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02.10.2019

Das Wir und die Kunst – Ernst Steinacker zu Ehren

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6 Bilder
Die Bildhauerin Nathalie Schnider-Lang beherrscht auch die Nyckelharpa, ein schwedisches Musikinstrument. Rechts: Pfarrvikar Rainer Herteis.

Der bedeutende Künstler wäre heuer 100 Jahre alt geworden. Als Hommage an ihn haben Künstler bei einem Symposium im KunstMuseum Wemding eine Ausstellung kreiert. Sie ist bis 10. November zu sehen

Es herrschte eine bewegende Stille als Leonhard Steinacker den Besuchern im Wemdinger KunstMuseum Donau-Ries die vielen Gemälde und Skulpturen seines Vaters Ernst Steinacker in einer Lichtbilder-Projektion zeigte. „Kann dies alles wirklich ein einzelner Mensch geschaffen haben?“, hörte man flüstern. Dann öffnete sich das große Tor zur Ausstellung „Hommage an Ernst Steinacker“.

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100 Jahre alt wäre er heuer geworden, der bedeutende Maler und Bildhauer Ernst Steinacker, dessen Lebenswerk unter anderem den Gemäldezyklus „Freude der Auferstehung“ im Kloster Heidenheim umfasst wie auch die Domportale in Augsburg und Trier wie auch das Bronzeportal der Klosterkirche Auhausen. Ab 1975 gestaltete er Engel, die idealerweise auf einem Hügel und über Weizenfeldern stehen sollten, „nahe dem Himmel“. 35 Skulpturen hat Ernst Steinacker für seine Heimatstadt Wemding geschaffen.

Kulturreferent Josef Barta erwähnte im KunstMuseum beispielsweise den Eisbären und den Flötenspieler an der Schule, den Mangoldbrunnen bei der Stadtpfarrkirche, den Steinaltar in der Wallfahrtskirche und die Auferstehungsengel auf dem Friedhofsgelände. „Ernst Steinacker ist eine herausragende Persönlichkeit der Stadt Wemding. Bis heute sind wir ihm durch seine Werke in Dankbarkeit verbunden.“

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Steinacker zu Ehren setzten jetzt Künstler im Rahmen eines Symposiums das Thema „das Menschenbild von Ernst Steinacker“ in ihren Werken um. Was aus diesem Gedanken heraus entstanden ist, zeigt das KunstMuseum bis 10. November unter dem Titel „Hommage an Ernst Steinacker“ als Ausstellung. Das sind die Künstler und ihre Arbeiten:

Nathalie Schnider-Lang (Nördlingen, Bildhauerei) bearbeitete den Menschen im Raum, als Individuum und als Gruppe. Dabei verwendete die Künstlerin das Material „Neonplastilin“, was von seiner Beschaffenheit weich und anziehend ist. Sie überlässt die Skulpturen der Atmosphäre einer fiktiven Architektur. Zusätzlich gab sie ein kleines Konzert auf der Nyckelharpa, einem schwedischen Musikinstrument.

Robert Müller-Moa (Gunzenhausen, Bildhauerei, Malerei) ist in dem Thema „Figur“ verwurzelt. Seine negativ-positiven Bildreliefs bilden Paare und sind aus einem Block geschaffen. Er hat diese in Beziehung zum „Paar-Bild“ von Ernst Steinacker gesetzt. Als Werkstoff verwendet er monochrome Polyethylene.

Annette Steinacker-Holst (Wemding, Malerei, Lichtprojektionen) befasst sie sich mit der Unendlichkeit des Kosmos und lässt das Thema „All-Tag“ sichtbar werden. In der Ausstellung ist ein zehn Meter langes Himmelsbild installiert, das drei Ausstellungsbereiche verbindet. Bei vielen ihrer Projekte bezieht sie Kinder und Menschen mit Handicap mit ein. Eine Reihe von Fotografien mit Teilnehmern von Regens-Wagner zum Thema „Freude der Erwartung, Freude der Auferstehung“ ist in dieser Ausstellung zu sehen.

Heike Stephan (Löhma in Thüringen, Bildhauerei, Fotografie, Grafik) bearbeitet seit Langem den „irdischen und kosmischen Kreislauf“. Oft wirken ihre Fotografien plastisch, ihre Grafiken dagegen malerisch. Sie nähert sich tiefgründig der Thematik „Werden und Vergehen“, jedoch nicht in religiöser Weise.

Rainer Herteis (Wemding Theologe, Musiker): Der blinde Pfarrvikar beschäftigte sich mit dem Spätwerk Ernst Steinackers „Freude der Auferstehung“. Am Anfang war die Erde wüst und wirr. Doch Auferstehung heißt aufzuerstehen hinein in ein Leben in Fülle, das bedeutet: hin zum Licht der Liebe, das wie Regenbogenstrahlen leuchtet. Hin zu einem Land der Geborgenheit. Aus Einsamkeit wird Heimat, wird Angenommensein.

Peter Herr Momoshi (Nürnberg, Street-Art, Multimedia) bringt lebensfrohe, bunte Bildwelten zum Thema Mensch ein. Als Projektionsfläche für seine Kunst dient ihm nicht nur die klassische Leinwand, sondern unter anderem auch Möbel oder Mauern. Er gestaltete eine Außenwand des KunstMuseums.

Klaus Haas (Nürnberg, virtuelle Kunsträume) sagt über sich: „Meine „Quantenrausch Werke“ entstehen durch Auseinandersetzung mit dem virtuellen Raum und aus Spaziergängen in den erschaffenen Raumwelten. Diesen Weg erforsche ich mit Farbe und Form, aber auch Linie, Fläche und Raum, unter total veränderten Rahmenbedingungen. Ich bin ein Wanderer zwischen allen Welten: real und virtuell, existent und erdacht, gelebt und erträumt.“

Conny Pfau (Berlin, Gesang, Text, Musik) hat zusammen mit Annette Steinacker-Holst 2015 das 3-Klang-Ensemble Musik-Licht-Lyrik gegründet, das regelmäßig regional und überregional in Kirchen gastiert. Mit eindrucksvollen Lichtprojektionen, Lyrik und Prosatexten werden darin Themen wie „Angel Eyes – Engelsaugen“, „Zeit und Ewigkeit“ und „Zeit für Begegnung“ bespielt.

Neben dieser Ausstellung gibt es eine weitere Veranstaltung, die an Ernst Steinacker erinnert: und zwar am 6. November in der St.-Ulrich-Kirche in Rudelstetten. Neben großformatigen Lichtprojektionen werden dort Auszüge aus Tagebüchern von Ernst Steinacker vorgelesen. Texte des Philosophen Reinhard Knodt „das Wir und die Kunst“, Gedichte von Alois Sailer werden vorgetragen, dazu wird eine Komposition von Hans Kraus-Hübner aufgeführt. (steho)

Die Ausstellung „Hommage an Ernst Steinacker“ ist bis 10. November im KunstMuseum Donau-Ries in Wemding zu besichtigen. Öffnungszeiten: sonntags von 14.30 bis 16.30 Uhr. Um 15 Uhr findet eine Führung statt. Für Gruppen/Schulklassen können auch Termine an Wochentagen vereinbart werden (Telefon 0160/4686434).

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