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Weihnachten

17.12.2018

Ein besonderes Krippenspiel

Das Krippenspiel in Auchsesheim mit der Heiligen Familie im Stall begeistert alljährlich die Besucher.
Bild: Sabine Müller

Hunderte von Zuschauern kommen jedes Mal, wenn am Heiligen Abend um 17 Uhr in Auchsesheim die Geburt Christi gespielt wird

Seit 39 Jahren verbringen Techniker, Schauspieler und viele weitere Akteure der Freilichtbühne am Mangoldfelsen in Donauwörth den Heiligen Abend gemeinsam im Freien. Nicht, weil es da besonders angenehm wäre, oder weil man gerade am Heiligen Abend nichts Besseres zu tun hätte. So manches Mal pfiff schon eiskalter Wind, lag tiefer Schnee bei Schneetreiben oder fiel kräftiger Regen. Nein: Der Grund ist ein anderer. Zu Weihnachten laden die Akteure um 17 Uhr zu einer ganz besonderen Veranstaltung ein.

Der Ort ist ein weitläufiger umzäunter Garten mit Obstbäumen am Dorfplatz von Auchsesheim, direkt bei der Kirche gelegen. Die Veranstaltung ist ein schlichtes Krippenspiel. Geschrieben hat es Wolfgang Schiffelholz, Vorsitzender des Vereins und Spielleiter auf der Freilichtbühne vor langer Zeit selbst.

Natürlich ist es bei einem richtigen Krippenspiel mit menschlichen Akteuren nicht getan. Zwei Esel werden schon am Nachmittag von einem Bauernhof gebracht, ebenso eine kleine Schafherde, für die auch extra ein Pferch aufgebaut wird. Der „schlichte“ Stall muss aufgebaut werden, Strohballen für die Krippe angeliefert und die Lichttechnik muss installiert werden, sogar ein großer Verfolgerscheinwerfer wird aufgebaut, alles mobil auf einem großen überdachten Anhänger. Sogar der große Chor, der das Spiel mit klassischen Weihnachtsliedern begleitet, erhält sein Licht. Die Krönung aber ist ein großer Weihnachtsstern, der über der Krippe aufgeht und leuchtet, damit die Hirten und die Heiligen Drei Könige ihren Weg zur Krippe finden. Von allen Kindern heiß erwartet aber wird der Verkündigungsengel, der mit glasklarer Stimme in weißem Engelsgewand und mit großen, weißen Flügeln immer wieder höchst eindrucksvoll auftritt und den Hirten mit seinem „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ den Weg zur Krippe weist.

Ein besonderes Krippenspiel

Um die 600 Zuschauer kommen jedes Jahr und lassen sich so auf den Heiligen Abend einstimmen. Und nach dem Krippenspiel? Wird erst mal alles wieder aufgeräumt, die Tiere werden zurückgebracht, die Kostüme weggeräumt und dann geht’s ab nach Hause. Die undankbarste Rolle im Stück hat übrigens der König Melchior, denn der ist gänzlich schwarz im Gesicht und muss sich zu Hause erst abschminken. Dann hat auch er seinen Weihnachtsabend.

Alle Mitwirkenden sind trotz aller Mühen glücklich, denn für sie ist das Krippenspiel ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk für die treuen Zuschauer und die danken es mit großem Applaus am Ende. (dz)

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