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Natur

20.08.2020

So vielfältig ist unser Wald

Bei einer Exkursion erklärt Revierförster Thomas Lutz die Besonderheiten in der Region

Die Vielfalt des Waldes, sein Nutzen, seine Entwicklungen und aktuelle Herausforderungen hat Revierförster Thomas Lutz bei einer Exkursion erläutert, zu der der Kreisverband Donau-Ries des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) eingeladen hatte. Am Landratsamt-Parkplatz war die Gruppe unter Leitung des Kreisvorsitzenden Udo Niemeyer gestartet, in Rain stießen weitere Interessierte dazu. Mit dabei waren mehrere Kommunalpolitiker sowie Vertreter von Naturschutzverbänden und der Interessengemeinschaft Rainer Winkel.

Stellvertretende Landrätin Ursula Kneißl-Eder ( Buchdorf), ebenfalls mit dem Fahrrad dabei, bezeichnete die Idee als „tolle Kombination“. An den sechs Stationen des Lech-Auwaldes zwischen Rain und Unterpeiching ergab sich jeweils ein intensiver Dialog zu den von Förster Lutz angesprochenen Themen.

Am Standort des Waldkindergartens Lechfasane ging es um Umweltbildung und um Aufgaben des Försters bei der Verkehrssicherung in dessen Umfeld. „Sorgenkinder“ haben Lutz und die von ihm betreuten Waldbesitzer mit Eichenprozessionsspinner, standort-ungeeigneten Fichten und dem Eschentrieb-Sterben. Wegen der von abgestorbenen Ästen ausgehenden Gefahren sei man nicht umhingekommen, die durch einen aus Asien eingeschleppten Pilz massiv geschädigten Eschen mittels Harvester zu fällen. Der enorme Anfall von Holz habe zu einem erneuten Preisverfall geführt. Die Politik mache derzeit die Einfuhr fossiler Energieträger günstiger als den Einsatz klimaneutraler einheimischer Biomasse, bedauerten mehrere Teilnehmer.

Nahe dem Kraftwerk erläuterte Lutz die Funktion des Rainer Stadtwaldes als Wasserschutzgebiet, die Wachstumsforschung und die im Auwald zukunftsfähigen Baumarten. Artenvielfalt und Eignung des Standortes zeichnen den Weg für den Wald der Zukunft vor. Trotz der Förderung von Wildschutzzäunen sei es kostengünstiger, wenn diese für Aufforstungen erst gar nicht gebraucht werden.

Am „Biberplatz“ entlang eines Lech-Altwassers ging Lutz auf Konflikte in der Waldnutzung ein, darunter auch den Erholungsverkehr. Selbst ins Unterholz entführte der Förster seine Besucher, wo er erfolgreiche Ersatzpflanzungen der Stadt zeigte. Ein kranker Eschenwald war ein weiteres Ziel. Die belassenen Hochstümpfe von gefällten Eschen, so Thomas Lutz auf Nachfrage, seien hervorragende Biotope. Stefan Kolonko ergänzte, dass eine Untersuchung in dem von ihm betreuten Nachbarrevier des Zweckverbandes Wasserversorgung Fränkischer Wirtschaftsraum durch eine wissenschaftliche Studie 154 Käferarten zählte, darunter viele seltene Exemplare. (arh)

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