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Niederschönenfeld

30.03.2019

Neuer Chef der JVA Niederschönefeld wird begrüßt

In der JVA Niederschönenfeld wurde Mariona Hauck verabschiedet und Roland Retzbach als neuer Leiter begrüßt.
Bild: Barbara Würmseher

Die Leitung der Anstalt in Niederschönenfeld wechselt von Mariona Hauck zu Roland Retzbach. Doch die Herausforderungen bleiben.

So mancher der Festgäste im Saal der Justizvollzugsanstalt Niederschönenfeld hatte am gestrigen Vormittag ein Déjà-vu. Haben wir das nicht erst erlebt? Hat ein solcher Abschied, hat eine solche Begrüßung nicht unlängst schon einmal stattgefunden?

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In der Tat ist auf der Führungs-ebene der JVA eine gewisse Fluktuation festzustellen: Im Dezember 2017 erst war Mariona Hauck als neue JVA-Leiterin auf Peter Landauer gefolgt, der als Chef des Kaisheimer Gefängnisses gewechselt war. Schon im September 2018 stand dann fest, dass auch sie gehen würde. Ihr Nachfolger heißt Roland Retzbach.

Bereits ein halbes Jahr im Amt

Damals war Mariona Hauck als Leiterin des Sicherheitsreferats ins bayerische Justizministerium berufen worden. De facto sind also sowohl Retzbach als auch Hauck bereits ein knappes halbes Jahr in ihren neuen Funktionen tätig. Nun aber wurde der formale Festakt nachgeholt.

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Der Amtschef des bayerischen Justizministeriums, Ministerialdirektor Professor Frank Arloth, würdigte in seiner Laudatio die scheidenden Mariona Hauck für ihre große Fachkompetenz. Er dankte ihr für „außerordentliches Engagement“ und vor allem dafür, dass sie in den zehn Monaten den großen 20-Millionen Euro-Umbau der JVA energisch vorangetrieben habe. Arloth wünschte der gebürtigen Nördlingerin für ihre neue Aufgabe „viel Erfolg“.

Der Umbau ist eine Herausforderung

An ihren Nachfolger Roland Retzbach gerichtet, betonte Arloth seine Überzeugung, der neue JVA-Leiter werde aufgrund seiner Erfahrungen und seiner Persönlichkeit die verantwortungsvolle Aufgabe hervorragend meistern. Vor allem der bis 2021 laufende Umbau sei eine große Herausforderung. Dabei geht es darum, die Sicherheitsvorkehrungen zu verbessern, Barrierefreiheit herzustellen und eine sozialtherapeutische Abteilung für gewaltbereite Straftäter einzurichten. Frank Arloth lobte mit der Leitung auch das gesamte JVA-Kollegium, dessen besonderer Teamgeist das Erfolgsrezept der bayerischen Strafvollzugsanstalt mit ausmache.

Mit Dank und Lobesworten schlossen sich weitere Grußredner an: Wolfgang Fackler (Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Anstaltsbeirats) betonte Mariona Haucks „kurzes, aber engagiertes Wirken“ und nannte Roland Retzback „einen Mann mit Entschlossenheit und Zielstrebigkeit“. „Wir brauchen einen effektiven Strafvollzug, denn es geht um erfolgreiche Rechtssicherheit und um Resozialisierung“, sagte Fackler.

„Gute Spur“ hinterlassen

Landratstellvertreter Reinhold Bittner erklärte, Mariona Hauck habe „eine gute Spur in Niederschönenfeld hinterlassen“. Auf Roland Retzbach komme nun ein „gewaltiger Brocken“ zu – Personalführung, Insassenbetreuung und der gewaltige Bau.

Bürgermeister Peter Mahl lobte die JVA als den wichtigsten Arbeitgeber der Gemeinde und drückte seine Anerkennung für deren schwierige Aufgabe aus: „Nicht selten ist der Strafvollzug der vorläufige Endpunkt einer kriminellen Karriere. Die Mitarbeiter der JVA aber wollen, dass er keine Endstation, sondern ein Wendepunkt im Leben ist.“

Zu wenig Personal

Personalratsvorsitzender Martin Jung legte den Finger in eine Wunde: Der Apparat des Justizvollzugs stottere derzeit ein wenig, sagte er mit Blick auf fehlendes Personal: „Es wird immer schwieriger, qualifizierte Kräfte für den Strafvollzug zu finden.“ Jung nahm die Politik in die Pflicht und bat, hier Abhilfe zu schaffen. An Mariona Hack gewandt, erwähnte er augenzwinkernd deren strenge, aber charmante Art. „Ihr war das letzte Wort wichtig – Widerstand zwecklos. Doch als sie ihren Abschied ankündigte, lief dem einen oder anderen eine Träne über die Wange.“ Dem neuen Chef Roland Retzbach versprach er: „Wir werden den Alltag gemeinsam meistern.“

„Man soll gehen, wenn es am schönsten ist“, zitierte Mariona Hauck eine alte Weisheit und versicherte, ihre Zeit in Niederschönenfeld sei besonders schön gewesen. „Ich hätte die Geschicke gerne noch mitgestaltet.“ Ihr Dank galt allen Kollegen.

Und Roland Retzbach skizzierte kurz seinen Werdegang, erwähnt Wegbegleiter und schlug dann den Bogen zur Gegenwart. Von Anfang an habe er sich wohlgefühlt an seiner neuen Wirkungsstätte. Er lud seine Mitarbeiter in Niederschönenfeld dazu ein, „die große Chance wahrzunehmen, die Dinge gemeinsam zu verändern und mitzugestalten“.

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