Newsticker

Personenschützer mit Corona infiziert: Heiko Maas in Quarantäne
  1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Intensive Diskussion um das Rettungszentrum in Rain

Rain

29.07.2020

Intensive Diskussion um das Rettungszentrum in Rain

In Rain soll eine neue Rettungswache entstehen.
Bild: Florian Ankner

Plus In einer Mammutsitzung beschloss der Rainer Stadtrat, den ursprünglich geplanten Neubau einer Rettungswache zu kippen und stattdessen den Neubau eines Rettungszentrums zu favorisieren, in dem Feuerwehr und Rettungswache nah beieinander sind.

- BRK-Kreisgeschäftsführer Arthur Lettenbauer bezeichnet den Standort Schlehenstraße strategisch als günstiger als den Standort Nelkenweg. Noch besser wegen der Verkehrsanbindung sei allerdings ein Standort an der Moosweide ( B16). Im Notfall zählen wenige Minuten, um Leben zu retten. Ein gemeinsames Gebäude bewertete Lettenbauer skeptisch. Es sei meist „kein Glücksgriff“, da man gleichzeitig bauen müsse, was in Rain ja nicht möglich ist. Es müsse allerdings ja auch nicht zwingend ein gemeinsamer Komplex sein. Zwei getrennte Häuser seien auch denkbar. Die Vorteile seien sicher die Infrastruktur wie eine gemeinsame Waschhalle. Der Nutzen der Zusammenarbeit sei da, den könne man aber nicht messen.

Synergien nutzen

- Zweite Bürgermeisterin Claudia Marb hat sich bei einer Stadt im Ostalbkreis informiert, die derzeit ein Rettungszentrum baut. Sie hat dort von Synergien erfahren, da beispielsweise nur eine Erschließung nötig ist, nur eine Alarmeinfahrt, ein gemeinsamer Gemeinschaftsraum und manches mehr. Zudem ist jede Rettungswache 24 Stunden besetzt, was auch für die Bewachung des Feuerwehrhauses von Vorteil wäre.

- Rains Kämmerer Alfred Marb machte darauf aufmerksam, dass im Falle einer gegenüberliegenden Lage von Rettungswache und Feuerwehrhaus auf zwei getrennten Bauplätzen der Zuschnitt des Grundstücks der Rettungswache nicht ideal sei. Dort befinde sich ein Streifen, der nicht mit Hochbau bebaut werden darf.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

- Stadtrat Martin Strobl machten der Gedanke der Flächenversiegelung und der Kostenpunkt beim Erwerb von zwei Grundstücke zu schaffen. Allein der Kauf bedeute 100000 Euro Mehrkosten. Dazu könne man die Fläche nicht voll ausnutzen, habe aber Unterhalt zu leisten. „Verlorene Fläche, die man nicht bewirtschaften kann.“ Für ihn war die Abstimmung im Stadtrat eine „Entscheidung zwischen Not und Elend“.

Die Feuerwehr nicht einschränken

- Bürgermeister Karl Rehm will in jedem Fall eine Planung, die die spätere Entwicklung der Feuerwehr nicht einschränkt.

- Rains FFW-Kommandant und Kreisbrandmeister Peter Mikschl befürwortet das Rettungszentrum. „Seit über 20 Jahren arbeiten wir sehr eng mit dem BRK zusammen und üben auch miteinander“, sagte er. „Derzeit ist das immer ein Hin und Her. Unser Herzenswunsch wäre deshalb ein gemeinsames Rettungszentrum in Rain.“

- Stadtrat und Feuerwehrmann Simon Briglmeir sprach von einer „einmaligen Chance für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung“. Er regte eine Machbarkeitsstudie an, die Überplanung des Grundstücks und einen Feuerwehrbedarfsplan. Seiner Meinung nach kann die Planung für die Rettungswache eins zu eins auf das neue Grundstück übernommen werden.

- Stadtrat Johannes Schachaneder hatte früher selbst den Gedanken an ein Rettungszentrum angeregt, ohne damals die notwendigen Unterstützer zu finden. Jetzt sprach er sich gegen eine solche Lösung aus. Nicht etwa weil sich seine Meinung grundsätzlich geändert habe, sondern weil er unter Berücksichtigung aller Unwägbarkeiten nicht sagen könne, wie tragfähig diese Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt ist.

Verwaltung ist schon überarbeitet

- Ursprünglich hatte Stadtrat Joachim Düsing den Antrag auf ein Rettungszentrum unterschrieben. Im Laufe der Diskussion änderte er allerdings seine Meinung. Auch für ihn gibt es noch zu viele Fragezeichen. „Ich sehen die Synergieeffekte nicht mehr“, sagte er, „Wir haben für dieses Zentrum aktuell nicht die notwendigen Flächen und wir können einen einmal gefassten Beschluss nicht kippen, da unsere Verwaltung ohnehin schon überarbeitet ist. Wir wollten ihr keine neue Bauplanung aufdrücken. Zudem haben Anwohner im Nelkenweg in Erwartung der dortigen Rettungswache Umstände auf sich nehmen müssen. Ich sehe Ärger und Nachteile auf uns zukommen.“

- Stadtrat Wolfgang Janson ist von einer Zusammenlegung überzeugt. „Sie kann sich nur positiv auswirken.“

- Dritter Bürgermeister Daniel König glaubt, dass die Vorteile eines Rettungszentrums die Nachteile überwiegen. Die Verlegung vom Nelkenweg in die Schlehenstraße sei richtungsweisend.

Zunkunftsträchtig denken

- Stadtrat Anton Reiter zeigte sich überzeugt, dass man bei der Entscheidung für eine Rettungswache in der Schlehenstraße keinen Cent mehr zahlen muss als für eine im Nelkenweg. Man solle jetzt nicht „klein-klein denken“, riet er, sondern zukunftsträchtig.

- Stadtrat Florian Riehl stimmte gegen die Verlegung in die Schlehenstraße. Ihm war der Zeitdruck dieser Entscheidung zu groß. „Es wäre schön gewesen, wir hätten die Fachleute schon früher dazu gehört.“ Er sah die Synergien nicht, „da es ja nochgar keine Planung für ein Feuerwehrhaus gibt.“

- Als „großen Fan des Rettungszentrums“ gab sich Stadtrat Stefan Degmayr zu erkennen. Dennoch zog er seine Unterschrift vom Antrag zurück – aufgrund neuer Fakten. Das Grundstück sei nicht ideal und er habe Befürchtungen, man verbaue der Feuerwehr etwas.

- Stadtrat Egbert Wenninger sah Widersprüche im momentanen Kenntnisstand und zu viele offene Fragen. „Synergien hätten wir dann, wenn wir zusammen planen und bauen würden“, so seine Meinung. „Doch das können wir heute nicht. Ich kann diese Entscheidung heute nicht mittragen, da gehören erst eine saubere Planung und eine saubere Kostenschätzung her.“ (wüb)

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren