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Wemding

04.10.2019

Ein Konzept gegen die Fluten im Keller

In der Zechstraße wurden bereits Kanalrohre mit einem Durchmesser von 2,30 Metern verlegt. Nun sollen weiter Maßnahmen in Wemding folgen.
Bild: Wolfgang  Widemann

Plus In Wemding sollen durch Investitionen in das Kanalnetz weitere Überschwemmungen bei Starkregen verhindert werden. Das kostet Millionen von Euro.

An einem Sonntag Ende Juli war es in Wemding wieder einmal soweit. Innerhalb kurzer Zeit fielen im südöstlichen Teil der Stadt 80 bis 100 Liter Regen auf den Quadratmeter. Für zahlreiche Hausbesitzer in der Siedlung zwischen Harburger Straße und Monheimer Straße, aber auch in der Altstadt, bedeutete dies – einmal mehr – viel Ärger und Arbeit. Auch die Feuerwehr war im Dauerstress und musste 41 Einsätze bewältigen. Sprich: Das Wasser aus Häusern und anderen Gebäuden abpumpen sowie überschwemmte Straßen vorübergehend sperren. Damit so etwas künftig nicht mehr vorkommt, will die Stadt jetzt weitere Maßnahmen verwirklichen. Das kostet Millionen.

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Kanalisation kann Wassermassen nicht fassen

Ein wesentlicher Grund für die Flutproblematik ist die unzureichende Kanalisation in einigen Bereichen. Die Rohre können bei Starkregen die Wassermassen nicht mehr fassen. „Das ist eine besondere Herausforderung“, erklärte Bürgermeister Martin Drexler im Stadtrat, denn solche Wetterereignisse nähmen zu.

Um die Hausbesitzer zu schützen, setzte die Kommune schon drei Projekte um: An der Ecke St.-Sebastian-Straße/Schützenring wurde das Regenüberlaufbecken ertüchtigt, in der Scheyringstraße und zuletzt in der Zechstraße wurden Stauraumkanäle verlegt. Damit seien die Voraussetzungen geschaffen, den Kanal auch in den Straßen am Hang leistungsfähiger zu machen. „Wir müssen unseren Maßnahmenplan konsequent umsetzen“, merkte Drexler an. Stadtbaumeister Wolfgang Jaumann bestätigte: Man müsse alles aufeinander abstimmen, damit die Kanalisation als Ganzes funktioniere.

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Die Stadt geht nun den Kanalausbau in der Straße Am Urnenfeld sowie in den südlich davon gelegenen Abschnitten der St.-Gundekar-Straße und der Hubertusstraße an. Dort soll zum einen der Durchmesser der Rohre vergrößert werden, zum anderen soll der Verlauf der Leitungen optimiert werden.

Die Planungen wurden bereits bei einer Anliegerversammlung vorgestellt. Die Baukosten beim Kanal werden auf 845000 Euro geschätzt. Bei dieser Gelegenheit sollen auch gleich die Straßen und die äußerst maroden Trinkwasserleitungen erneuert werden. Kosten: etwa eine Million Euro für die Fahrbahnen und über 350000 Euro für die Wasserleitungen. Auch in eine neue Straßenbeleuchtung und in Leerrohre für Glasfaserkabel soll investiert werden.

Für die Betroffenen ein „Albtraum“

Vertreter aller Fraktionen im Stadtrat begrüßten das Projekt. Wenn der Keller – wie in der jüngeren Vergangenheit geschehen – mehrmals pro Jahr unter Wasser stehe, sei das für die Betroffenen „ein Albtraum“, merkte Anton Eireiner (CSU) an.

Die Lage am Riesrand sei hier eine spezielle Herausforderung, ergänzte Bürgermeister Drexler. Es sei die ureigenste Aufgabe der Stadt, hier eine Lösung zu finden, sagte Diana Waimann (Frauenliste). Man sei in diesem Fall auf dem richtigen Weg, stellte Roland Schuster (PWG) fest.

Die Räte beschlossen einstimmig, die Planung voranzutreiben und die Bauarbeiten auszuschreiben.

In der Sitzung befasste sich das Gremium auch gleich mit dem übernächsten Schritt des Maßnahmenpakets. Hier geht es um das Kanalnetz im Lommersheimer Weg, in der Herzog-Albrecht-Straße, im Schießstattweg, in der Ludwig-Thoma-Straße und in der Straße Zum Kugelplatz.

In diesem Einzugsbereich gelte es ebenfalls, die Rohrleitungen im Untergrund zu verbessern, erläuterte Stadtbaumeister Jaumann. Aber nicht nur dort, denn: Das Wasser aus den Siedlungen an den Hängen drücke auf die Kanalisation in der Altstadt. „Es geht darum, diese Gebiete abzufangen“, so Jaumann. Eine Möglichkeit wäre, parallel zur Bahnhofstraße einen Sammelkanal zu bauen, der auf einer Länge von 650 Metern mit Rohren bestückt wird, die einen Durchmesser von 1,50 Meter haben.

Aus dem Wald ergießen sich die Fluten über die Straßen

Bei Starkregen gibt es aber auch einen zweiten Grund für die Überschwemmungen in der Siedlung südöstlich der Altstadt. Von den Waldwegen im oberhalb gelegenen „Gerichtsholz“ ergießen sich die Fluten über die Fahrbahnen in den bewohnten Bereich. Um dies zu unterbinden, sollen bauliche Maßnahmen verwirklicht werden. Angedacht ist unter anderem, das Wasser versickern zu lassen.

Gottfried Hänsel (CSU), eines der dienstältesten Mitglieder im Stadtrat, merkte kritisch an, in der Zeit, als die Siedlungen Stück für Stück entstanden seien, habe der damalige Planer die Problematik der Überflutungen durch unzureichende Kanäle nicht erkannt.

Um die Gefahren zu bannen, „müssen noch viele Millionen Euro investiert werden“. Für die weiteren Schritte soll jetzt ein Planer ausgewählt werden. Dazu ist ein eigenes Verfahren nötig.

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