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Donauwörth

29.10.2019

Er will Kirche und Jugend zusammen bringen

Johannes Hildebrandt ist angekommen in der Donauwörther Heilig-Kreuz-Straße. Von hier soll er die evangelische Jugendarbeit koordinieren.
Bild: Hilgendorf

Johannes Hildebrandt ist neuer Diakon in Donauwörth. Er soll die Jugendarbeit im evangelischen Dekanat mit aufbauen und gestalten.

Es stehen noch Kisten im neuen Büro, einige Ordner müssen noch ihren Platz finden hier in dem Altbau in der Heilig-Kreuz-Straße, wo viel zusammenkommt, was die evangelische Landeskirche leistet in und rund um Donauwörth: Über den Gang ist das Pfarramt und ebenfalls im Gebäude auch der ambulante Pflegedienst der Diakonie. Und eben das Büro, von dem aus Johannes Hildebrandt die Jugendarbeit wieder aufbauen und koordinieren soll.

Er stammt aus Niederbayern

Lang ist er noch nicht da, der junge Mann aus Niederbayern. Es ist Hildebrandts erste Stelle als Diakon, doch der Aufgabenbereich ist klar umrissen: „Den Jugendlichen in der Gemeinde etwas bieten“, beschreibt der neue Diakon seinen Tätigkeitsbereich. Neben der klassischen Konfirmandenarbeit bedeute dies, auch weitere Ehrenamtliche zu finden um mit der Jugend zu arbeiten und diese auch zu beraten. Er werde in der kommenden Zeit in jede Gemeinde gehen, um zu prüfen, was dort in der Jugendarbeit möglich wäre.

Das Problem der Jugendarbeit in der evangelischen Landeskirche ist vielerorts das Gleiche, wie Hildebrandt erklärt: Nach der Konfirmation sind die Jugendlichen oftmals wieder weg. Dennoch ist der Diakon überzeugt: „Es gibt ein Bedürfnis nach dem Glauben.“

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Grundbedürfnis immer noch gleich

Hier müsse angesetzt werden. Dieses Grundbedürfnis habe sich seit „früher“ nicht geändert, nur werde es vielleicht anders geäußert. Und oft würden Ersatzwege gegangen, Hildebrandt nennt dies eine „Ersatzspiritualisierung.“

Will heißen: Wo das Evangelium nicht vermittelt werde, besteht trotzdem das Bedürfnis nach dem Geistlichen, nach Gott – nur werde es so oftmals nicht erkannt. Die jungen Menschen wählten dann eben „andere Wege“ , speziell in einer schnellen, digitalen Welt, die sich oftmals virtuell im Internet abspiele. Man müsse auf diese Gegebenheiten zunächst einmal eingehen, meint Hildebrandt.

Umweltschutz ein wichtiges Thema

Ein Bedürfnis, das viele Jugendliche dieser Tage stark beschäftige, sei zudem das nach Umweltschutz. Dieses Thema bilde sich allerdings eigentlich um etwas Größeres: „Der Glaube an Gott ist und bleibt das Zentrale, nicht allein die Ökologie.“ Jenen zentralen Fragen des Lebens müsse mehr Raum geboten werden, ist Hildebrandt überzeugt.

Die Jugendarbeit bilde sozusagen oftmals ein „Kontrastprogramm“ zur sonstigen Arbeit in den mitunter älter werdenden Gemeinden: Sie sei stets aufgefordert, ganz nah dran zu sein gerade an den jungen Menschen. Die Kirche müsse „ihren verstaubten Charakter verlieren“ meint Hildebrandt, damit sie wieder attraktiver für die junge Generation werde.

Der kann sich Hildebrandt, der vor dem Studium zum Diakon in Rummelsberg eine Ausbildung zum Musiker absolvierte, mit seinen 27 Jahren durchaus noch zurechnen. Und aktiv ist der Niederbayer, der mittlerweile mit seiner Freundin in Donauwörth wohnt, auch neben dem Hauptberuf – Klettern gehört ebenso zu seinen Leidenschaften wie Kampfsport. Er selbst findet im christlichen Glauben einen starken Rückhalt und die entscheidende Sicherheit im Laben: „Der christliche Glaube bedeutet das Ja Gottes zu den Menschen.“ Und den Jugendlichen wolle er gerade in unserer Zeit vermitteln: „Ich muss nicht 2000 Freunde auf Facebook haben, denn ich habe das Ja von dem Einen, von Gott.“

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