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Donauwörth

18.11.2017

Kaserne: Übrig bleiben Schutthaufen

Hier stand einst eine Truppenunterkunft. Geblieben sind Schutthaufen – die müssen aber mühsam eingeteilt werden: Über 100 verschiedene Materialien müssen recycelt werden. Das Gebäude im Hintergrund ist bereits „entkernt“ worden.
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Hier stand einst eine Truppenunterkunft. Geblieben sind Schutthaufen – die müssen aber mühsam eingeteilt werden: Über 100 verschiedene Materialien müssen recycelt werden. Das Gebäude im Hintergrund ist bereits „entkernt“ worden.
Bild: Thomas Hilgendorf

Der Abbruch der Alfred-Delp-Kaserne ist in vollem Gange, doch er gestaltet sich als Mammutaufgabe: Über 100 verschiedene Materialien müssen entsorgt werden. Wie sich die Arbeiten gestalten.

Donauwörth Die vielen Büsche und Zäune stören die Neugierigen. Mitunter mag man zwar hören, was drinnen, in der Alfred-Delp-Kaserne vor sich geht, doch der Blick in das einst gut bewachte und noch immer verschlossene 30-Hektar-Areal ist versperrt. Der Abriss der alten Gebäude und Bunker auf dem mittlerweile städtischen Gelände indes schreitet recht zügig voran.

Robert Strasser ist als Sachgebietleiter für den Tiefbau in der Donauwörther Stadtverwaltung auch für die Kaserne mit zuständig. Keine Frage, er ist ein viel beschäftigter Mann dieser Tage auf dem Schellenberg. Tieflader räumen den Schutt ab, Abrissbagger zermalmen Betonplatten. Aber sie übernehmen nicht nur das Grobe – auch dünn wirkende Fensterrahmen an den Truppenunterkünften werden säuberlich abgeknipst. Faszinierend, wie filigran Baggerzangen zupacken können. Sie müssen das tun, wie Strasser erklärt: Über 100 Baustoffe müssen einzeln entsorgt werden. Das mache die Arbeit freilich mühsam – so wird beispielsweise in vielen Gebäuden die Wandfarbe innen händisch abgeklopft, weil sie teils Schadstoffe beinhaltet. Auch Asbest wird in große, reißfeste Säcke gefüllt und in den ehemaligen Fahrzeughallen zwischengelagert. Auffällig ist: Auf der Baustelle liegt nichts durcheinander. Ziegel liegen bei Ziegeln, zermalmter Beton bei Beton, Holz auf Holz.

Es ist also nicht der Abbruch mit der großen Birne, sondern oft mühevolle Kleinarbeit. Strasser zeigt auf eine kleine Tür in einem nun offen liegenden Keller. Das Gebäude darüber, eine vormalige Truppenunterkunft für Rekruten, sie gibt es nicht mehr. Die Tür führt tiefer, zu einem Luftschutzbunker. Auch der muss raus, laut Strasser liegt er bis zu sechs Meter unter der Erde.

Die Bauarbeiter leisteten hier „Knochenarbeit“. So wurden bereits etwa 2,8 Kilometer belastete Fugen aus den Panzerstraßen herausgefräst werden, was die Fahrt durch Kasernengelände mitunter etwas holprig gestaltet. Die Bäume an den Wegen sollen, wenn möglich, vorerst stehen bleiben. Es gibt hier eigens eine „ökologische Rückbaubegleitung“.

Die Arbeiter werkeln hier von Montag bis Freitag, sie seien, so Strasser, auch meist auf dem Areal in Containern untergebracht. Am Wochenende laufen dann private Wachmänner hier Streife. Der Schutt ist nicht wertvoll, Baumaschinen schon. Die Arbeiten lägen derweil im Zeit- und Kostenplan, sagt Strasser. Der 31. Dezember 2018 soll der Tag sein, an dem sich hier die sprichwörtliche grüne Wiese finden soll. Was hier entstehen könnte, davon können sich die Bürger am kommenden Wochenende ein Bild machen.

Die Ergebnisse eines städtebaulichen Realisierungswettbewerbes werden dann präsentiert. Die Entwürfe werden von Freitag an bis einschließlich Montag im Enderlesaal öffentlich gezeigt.

Die Ausstellung ist bald in der städtischen Kunstgalerie im Deutschordenshaus (Enderlesaal, Kapellstraße 3) zu sehen. – und zwar von Freitag, 24. November, bis Sonntag zwischen 14 und 18 Uhr sowie am Montag, 27. November, von 9 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr.

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