1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Donauwörths lückenhaftes Rad-Netz

Donauwörths lückenhaftes Rad-Netz

Hilgendorf_Thomas.jpg
Kommentar Von Thomas Hilgendorf
16.05.2018

Radfahrer haben es auf größeren Abschnitten nicht leicht in Donauwörth. Auch mit wenigen Mitteln könnte man viel erreichen.

Radfahren in Donauwörth ist nicht unbedingt vergnügungssteuerpflichtig – zumindest auf größeren Abschnitten ist das so. Radler haben keine große Lobby, wie es hierzulande etwa bei den Autofahrern der Fall ist. Es gibt indes in den deutschen Kommunen beträchtliche Unterschiede, was die Struktur des jeweiligen Radwegenetzes angeht. Daran erkennt man den unterschiedlichen politischen Willen der Gemeinden und Städte, etwas ernsthaft in Sachen Nachhaltigkeit und Entzerrung des innerörtlichen Kraftverkehrs zu tun.

In Donauwörth steht man zwiegespalten vor dem Status quo in Sachen Radverkehr: Einerseits will die Stadt, wie auch die gesamte Region, mehr Radtourismus – und generell mehr Menschen, die auf das Rad umsteigen. Andererseits ist die Wegeführung vielerorts umständlich und teils irreführend.

Immerhin: Das Thema existiert auf dem politischen Tableau der Stadt. Man muss das erwähnen, denn andernorts ist dem offensichtlich nicht so. Ebenso gibt es einen Radbeauftragten und jenen Arbeitskreis. Das ist richtungsweisend, aber eben nicht alles. Gerade die wirtschaftlichen Mittel wie die konkreten und zeitnahen Umsetzungen von relevanten Maßnahmen, die seit Jahren angemahnt werden, gehören dazu. Nicht auszudenken, wenn größere Unfälle passierten. Bereits Schutzstreifen oder etwas deutlichere und aussagekräftigere Schilder können durchaus hilfreich sein: Sie geben den Radlern Sicherheit durch Orientierung – und den Autofahrern ebenso. Will heißen: Es sind nicht allein die teuersten Maßnahmen, die hilfreich wären. Es wäre durchaus wünschenswert, nähme man sich dem Thema in der Führungsriege der Stadt etwas ernsthafter an – ansonsten ist eine neue Zertifizierung wenig wert. Der Radfahrer fühlt sich verkaspert, wenn er sich nebst Blechlawine durch die Straßen quält und am Ortsschild schließlich bald noch das Signet „radfahrerfreundlich“ lesen darf.

Das wirkte in etwa so wie ein Prädikat „Stadt des fairen Handels“, wenn man sich damit begnügte, ein paar Kilo Kaffee im Jahr von kolumbianischen Bauern zu kaufen, denen somit gestattet wird, ihre Familie zu ernähren – aber gleichzeitig die Kleidung für Parkwächter und Stadtreinigung in China oder Bangladesch billigst nähen lässt. Das Pickerl alleine ist jedenfalls zu wenig – ein paar Fahrradständer mehr ebenfalls. Starker Wille und nachhaltige Taten sollten folgen.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20Feuerwerk-1(2)(1).jpg
Landkreis Donau-Ries

Ein illegales Feuerwerk kann teuer werden

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden