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Buchdorf

30.07.2019

Macht Bürgermeister Georg Vellinger weiter?

Georg Vellinger ist seit 1990 Bürgermeister der Gemeinde Buchdorf. Momentan spielt er mit dem Gedanken, 2020 nochmals antreten zu wollen. Dies wäre aber nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
Bild: Manuel Wenzel

Plus Der Buchdorfer Bürgermeister muss 2020 aus Altersgründen eigentlich aufhören, spielt aber mit dem Gedanken, wieder anzutreten. Wie das möglich wäre.

In neun Monaten, am 1. Mai 2020, beginnt in den meisten bayerischen Kommunen die neue Amtsperiode für Bürgermeister, Stadt- und Gemeinderäte. Im Verbreitungsgebiet der Donauwörther Zeitung werden dann bekanntlich zahlreiche neue Rathauschefs ihre Arbeit aufnehmen, da viele Amtsinhaber nicht mehr kandidieren. Fast alle Bürgermeister haben sich inzwischen erklärt, ob sie weitermachen wollen oder nicht – bis auf einen: Georg Vellinger in Buchdorf.

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Er ist in der Region der dienstälteste Bürgermeister. Eigentlich ist in der gut 1800 Einwohner zählenden Juragemeinde auch klar, dass Vellingers Dienstzeit 2020 endet – aus Altersgründen. Ein hauptamtlicher Bürgermeister darf laut Wahlrecht zu Beginn der neuen Periode nicht älter als 66 Jahre sein. 16 Tage vor dem 1. Mai wird Vellinger allerdings 67 – und ist damit aus dem Rennen. Jedoch: Das Buchdorfer Gemeindeoberhaupt würde wohl gerne weitermachen. Das ließ Vellinger in den vergangenen Monaten immer wieder durchblicken. Die einzige Möglichkeit, wieder als Kandidat antreten und der Kommune weiter voranstehen zu dürfen: Buchdorf müsste zurück zu einem ehrenamtlichen Bürgermeister. Bei diesem sieht das Gesetz keine Altersbeschränkung vor. Gegenüber unserer Zeitung bestätigt Vellinger: „Ehrenamtlich – der Gedanke ist da.“

Millionen-Investitionen stehen an

Offenbar würde Georg Vellinger weiterhin gerne die Zügel in der Hand halten. Die Gemeinde ist in seiner seit dem Jahr 1990 laufenden Amtszeit stark gewachsen, stand in dieser finanziell meist glänzend da. Zuletzt hat die Kommune auf Betreiben von Vellinger die Weichen für große Vorhaben gestellt. Millionen-Investitionen stehen an. Im Ortskern soll ein Gemeindezentrum mit mehreren Gebäuden entstehen. Der Bau eines Rathauses hat bereits begonnen. Zudem soll ein neues Baugebiet mit 50 Parzellen ausgewiesen werden.

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Die Gedankenspiele von Vellinger vom haupt- zu zum ehrenamtlichen Bürgermeister sind in der Region ziemlich einmalig. Aktuell geht der Trend eher in die umgekehrte Richtung. Landrat Stefan Rößle empfiehlt den kleineren Kommunen, die bislang einen ehrenamtlichen Vorsteher haben, angesichts der zunehmenden und immer komplexeren Arbeit, doch auf einen Vollzeit-Bürgermeister umzusteigen. Gerade erst haben die Gemeinderäte in Münster und Holzheim beschlossen, dies zu tun.

Ehrenamt: Beschluss wäre bis 90 Tage vor der Wahl nötig

Grundsätzlich entscheidet der jeweilige Gemeinderat darüber, in welcher Form der Rathauschef tätig sein soll. Die Satzung der Kommune ist spätestens 90 Tage vor der Wahl entsprechend zu ändern. Soll heißen: In Buchdorf müsste bis Mitte Dezember ein Beschluss für die Ehrenamtlichkeit gefasst werden.

Die PWG/Freie Wähler Buchdorf, die sich mit Vellinger (CSU) im Dauerstreit befindet, empfände ein solches Ansinnen als befremdlich. „Das Bürgermeisteramt in Buchdorf scheint flexibel geworden zu sein – je nachdem wie der jeweilige Amtsinhaber es gerne hätte“, heißt es in einer Stellungnahme des Ortsverband-Vorstands und der Gemeinderatsfraktion.

Die Parteifreien erinnern daran, dass Vellinger 1990 ehrenamtlich startete, jedoch nach der ersten Amtsperiode zum hauptamtlichen Bürgermeister wurde. Begründet habe er dies schon damals mit der Vielzahl von Aufgaben. Die erforderten den ganzen Einsatz des Bürgermeisters in Vollzeit. Bei einem Bürgerentscheid 2007 habe sich Vellinger vehement dafür eingesetzt, weiter hauptamtlich agieren zu können.

PWG: Geht es nur um reinen Machterhalt?

Dass es jetzt möglicherweise wieder in die andere Richtung gehen soll, kommentiert die Gruppierung so: „Wenn das Amt des Bürgermeisters in Buchdorf nach 24 Jahren Hauptamtlichkeit nun plötzlich im Ehrenamt ausgeführt werden kann, fragen wir uns, ob die Hauptamtlichkeit in all den Jahren ausschließlich finanzielle Gründe hatte oder ob es ihm jetzt bei einer Kehrtwende nur um reinen Machterhalt geht.“

Georg Vellinger kündigt derweil an, sich in ein paar Wochen konkret zu äußern. Er gehe er erst einmal in den Urlaub. In diesem werde er dann eine Entscheidung treffen.

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