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Konzert

22.01.2015

Kammermusik in Mertingen

Kammermusik auf Weltklasseniveau gab es beim Konzert von Byol Kang (Violine) und Boris Kusnezow (Klavier) in Mertingen.
Bild: Hampp-Weigand

Das Duo Byol Kang und Boris Kusnezow spielt auf Weltklassenivau.

Mertingen „Ich gratuliere Ihnen zu diesem Konzert auf Weltklasseniveau. Besseres können Sie weder in Toronto noch Tokio noch London hören“. Klaus Winkler, der Konzertbesucher, der dieses Lob dem Kulturkreis Mertingen schenkte, ist ein Kenner – hat er doch selbst als herausragendes Mitglied des Sinfonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, eines hochgerühmten Klangkörpers, die berühmtesten Konzertpodien der Welt bespielt.

Sein Lob galt dem Duo Byol Kang, Violine, und Boris Kusnezow am Klavier – die sich an diesem Abend selbst übertrafen. Sie hatten schon Zyklus 1 (mit den Sonaten Nr. 1 in D-Dur op. 12 Nr. 1, Nr. 3 in Es-Dur, op. 12/3 und Nr. 10 in G-Dur, op. 96) und Zyklus 2 (mit den Sonaten Nr. 8 in G-Dur, Nr. 7 in c-moll, Nr. 2 in A-Dur, op. 12/2 und Nr. 5 in F-Dur „Frühling“) der insgesamt zehn Beethoven-Sonaten für Klavier und Violine meisterlich absolviert, doch im Saal der Alten Brauerei in Mertingen, der sich als wunderbar geeignet für Kammerkonzerte entpuppte, spielten sie auf Weltklasseniveau. Die 120 Konzertbesucher waren sich dieser Meisterschaft bewusst und spendeten stehend begeisterten Applaus.

Nach der einleitenden Sonate Nr. 4 in a-Moll, op.23 – präzise, dunkel, trostlos gespielt, wie sie vom ertaubenden Beethoven empfunden wurde, folgte die Sonate für Klavier und Violine Nr. 6. in A-Dur, op. 30/1, und als Höhepunkt der Reihe die Sonate für Klavier und Violine Nr. 9 in A-Dur „Kreutzer“, op. 47, für den berühmten Geigenvirtuosen Kreutzer komponiert, der sie, da er sie ob ihrer Schwierigkeit für unspielbar hielt, folgerichtig auch niemals aufgeführt hat.

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Die Sonate mit ihrer unendlich scheinenden Klangfülle – die Violine beginnt mit einem mehrstimmigen Solo –, Virtuosität, überraschenden Modulationen, weiten melodischen Bögen begeistert durch die abwechslungsreichen Sätze – vom furiosen ersten Satz über den meditierenden zweiten bis zum jubelnden Finale.

Dieser Zauber, der Beethovens Musik innewohnt, und der im Spiel der herausragenden Musiker die Zuhörer überwältigte, die hinreißende Eleganz und Leichtigkeit, mit der sie die hochkomplexen Kompositionen bewältigten, ein Beethoven, der so luftig leicht, so schmeichelnd und verführerisch klang, und gleichzeitig ein kantabler, kontemplativer Dialog zwischen den beiden Instrumenten war, in höchster Präzision und gleichzeitig erfrischender Schönheit dargeboten.

Byol Kang, die auf einer Guadagnini-Violine von 1756 spielt, und Boris Kusnezow überzeugten in ihrer grazilen Eleganz, im inneren Leuchten ihres Vortrags. Ihr Spiel faszinierte in jeder Nuance: Jede Note hatte ihren eigenen Ausdruck, so wie es Beethoven bei seiner Musik verlangt. Fürwahr eine Sternstunde der Kammermusik, wie sie auf einem Dorf nicht eben zu erwarten, daher aber umso beglückender ist.

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