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Donauwörth-Auchsesheim

09.11.2017

Hochwasser: Die alten Deiche reichen nicht aus

Der alte Zusamdeich reicht als Schutz für Auchsesheim bei einem hundertjährlichen Hochwasser nicht mehr aus.
Bild: Manuel Wenzel

Eine Jahrhundertflut würde in Auchsesheim und Zusum großen Schaden anrichten. Wie der nötige Schutz, den die bestehenden Anlagen vermissen lassen, gewährleistet werden soll.

Kommt es zu einer Jahrhundertflut, trifft es Auchsesheim und Zusum hart. Die beiden Donauwörther Stadtteile wären dann gleichzeitig vom Hochwasser der Donau, Zusam und Schmutter betroffen. Zusum dürfte wohl vollständig überschwemmt werden, in Auchsesheim dürfte die Flut den nordwestlichen Siedlungsbereich am heftigsten erwischen. Dieser liegt nämlich tiefer als etwa das südliche Dorf um die Kirche St. Georg, das voraussichtlich verschont bliebe. Dennoch könnte in Auchsesheim bei einem hundertjährlichen Hochwasser, einem sogenannten HQ 100, ein Schaden von fünf Millionen Euro entstehen. In Zusum wäre es eine Million Euro, wie Bernhard von Roda, stellvertretender Leiter des Wasserwirtschaftsamtes (WWA) Donauwörth, auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt.

Um auch die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten über ein solches Szenario sowie den aktuellen Stand der Gegenmaßnahmen zu informieren, fand eine Informationsveranstaltung im Gasthaus Hoser in Auchsesheim statt. Hierzu hatte die Stadt Donauwörth eingeladen, rund 90 Bürger waren gekommen. Derzeit werden konkretere Überlegungen angestellt, wie der Grundschutz für die Innenstadt, Nordheim (die dortigen Bürgerveranstaltungen waren bereits über die Bühne gegangen) Auchsesheim und Zusum verbessert werden kann. Hierzu hat die Stadt mit der Behörde eine Planungsvereinbarung geschlossen.

Anlagen in der Kernstadt werden optimiert

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Während in der Kernstadt in der Vergangenheit bereits Anlagen gegen ein HQ 100 geschaffen wurden, die nun angepasst werden sollen, geht es in den Stadtteilen um den erstmaligen Schutz vor einer solchen Flutkatastrophe. Für Auchsesheim und Zusum ist der Bau eines ortsnahen Hochwasserschutzes vorgesehen. Von Roda: „Vorzugsweise kann dieser als Deich oder örtlich auch als Mauer realisiert werden.“

Bei der Bürgerinfo wurde laut von Roda auch ausführlich und kontrovers eine Sanierung des bestehende Sommerdeichs an der Zusam diskutiert. Dabei sei aus den Reihen der Zuhörer unter anderem gefordert worden, diesen Deich vorab zu sanieren und dabei zu erhöhen. Dieser Idee musste die Behörde aber eine Absage erteilen – „aus wasserrechtlichen Gründen.“ Die bestehenden Deiche dort reichen für ein HQ 100 nicht aus, erklärt von Roda. Deswegen müsse eine andere Lösung her. Diese werde womöglich relativ nah an den ersten Häusern der Dörfer geschaffen, räumt er ein. „Grundsätzlich sind Hochwasserschutzanlagen für Siedlungen ortsnah zu planen und zu bauen“, stellt von Roda klar. Nur so könnten natürliche Rückhalteflächen erhalten bleiben. Gleichzeitig betont er aber: „Natürlich soll niemand einen Deich vor seiner Terrasse haben.“

Dialog mit der Bevölkerung ist gewünscht

Der stellvertretende WWA-Leiter legt Wert auf die Feststellung, dass es sich aktuell um eine Grobplanung handle, die aus einem Vorentwurf für die Verbesserung des Hochwasserschutzes in Donauwörth aus dem Jahr 2012 resultiert. „Die eigentliche Planung kommt jetzt erst“, sagt von Roda. Dabei sollen auch die Bürger miteinbezogen werden. „Die Bevölkerung darf und soll sich Gedanken machen, wir wünschen uns einen intensiven Dialog. Eine solche Zusammenarbeit ist wichtig.“ Derzeit werden die Ausschreibungsunterlagen für die Entwurfsplanung vorbereitet, aufgrund des Umfangs der Maßnahme ist eine europaweite Ausschreibung erforderlich. Die eigentlichen Baumaßnahmen könnten in drei bis fünf Jahren beginnen, hofft von Roda – je nachdem, wie schnell das Genehmigungsverfahren läuft. Sollte gegen das Vorhaben geklagt werden, verzögert sich der Start möglicherweise deutlich. Die reinen Bauarbeiten könnten innerhalb von fünf bis zehn Jahren abgewickelt werden.

„Es handelt sich hierbei um abgeschlossene Maßnahmen – nur für Donauwörth“, erklärt Stadtbaumeister Kay Wannick gegenüber unserer Zeitung. Der vorgestellte Zeitplan sei aus Sicht der Stadt in Ordnung. Die Kommune müsste nach der Schätzung aus dem Jahr 2012 rund zehn Millionen Euro für diese Schutzprojekte aufwenden, das sind 50 Prozent des finanziellen Gesamtvolumens. Die andere Hälfte übernimmt der Freistaat Bayern, wie Bernhard von Roda bestätigt.

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