kam eine 56-Jährige in der leichten Linkskurve morgens aus unbekanntem Grund von der Straße ab und stieß mit Wucht gegen die Eiche. Die Frau erlitt augenscheinlich nur leichte Verletzungen. Das Opfer wurde mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen.

Makabre Parallele: Auch an diesem Baum starb schon mal ein Mensch. Daran erinnert ein Gedenkstein. „Wie eine Blume im Winde, verwehte hier das Leben unseres Kindes“, steht auf der Metalltafel, die in den Stein eingelassen ist. Im Alter von knapp 21 Jahren kam im Juni 1991 ein Mann aus Mörnsheim (Landkreis Eichstätt) ums Leben.

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