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 Rain

03.11.2012

Standort für Sendemast weiter heiß diskutiert

In ganz Bayern wird derzeit ein Netz von Sendeanlagen für den geplanten digitalen Behördenfunk aufgebaut. Das Bild zeigt einen Mast, den das Staatliche Bauamt nördlich von Monheim errichtet hat. In Rain soll eine solche Anlage ebenfalls gebaut werden - wo, das ist noch offen.
Bild: Thomas Unflath

Es ist noch keine Entscheidung gefallen, wo eine Anlage gebaut werden soll. Prüfungen stehen aus.

Rain In der Nähe der Lechstaustufe, an der Umgehungsstraße oder doch an ganz anderer Stelle? Mit der Frage, wo in Rain ein Sendemast für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) gebaut werden soll, hat sich der Stadtrat wieder intensiv beschäftigt. Dabei sprachen auch zwei Experten vor dem Gremium.

Ulrich Wittfeld, bei der Betreiberfirma Telent zuständig für die Standortsuche, informierte zunächst über die Technik des digitalen Funks im Allgemeinen. Die Bürger seien dabei nur indirekte Nutzer, da eigentlich nur die Polizei, die Feuerwehr, die Rettungsdienste und das THW damit kommunizieren würden. Die größten Schwierigkeiten für ein funktionierendes Netz stellen laut Wittfeld die Topografie, der Bewuchs und die Bebauung dar. Vor allem auf diese Aspekte hin habe man in Rain mehrere Standorte überprüft. Aus Sicht von Telent sei nach wie vor das Grundstück in der Ignaz-Lachner-Straße zu favorisieren, was der Stadtrat wegen der zentralen Lage aber bereits vor längerer Zeit strikt abgelehnt hatte. Deshalb wird diese Variante auch nicht weiter verfolgt. „Sinnvolle Alternativen gibt es im Bereich des Lechs“, so Wittfeld weiter.

Robert Maschke, Leiter der Einsatzzentrale im Polizeipräsidium Schwaben-Nord in Augsburg, unterstrich die Wichtigkeit eines funktionierenden Netzes. „Bei einer Unterversorgung können Minuten verloren gehen, die vielleicht lebensentscheidend sind.“ Daher ist es laut Maschke von großem Interesse, dass man auch in bebautem Gebiet problemlos funken kann – genauso wie in der Nähe von „polizeirelevanten Objekten“ wie Banken oder Schulen.

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Gerade Letztere haben aber Bedenken, sollte ein Sendemast in der Nähe des Lechs errichtet werden. Die Elternbeiräte von Mittel- und Realschule in Rain beharren auf einen Abstand von mindestens 700 Metern zwischen Schule und einer solchen Anlage, wie Stadtrat und Mittelschulrektor Wolfgang Janson informierte.

Zweiter Bürgermeister Leo Meier regte an, dass Wittfeld und Maschke in die Schulen gehen und Aufklärungsarbeit in Sachen Digitalfunk leisten sollten. „Die Angst muss raus aus der Bevölkerung. Und wir als Stadtrat sind nicht geeignet, um dieses Problem zu lösen“, so Meier. Der Freistaat wolle in dieser Sache nicht über die Köpfe der Kommunen hinweg bestimmen, sagte der Zweite Bürgermeister, „und wir nicht über die Köpfe der Bürger“.

Eine Entscheidung fällte das Gremium nicht. Man wolle erst abwarten, was die Bewertung des zweiten Standorts an der Südumgehung und des Geländes bei der JVA ergebe, sagte Bürgermeister Gerhard Martin. „Wir haben hier einen Spagat zu meistern zwischen der Notwendigkeit, dass die Technik bald eingeführt wird, und den Bedenken in der Bevölkerung. Hier gilt es, einen Mittelweg zu finden“, so Martin.

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