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Erziehung

06.12.2014

Das Problem mit dem Handy

Hauptkommissar Klaus Kratzer bei seinem Vortrag in Wemding.
Bild: Schule

Experte erklärt, wie Eltern mit ihren Kindern das Thema angehen sollen

Immer mehr Kinder und Jugendliche besitzen ein Handy. Dies bereitet den Schulen zunehmend Probleme. Über die neuen Medien tauschten sich Lehrer und Polizei bei einer Veranstaltung an der Anton-Jaumann-Realschule in Wemding aus.

Hauptkommissar Klaus Kratzer informierte über Risiken und Möglichkeiten der neuen Medien, vor allem der Handys aus der Sicht der Polizei. Einer Studie zufolge besitzen inzwischen 75 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahre ein Smartphone; 2012 waren es noch 50 Prozent, 2011 nur etwa 25 Prozent.

Schulleiter Dr. Heinz Sommerer zeigte besorgt die Begleiterscheinungen dieser Entwicklung auf: „Das Handy ist innerhalb eines Jahres für die Schulen zu einem echten Problem geworden. Vor allem die Nutzung sozialer Netzwerke macht uns gerade in den unteren Jahrgangsstufen immer wieder zu schaffen.“ Der Referent bestätigte diesen Eindruck und erläuterte, dass Schüler immer online seien und dadurch auch Missbrauch vorprogrammiert sei, wenn sie mit diesem Gerät alleine gelassen werden. Die Rolle der Eltern sei bei einer Erziehung zu einem sinnvollen Umgang mit der Technik entscheidend. Einer der wesentlichen Punkte, auf die Klaus Kratzer hinwies, ist der Einfluss der Faktoren Inhalt, Person und soziales Umfeld auf eine sinnvolle Medienerziehung.

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Aufgrund von Risiken und Gefahren, die von den verfügbaren Inhalten ausgingen, sei für Kinder eine begleitete Internetnutzung erforderlich, egal ob an PC oder Handy. Zudem weise unkontrollierter Medienkonsum ein höheres Suchtpotenzial auf als stoffliche Drogen. Vielen Nutzern sei nicht bekannt, dass der Zugang zu WhatsApp erst ab 16 Jahren freigegeben ist. Eltern müssten wissen und kontrollieren, was Kinder senden und vor allem bekommen. An der Wemdinger Realschule wurden in Zusammenarbeit mit den Polizeidienststellen Donauwörth und Augsburg in diesem Schuljahr bereits die Eltern sowie ein Teil der 5. und 6. Klassen informiert. Im Dezember folgen die Infos für die restlichen Klassen. Kratzer: „Wir müssen mit den Kindern gemeinsam einen sinnvollen Umgang trainieren, nicht diesen verbieten. Schule, Eltern und Polizei können nur gemeinsam mit der Situation umgehen.“

Weiteres Thema der Veranstaltung war das Bewerbungszeugnis. Die Lehrkräfte gingen zusammen mit den Referenten Stefan Sturm (Sparkasse Donauwörth) und Max Engelhardt (Raiffeisen-Volksbank Wemding) der Frage nach: Sprechen wir dieselbe Zeugnissprache? Ergebnis: Zwischen Schule und Wirtschaft besteht Einigkeit über Formulierungen im Zeugnis und die Schüler werden treffend charakterisiert. (dz)

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