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Gesundheitswesen

18.02.2015

Demenz-Patienten stellen Klinik vor Probleme

M. Deisenhofer

Wie das gemeinsame Kommunalunternehmen auf diese besondere Herausforderung reagiert

Immer mehr Patienten in Kliniken haben über ihre akute Erkrankung hinaus die Nebendiagnose Demenz. Deren besondere Bedürfnisse stellten die Mitarbeiter vor neue Herausforderungen, berichtet das gemeinsame Kommunalunternehmen (gKU) Donau-Ries. Der Klinikalltag sei nicht auf Patienten mit Demenz eingestellt. Das wiederum bringe für Patienten und Mitarbeiter eine Reihe von Problemen mit sich.

Das gKU hat das nach eigenen Angaben erkannt und möchte an dieser Situation etwas ändern. Seit September 2014 nimmt es zusammen mit fünf anderen bayerischen Kliniken an dem Modellprojekt des bayerischen Landesverbands der Deutschen Alzheimergesellschaft „Demenz im Akutkrankenhaus“ teil, so Michaela Deisenhofer. Die Pflegedienstleiterin in der Donau-Ries-Klinik Donauwörth hat auch die Leitung dieses Modellprojekts im gKU übernommen.

Ziel dieses Vorhabens, das von den bayerischen Krankenkassen und dem bayerischen Gesundheitsministerium unterstützt wird, sei es, ein „Demenzkonzept“ auszuarbeiten, das auch in anderen Kliniken angewendet werden kann.

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In einem ersten Schritt hätten sich in verschiedenen Grundlagenschulungen zunächst Ärzte und Pflegepersonal Kompetenzen im Umgang mit Menschen mit Demenz angeeignet. Mithilfe konkreter Fallbesprechungen, Mitarbeitercoaching und der Erarbeitung einer speziellen Handreichung gehe es im Rahmen der zweiten Projektphase derzeit darum, Strategien zu entwickeln, mit denen das Klinik-Personal den „herausfordernden Verhaltensweisen“ der dementen Patienten begegnen könne.

„Tatsächlich hat sich gezeigt, dass Patienten mit eingeschränkten kognitiven Leistungen eine schlechtere Heilungsprognose haben“, erläutert Michaela Deisenhofer. Weil diese Menschen in dem für sie fremden und beängstigenden Klinikalltag vollkommen überfordert und dadurch zusätzlich desorientiert seien, würden sie sich häufig Behandlungen widersetzen, oder im schlimmsten Fall sogar aus der Klinik weglaufen. Im Fachjargon heiße das „herausforderndes Verhalten“.

Es liege auf der Hand, dass auch für die Mitarbeiter dieses Verhalten eine große Belastung darstelle: „Sie wissen schlichtweg nicht, wie sie darauf angemessen reagieren können“, sagt die Pflegedienstleiterin der Donau-Ries-Klinik. In einer dritten Projektphase, die etwa Mitte des Jahres starte, gehe es schließlich darum, einen ehrenamtlichen Besuchsdienst für Patienten mit Demenz zu etablieren. (dz)

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