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Rain

12.01.2020

Bunter Abend: Nicht ganz sauber, aber absolut „Rain“

Die Tillygirls und -boys bei ihrem Showtanz beim Bunten Abend.
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Die Tillygirls und -boys bei ihrem Showtanz beim Bunten Abend.
Foto: Helmut Bissinger

Der Faschingsclub in Rain nimmt sich unterhaltsam des ernsten Themas Umwelt an. Aber es gibt den Fasching auch wieder so zu erleben, wie man ihn kennt.

Sie sitzen sich fast Auge in Auge gegenüber: die Originale und ihre Doubles. Und so wird Rains Bürgermeister Gerhard Martin und dessen „Schatten“ Leo Meier ein Spiegel vorgehalten. Karin Weber und Barbara Würmseher schlüpfen in deren Rollen. Abschiedswehmut knistert im Raum. Unabsichtlich nicken die kommunalen Politgrößen. Ein Moment fürs persönliche Geschichtsbuch der beiden. Ein Moment, den nur der Fasching ermöglicht.

Ja, die Propagandisten des Rainer Faschings haben sich etwas einfallen lassen. Keine leichte Kost, die der Faschingsclub da zubereitete, denn wie passen der Umweltgedanke und der Frohsinn von Narren und schrägen Typen zusammen. Aber um es gleich vorwegzusagen: Der sichtbare Enthusiasmus, das Engagement und der Übungsfleiß bewiesen, mit wie viel Herzblut sich jeder einzelne Akteur einsetzt, um den Ruf von Tillynesien als führendes Faschingsfürstentum zwischen Lech und Donau zu behaupten.

Der Landrat kommt glimpflich davon

Dabei befindet sich dieses Fürstentum gerade im Umbruch. Zieht zum Mai womöglich ein Kini (Daniel König) ins Rathaus? Oder machen Claudia Marb, Hans Hafner oder Karl Rehm das Rennen um den dann freien Posten des Bürgermeisters und das nächstjährliche Privileg, auf der FCR-Bühne im Fasching die Rosenfee oder den Zuckerbaron küssen zu dürfen?

Angesichts der anstehenden Neuorientierung in Rathaus und Stadtrat wird der Bunte Abend natürlich von diesem Thema dominiert. Dabei müssen die Akteure gute Miene zum manchmal doch auch bösen Spiel machen. Da ist Landrat Stefan Rößle fein raus. Zwar trifft er mit Faschingspräsident Florian Riehl einen direkten Konkurrenten im Bewerb um die Vormacht im Fuggerhaus, doch dieses Duell spielt in der Bütt kaum eine Rolle.

Programm dauert fast fünf Stunden

Perfekt inszeniert, ideenreich und mit einem rasanten Finale gelingt es dem FCR, Glanzpunkte zu setzen. Fast fünf Stunden lang lassen es die Organisatoren auf der Bühne summen und brummen, um dem Motto „Nicht sauber, aber Rain“ gerecht zu werden. Den grandiosen Schlusspunkt setzt um Mitternacht der Showtanz – eine Augenweide.

Dabei läuft das Ganze eher in Zeitlupe an: Mit Michael Weigls Beitrag über die Plastikflut, mit Mini-Rosenfee Selina I. (Kolb) und Ben I. (Kunz), die zum ersten kräftigen „Tilly Johoo“ verführen und mit den Tänzen des Nachwuchses in fantasievollen Kostümen.

Die neue Kinder-Hofmarschallin Maja Zinsmeister, Präsident Florian Riehl und Hofmarschall Umut Deniz (später dann noch Ex-Präsidentin Simone Schmid) als Moderatoren führen unaufgeregt und locker durch ein Programm, was von langer Hand vorbereitet scheint. Die Tänzer müssen monatelang trainiert haben und auch zum Beispiel der „Vokalkreis“ (als Gruppe des Irrsinns, der Spinnerei, des Unfugs und des Klamauks) mit seinem wortwitzigen, schwungvollen Beitrag muss eigentlich lange geprobt haben, denn die Pointen sitzen, die Musik (bis hin zum Jodler aus der Schwyz) geht ins Ohr und die kurzweiligen Themen müssen einfach zum Lachen animieren.

Kommunalpolitiker müssen sich einiges anhören

Und so lockern sich auch die Minen und Muskeln des Prinzenpaars: Nicole I. und Thomas II. (Alex), auch im normalen Leben ein Paar, schweben im Tanz über die Bühne, während Mathias Straßer als „Roaner Zeitungsbua“ in der Donauwörther Zeitung blättert. Vizepräsidentin Lea Schumann probiert sich erstmals in der Bütt (als Rainer Greta Thunberg) und Paul Schumann packt die Keule aus. Ganz schön krass, wie er die Bürgermeisterkandidaten skizziert – da scheint manches Lächeln dann doch etwas gequält, wenn er in seiner Rolle als Franz-Josef-Strauß Karl Rehm als „Worthülsen-Vollernter“ oder Hans Hafner als „Gelegenheits-Denker“ bezeichnet. Ganz schön starker Tobak!

Die mehr als 100 Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen bieten alles, was man von einer Veranstaltung dieser Art erwarten kann: Showeinlagen, Gesang, Körper- und Wortakrobatik, Humor und Tanz. Da sind auch von den Besuchern körperliches und geistiges Durchhaltevermögen gefordert. Trotzdem gehen die Faschingsfreunde gut unterhalten nach Hause und zollen den Laiendarstellern für deren teilweise profihafte Einlagen höchsten Respekt.

Vom Bunten Abend haben wir auch eine Bildergalerie:

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Bunter Abend in Rain
Foto: Helmut Bissinger
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