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Donauwörth

12.12.2018

Das Tanzhaus bleibt im Besitz der Stadt

Momentan steht das Tanzhaus in der Donauwörther Reichstraße ziemlich verwaist da. Nachdem die Verhandlungen mit dem Investor Müller letzten Endes gescheitert sind, wird das Gebäude weiterhin im Besitz der Stadt bleiben. Das beschloss der Stadtrat einstimmig.

Nach dem Rückzug des Investors Erwin Müller bleibt das Gebäude im Besitz der Stadt. Wie es jetzt weitergeht.

Es kommt nicht all zu oft vor, dass sich der Rat der Stadt zu einer außerplanmäßigen Sitzung treffen muss. Am Mittwochabend erschienen die Stadträte im Sitzungssaal um nach dem Rückzug des Investors Erwin Müller Real Estate über die Zukunft des Tanzhauses zu beraten. Die Zeit drängt, zahlreiche Vereine und Gruppen sitzen der Stadt im Nacken – denn schließlich liegt der dringend benötigte Stadtsaal im Tanzhaus seit geraumer Zeit brach.

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Neudert fordert „breit getragene Lösung“

Es ging bei der Sitzung schlicht und ergreifend um eine ganz wesentliche Frage: Soll das Tanzhaus im Besitz der Stadt bleiben oder im Rahmen eines Bieterverfahrens auf dem freien Markt verkauft werden? Oberbürgermeister Armin Neudert machte gleich zu Beginn der Sitzung keinen Hehl daraus, wohin der Weg nun, nach dem Absprung der Erwin Müller Real Estate, gehen soll: „Ich möchte eine breit getragene Lösung mit dem Tanzhaus in eigener Hand.“ Nach den sehr intensiven Nachrechnungen des Investors sei nun offensichtlich, dass das Tanzhaus „wirtschaftlich kaum rentabel“ sein könne. Eine Sanierung sei unabdingbar – in diesem Zusammenhang sei jetzt auch zu prüfen, ob ein Neubau wirtschaftlich sinnvoller wäre. Aktuell komme es darauf an, dass der Stadtsaal rasch wieder für Vereine zugänglich gemacht werden könne. Der Fasching der IFD und das Seniorenkonzert könnten nun durchaus im Tanzhaus stattfinden. Saal und Balkon seien für maximal 400 Personen ausgerichtet.

CSU: „Nicht an irgendjemanden auf freiem Markt verkaufen“

Armin Eisenwinter (CSU) sagte, das Tanzhaus dürfe „nicht an irgendjemanden auf den freien Markt“ verkauft werden. Es brauche für das künftige Konzept zum Tanzhaus einen externen Projektleiter. Das Haus müsse – speziell das Erdgeschoss – zu einem öffentlichen „Magnet“ werden. Man solle sich nun aber bewusst sein, dass das Tanzhaus ein „dickes Brett“ im städtischen Haushalt bleibe.

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Mehr Parkplätze in der Innenstadt vonnöten

Der Grüne Albert Riedelsheimer nannte eine Versammlungsstätte für die Bürger einen „Teil der Infrastruktur“ – und die müsse in öffentlicher Hand verbleiben. Im Falle eines Abrisses müsse bei den Neuplanungen über eine größere Tiefgarage nachgedacht werden. Heinrich Kopriwa (SPD/ BfD) betonte ebenfalls die Relevanz der Erweiterung der innerstädtischen Parkplätze. Dem stimmte auch Josef Reichensberger (AL/ JB) zu: „Das Tanzhaus steht und fällt mit den Parkplätzen.“ Reichensberger befürchtet, dass eine Kernsanierung mehr kosten würde als ein Neubau. Dazu berichtete Raimund Brechenmacher (EBD), dass eine Berechnung bereits vor 18 Jahren ergeben hätte, dass ein Abriss mit anschließendem Neubau günstiger wäre als eine umfangreiche Sanierung. Michael Bosse (PWG/ FW) brachte derweil die Überlegung des Baus einer Stadthalle am Schwabenhallenparkplatz ins Spiel, während das Tanzhaus parallel saniert werden solle. Der Tanzhaussaal sei mittlerweile nicht mehr groß und modern genug. Der angedachte Stadtladen solle indes im Erdgeschoss das Tanzhauses angesiedelt werden. Auch Gustav Dinger (ÖDP) regte an, „Synergieeffekte“ zu nutzen – so könne etwa die städtische Musikschule im Obergeschoss des Gebäudes untergebracht werden.

Bürgerinfo Ende Januar geplant

Nachdem sich sämtliche Sprecher positiv zur Option des Tanzhauses im Besitz der Stadt geäußert hatten, war der Beschluss keine Überraschung mehr: Die Stadträte votierten einstimmig dafür.

Keine Frage ist, dass die Zukunft des Tanzhauses eine Mammutaufgabe für Donauwörth wird, denn andere große Themen stehen ebenfalls auf der Agenda: Der Neubau des Bürgerspitals, die Erschließung des Delp-Quartiers und die Freibadsanierung. OB Neudert plant zum Tanzhaus Ende Januar eine Bürgerinformationsveranstaltung.

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