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Theater

18.03.2011

Die Revolution im Himmel fand nicht statt

Der Brandner Kasper im Himmel (von links): Henner Quest (Kasper), Andreas Kern (als der heilige Benno, der Schutzpatron Altbayerns) sowie Hanno Sollacher (Heiliger Portner). Die Rolle des Sonderbeauftragten für Himmelsmodernisierung musste in Monheim Rudi Gall übernehmen, da der eigentliche Darsteller (H. Friedrich/Bild) krankheitsbedingt ersetzt werden musste.
Bild: Foto: Archiv Volkstheater

Schade – Monheim verpasst die Chance, die preußische Himmelsordnung und deren Untergang kennenzulernen

Monheim Die herrliche, auch ernst gemeinte bayerische Komödie vom Brandner Kasper (nach einer Erzählung von Franz von Kobell in einer Neufassung von Andreas Kern), um Leben und Tod, wie ein ausgefuchster Wilderer den Boandlkramer austrickst, zum Schluss bekehrt wird und im bayerischen Paradies bleibt – immer wieder ein Vergnügen.

Diesmal kam noch ein besonderes Schmankerl hinzu: die wohltuend gestraffte Fassung mit einem irrwitzigen neuen Teil, nämlich dem Ansinnen des preußischen aber himmlischen Geschäftsführers die bayerische Himmelsordnung zu modernisieren. Natürlich – selbstverständlich – schlug der Versuch fehl. Begeisternd die Lachnummern mit der preußischen Uniform des heiligen Benno (Andreas Kern), dem zackigen preußischen Himmelsmodernisierer Moritz Schmitt (klasse dargestellt von Rudi Gall) und dem heiligen Portner (Hanno Sollacher), der mit der Schlitzohrigkeit und dem berühmten Schulterzucken des Franz-Josef Strauss die Modernisierung unterlief und dem Preußen die Besonderheiten der bayerischen Interpretation der Himmelsordnung überzeugend beibrachte. Nicht zu vergessen die Hauptdarsteller: den Brandner Kasper (Henner Quest) und den Boandlkramer (Claus Obalski) sowie die Fanny (Claudia Mabell), den Anderl (Doppelrolle von Rudi Gall), den Forstmeister Severin (Andreas Kern, ebenfalls Doppelrolle), die Baderin Babette, die Thekla und die heilige Notburga (Dreifachrolle von Barbara Kutzer).

Überzeugende Darsteller

Das Stück eine Wohltat erster Klasse für die arme (geschundene) bayerische Seele. Herzlichen Dank an die Kolpingsfamilie für den Bühnenaufbau und die liebevolle Bewirtung unter der bewährten Leitung des Hausmeisters Josef Berkmüller.

Nur schade, dass so wenig Monheimer erschienen waren, um diese Inszenierung mit den überzeugenden Darstellern des Tegernseer Volkstheaters zu erleben. Und mit in das große himmlische Gelächter einstimmen zu können. (rha)

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