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Wemding

23.11.2019

Sanierung von St. Emmeram: Ein Kraftakt für die Katholiken

Blick unter die Decke der Stadtpfarrkirche St. Emmeram in Wemding: Damit Restauratoren und Kirchenmaler in luftiger Höhe arbeiten können, wurde mit großem Aufwand ein Boden eingezogen.
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Blick unter die Decke der Stadtpfarrkirche St. Emmeram in Wemding: Damit Restauratoren und Kirchenmaler in luftiger Höhe arbeiten können, wurde mit großem Aufwand ein Boden eingezogen.

Die Diözese Eichstätt fördert den zweiten Abschnitt der Sanierung der Kirche St. Emmeram in Wemding nur noch spärlich. Was das für die Pfarrgemeinde bedeutet.

Der Innenraum der Stadtpfarrkirche St. Emmeram in Wemding ist jetzt komplett eingerüstet. Auf einer Arbeitsbühne, die in luftiger Höhe unterhalb der Decke geschaffen wurde, sind Kirchenmaler und Restauratoren aktiv. Es läuft der zweite Bauabschnitt der Sanierung und Reparatur des Gotteshauses, das in seinen Fundamenten als das älteste bestehende Gebäude im Landkreis Donau-Ries gilt.

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Bei einem Ortstermin erfuhren die Mitglieder der katholischen Kirchenverwaltung, dass die Arbeiten voll im Zeitplan liegen. Bekanntlich ist die Kirche wegen der Maßnahme wohl bis kurz vor Ostern 2020 gesperrt.

Gesamtkosten wohl bei rund 1,3 Millionen Euro

Im Vorfeld des jetzigen Abschnitts waren noch Untersuchungen nötig, um zu klären, wie die Risse in der Decke zu behandeln sind. Ebenso war zu prüfen, ob Leinölfarbe oder Kalk für den Innenraum zu verwenden ist. Die Beschaffenheit des Untergrunds ist nämlich unterschiedlich. Im Altarraum handelt es sich um ein gotisch gemauertes Gewölbe, das Kirchenschiff entstand in der heutigen Form erst in der Barockzeit. In diesem Bereich ist eine Stuckdecke auf Weidenmatten aufgezogen und an der Holzkonstruktion befestigt, wie die Mitglieder der Kirchenverwaltung erfuhren.

Sanierung von St. Emmeram: Ein Kraftakt für die Katholiken

In einem ersten Bauabschnitt waren die Schäden am Dachstuhl ausgebessert worden (wir berichteten). Zudem wurde die Entwässerung im hinteren Bereich an der Kirche zum Feuerwehrhaus hin verbessert.

Die Gesamtkosten für das Projekt St. Emmeram summieren sich voraussichtlich auf rund 1,3 Millionen Euro. Nach derzeitigem Stand kann laut Architekt Reiner Schlienz dieser Betrag eingehalten werden. Während die Diözese Eichstätt beim ersten Bauabschnitt noch 80 Prozent der Kosten übernahm, entfällt diese Zuschussquelle bei den weiteren Maßnahmen zum großen Teil. Grund: Der Diözese reicht aufgrund vordringlicher Projekte das Geld nicht mehr. Wenigstens bekommt die Pfarrgemeinde 80000 Euro aus Eichstätt, die für den ersten Bauabschnitt vorgesehen waren. Der genannte Betrag wurde wegen des günstigen Ausschreibungsergebnisses aber nicht gebraucht.

Pfarrgemeinde muss 400.000 Euro in Eigenleistung aufbringen

Die Kosten für die Sanierung des Innenraums werden auf etwa 600.000 Euro geschätzt. Die Stadt Wemding trägt zehn Prozent. Weitere Zuschüsse sollen vom Landkreis, vom Bezirk, von der Bayerischen Landesstiftung und vom Landesamt für Denkmalpflege fließen. Diese Institutionen haben laut Stadtpfarrer Wolfgang Gebert ihre Unterstützung zugesagt.

Letztlich müsse die Pfarrgemeinde circa 400.000 Euro in Eigenleistung aufbringen. Nach Angaben von Gebert wird ein Darlehen mit einer Laufzeit von zehn Jahren in Anspruch genommen. Der Pfarrer bittet auch im Namen der Kirchenverwaltung die rund 3400 Katholiken in Wemding, dieses Projekt als Aufgabe der gesamten Pfarrgemeinde zu betrachten: „Mit vereinten Kräften und Gottvertrauen werden wir diese Aufgabe meistern.“

Die Gottesdienstbesucher dürften sich auf eine schöne, renovierte Pfarrkirche freuen, die dann nicht nur in neuem Glanz erstrahlen, sondern auch über ein neues Beleuchtungskonzept und eine moderne Beschallungsanlage verfügen werde. Wegen der Sanierung von St. Emmeram sei die Pfarrgemeinde „auf jeden Euro angewiesen“, erklärt Gebert in Zusammenhang mit dem Kirchgeldbrief, der in diesen Tagen in der Stadt verteilt wird. (pm)

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