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Stadtrat

20.10.2011

Schwerlastverkehr nur über Umgehung

Auf diesem Gelände möchte die Agro Donau-Ries GmbH in Rain eine neue Niederlassung bauen. Dazu müsste die einstige Güterhalle der Bahn abgerissen werden.
Bild: Foto: Arloth

Verantwortliche der Agro Donau-Ries GmbH sichern zu, dass Landwirte am geplanten Betrieb in Rain von der Bahnhofstraße ferngehalten werden

Rain Die Agro Donau-Ries GmbH will mit verschiedenen Maßnahmen dafür sorgen, dass der Kundenverkehr zu dem geplanten neuen Standort in der Mittelstetter Straße in Rain ausschließlich von der Ostumgehung her und nicht über Bahnhof- und Johannes-Bayer-Straße läuft. Das haben Philipp Karmann, Vorstand der Raiffeisenbank Rain und Agro-Geschäftsführer Frank Ruf dem Stadtrat zugesichert. Wie bereits berichtet, möchten die Kommunalpolitiker sicherstellen, dass der Schwerlastverkehr, der durch die Ansiedlung des Agrarhändlers entsteht, die Bewohner der Kernstadt so wenig wie möglich belastet.

Die meiste Ware kommt per Bahn

Auf Geheiß des Stadtrats ließ das Unternehmen ein Verkehrsgutachten erstellen. Die Manager präsentierten das Ergebnis jetzt den Räten. Die Agro Donau-Ries betreibe nur Handel, betonte Frank Ruf. Soll heißen: „Es laufen keine Maschinen, die Geschäftszeiten liegen wochentags zwischen 8 und 18 Uhr und es gibt keinen Sonn- und Feiertagsbetrieb.“ Die Verantwortlichen betonten erneut, dass der allergrößte Teil der Ware per Bahn direkt am Betrieb angeliefert werden soll.

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Die Zu- und Abfahrt für die Kundschaft soll dann ausschließlich über das Gewerbegebiet im Osten der Stadt erfolgen. Durch bauliche Maßnahmen soll es unmöglich gemacht werden, mit landwirtschaftlichen Zügen oder Lastwagen von Westen her auf das Grundstück zu gelangen beziehungsweise dieses in Richtung Bahnhofstraße/Johannes-Bayer-Straße zu verlassen. Folglich werde es kein zusätzliches Schwerkehraufkommen für die Bahnhofstraße oder die Münchner Straße geben, so das Fazit des Gutachtens.

Zu Spitzenzeiten erwartet die Agro Donau-Ries etwa 70 bis 100 Schwerlastfahrten pro Tag auf der Mittelstetter Straße. Die Landwirte würden über die Zufahrtsregelung informiert, versprach Philipp Karmann. Die Wartezeiten für die Kunden seien gering und die Düngemittel seien unbrennbar, erklärte Geschäftsführer Ruf auf entsprechende Fragen.

Die Bauherren listeten auch einige Vorteile für die Stadt auf: Durch den Neubau werde die einstige Güterlagerhalle der Bahn abgerissen und fachgerecht entsorgt. Das Material sei mit Asbest, Teer und aromatisierten Kohlenwasserstoffen belastet. Das Projekt werte zudem das jetzige Brachland entlang der Bahn sowie den Platz neben dem Bahnhof auf. Auch mit der Aussicht auf langfristige Gewerbesteuerzahlungen versuchte Geschäftsführer Ruf den Kommunalpolitikern die Ansiedlung schmackhaft zu machen.

Einige Ratsmitglieder pochten darauf, dass das Verkehrskonzept stichhaltig sein müsse. „Wir wollen den Mehrwert für die Bevölkerung gründlich erörtert haben“, stellte Zweiter Bürgermeister Leo Meier klar. „Man sollte nicht verschweigen, dass zusätzlicher Verkehr auf die Stadt zukommen wird“, merkte Bürgermeister Gerhard Martin an. Und weiter: „Es gilt, die Belastung für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten.“ Die Bürger in den umliegenden Wohngebieten beobachteten die Angelegenheit kritisch. Es dürfe auf keinen Fall einen „Durchgangsverkehr“ von der Mittelstetter Straße zur Bahnhofstraße geben, so Martin.

Mehrere Räte zeigten sich auch erfreut über das Vorhaben der Agro Donau-Ries. „Es ist äußerst positiv, dass sich die Firma dort ansiedeln will“, sagte Hans Hafner. „Es findet alles zur normalen Zeit statt im Gegensatz zur Zuckerfabrik“, beruhigte Paul Strobl.

Leo Meier und Alfred Hackenberg sahen sich zu einer weiteren Feststellung veranlasst. Sie betonten, dass die Ansiedlung in Rain keine „Inszenierung“ des Stadtrats sei, sondern allein die Entscheidung der Firma. Ein Bauantrag der Agro Donau-Ries liegt noch nicht vor. Zunächst soll eine Straße entwidmet werden, die momentan noch über das Gelände führt. In den kommenden Wochen können sich die Bürger dazu äußern.

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