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20.10.2020

Schön, seicht und lustig

Im Bahnhof in Tapfheim gab es Musik der 20er-Jahre

Zum Schwelgen schön gelang der 20er-Jahre-Abend unter dem Motto „Charleston und andere Sünden“ mit dem Bariton Wolfgang Wirsching aus Bamberg und Stephanie Knauer am Klavier im Café Bruno. Weil es den Texten aus den „Roaring Twenties“ mitunter an Tiefe mangele, wie Wirsching augenzwinkernd anmerkte, haben sich die beiden angekündigten Künstler mit Thomas Konzmann und seinem Kontrabass noch ein tiefes Register dazugeholt.

Erstmals firmierten sie in dieser Konstellation und nannten sich „Trio Café Bruno“ – eigens für Rita Failer und ihre Gäste im Alten Bahnhof von Tapfheim. Der war komplett ausverkauft. Wirsching legte reichlich Schmelz in seine hoch wandlungsfähige Baritonstimme, die in „Ich steh im Regen“ direkt an Zarah Leander erinnerte und deutlich höher hinaufging für „Johnny, wenn du Geburtstag hast“ – ein Lied, das vor allem in der Schwulenszene zum Hit wurde, wie er erzählte.

Mitsingen war ausdrücklich erlaubt und das Publikum nicht nur kleidungsmäßig – zum Teil jedenfalls –, sondern hörbar auch in der Musik des Goldenen Jahrzehnts bewandert. Zum Tanzen ließ es sich allerdings nicht verlocken, was wohl dem dann verpflichtenden Maskentragen geschuldet war.

Den Künstlern mangelte es jedenfalls nicht an Schwung. Mit Verve griff Stephanie Knauer in die Tasten, Konzmann setzte tiefe Akzente und Wirsching überzeugte nicht nur stimmlich, sondern ließ auch den Humor nicht zu kurz kommen. So blieb beim Welthit „Oh Donna Clara“ der Comedian Harmonists das (vermeintliche) Grammophon hörbar hängen, die Pianistin wurde mit einem wiederholten „Leise“ angemahnt, der „Kleinen Konditorei“ die dem Text entsprechende Lautstärke einzuhalten, und „Hallo du schöne Frau“ aus dem Film „Die drei von der Tankstelle“ erhält mittels Hupe den letzten Schliff.

Mag es den Texten jener Zeit vielleicht an Tiefe mangeln – lustig sind sie allemal, ob Autofahren als größte Schwäche der Frauen gepriesen wird oder der Pharao in der „Bar zum Krokodil am schönen blauen Nil“ auf eine geheimnisvolle Maskenträgerin trifft. Ein wunderschöner Abend im urgemütlichen Ambiente des Alten Bahnhofs.

Im Café Bruno gibt es eine neue Besonderheit: einen Automaten für historische Postkarten. Dort kann man gegen eine Münze eine Karte ziehen und mit einer Briefmarke gleich verschicken.

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