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Gesundheit

01.03.2019

Schon drei Grippetote im Landkreis

Die Krankenhäuser und Arztpraxen in der Region sind voll: Die Grippewelle hat den Landkreis fest im Griff. Es gab in diesem Jahr sogar schon drei Todesfälle.
Bild: Hauke-Christian Dittrich, dpa

Die Zahl der Erkrankten liegt bereits jetzt höher als im ohnehin schon schlimmen Vorjahr, obwohl die Saison noch nicht zu Ende ist. Die meisten der Erkrankten sind nicht geimpft

Die Grippewelle hat den Landkreis Donau-Ries voll im Griff. In den vergangenen Tagen ist es sogar schon zu drei Todesfällen gekommen: Gestorben sind eine 65-jährige Frau sowie zwei Männer im Alter von 40 und 76 Jahren. Alle drei stammten aus dem Großraum Nördlingen, wie Dr. Rainer Mainka, Leiter des Gesundheitsamts am Landratsamt, auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt.

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Insgesamt hat es laut Mainka allein in diesem Jahr schon 199 bestätigte Fälle gegeben – das ist noch einmal eine Steigerung zum Vorjahr, in dem bereits eine verstärkte Grippewelle zu verzeichnen war. Damals waren insgesamt 195 Meldungen beim Gesundheitsamt registriert worden, fünf Menschen verloren an den Folgen der Grippe ihr Leben.

Wie gefährlich eine Infektion sein kann, hat sich heuer wieder auf dramatische Weise gezeigt. „Die Frau und der 40-jährige Mann würden ohne die Grippe wohl noch leben“, sagt Mainka. Bei den beiden habe es zwar eine Vorerkrankung – klassicherweise zählen hierzu etwa Asthma, chronische Bronchitis, Diabetes oder eine Herz-Kreislaufschwäche – gegeben, diese hätte ohne eine Influenza-Ansteckung aber höchstwahrscheinlich kein tödliches Ende genommen. Die beiden sowie der 76-Jährige waren innerhalb der vergangenen zehn Tage gestorben.

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So richtig Fahrt aufgenommen habe die Grippe etwa vor zwei Wochen, berichtet Mainka. Bis zum Jahresbeginn habe es kaum Fälle gegeben. Das Besondere in diesem Jahr: Es handelt sich fast ausschließlich um Fälle mit dem Influenza-Virus Typ A, nur zweimal wurde Typ B nachgewiesen. Im Vorjahr war es genau anders herum: Damals handelte es sich größtenteils um den Typ B. „Das Virus ändert seine Eigenschaften jedes Jahr“, so Mainka. Nachdem aber heuer ein Vierfach-Impfstoff zur Verfügung stehe, hätten damit beide Varianten abgedeckt werden können. Die Impfrate in der Region scheint jedoch nicht allzu hoch zu sein – zumindest, wenn es nach den aktuellen Fällen geht. Die meisten der knapp 200 Grippekranken seien nicht geimpft gewesen, berichtet der Leiter des Gesundheitsamts.

Wer dies jetzt noch nachholen möchte, der ist vielleicht zu spät dran. Bis der Stoff wirkt, vergehen dem Mediziner zufolge zehn bis 14 Tage. „Und Mitte März sind die Epidemien in der Regel vorbei.“ Dennoch rechnet er damit, das die Zahl der Kranken bis dahin weiter steigt. „Davon ist auszugehen.“ Generell stellt Mainka fest, dass die Verläufe bei der Virusgrippe heftiger werden. 2018 sei man bereits deutlich über den Werten der Jahre davor gelegen, jetzt gibt es noch einmal eine Steigerung. „Deshalb raten wir ganz klar zur rechtzeitigen Impfung. Diese kann extreme Folgen und Schäden verhindern.“

Arztpraxen im Landkreis sind voll, meldet das Landratsamt, im Krankenhaus in Nördlingen gebe es langsam Engpässe bei den Isolier-Möglichkeiten. Der Vorstandsvorsitzende des gemeinsamen Kommunalunternehmens Donau-Ries Kliniken und Seniorenheime (gKU), Jürgen Busse, bestätigt dies: Das Nördlinger Stiftungskrankenhaus sei schon seit Tagen „bis zum Anschlag“ ausgelastet, seit gestern gelte das auch für die Klinik in Donauwörth. Jeder Grippekranke werde in einem eigenen Zimmer isoliert untergebracht.

Im Krankenhaus werden die Symptome behandelt

Der ärztliche Direktor des Stiftungskrankenhauses, Dr. Dietmar Blechschmidt sagt, im Wesentlichen werden bei den Erkrankten die Symptome einer Grippe behandelt: Flüssigkeit werde ersetzt, das Fieber gesenkt, die Schmerzen gelindert. Es sei selten, dass Patienten infolge der Grippe sterben. Meist handle es sich um Menschen, die ein hohes Alter und/oder eine Vorerkrankung haben. Todesursache sei dann meist eine Lungenentzündung oder ein Multiorganversagen.

Im Krankenhaus können Patienten darauf getestet werden, ob sie eine schwere Erkältung oder eine Grippe haben. Laut Blechschmidt fühlen sich Grippepatienten von einer Stunde zur anderen plötzlich krank. Sie litten an den gleichen Symptomen wie bei einer Erkältung, beispielsweise Halsschmerzen. Doch der Verlauf einer Grippe sei schwerer, heftige Muskelschmerzen und Kreislaufbeschwerden könnten dazu kommen. „Auch Fieber ist in der Regel dabei“, so Blechschmidt.

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