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Donauwörth

18.05.2015

Tierhaltung: Der nächste Skandal kommt bestimmt

Einen Aktionstag gegen Massentierhaltung veranstaltete das Aktionsbündnis "Stoppt den Saustall!" am Samstag im Ried in Donauwörth.
Bild: Thomas Unflath

Die Initiative „Stoppt den Saustall!“ hat einen Aktionstag in Donauwörth veranstaltet. Die Redner prangerten dabei die Massentierhaltung an – auch in der Region.

Zum dritten Mal organisierte das Aktionsbündnis „Stoppt den Saustall!“, das gegen Massentierhaltung in der Region kämpft, einen Aktionstag in Donauwörth. Diesmal fand dieser mit gut einem Dutzend Info-Ständen sowie einer Kundgebung auf der Ried-Insel statt.

Nach den Worten der beiden Sprecherinnen Heidi Terpoorten und Ursula Kneißl-Eder besteht das Bündnis aus vielen unterschiedlichen Initiativen, Parteien, Gruppierungen und Privatpersonen. Doch sie alle haben ein Ziel: „Ablehnung gegen diese Art der Tierhaltung“. Die im Zusammenhang mit dem Bau eines großen Schweinestalls am Reichertsweiler Hof vor über zwei Jahren an Landrat Stefan Rößle übergebenen Forderungen stünden immer noch im Raum, kritisierte Kneißl-Eder. Dazu gehörten verbesserte Bedingungen für die Tiere sowie Fortschritte beim Brandschutz und die Einhaltung veterinärmedizinischer Standards. „Regional ist nicht immer automatisch gut“, meinte Kneißl-Eder zur Tatsache, dass es auch in Nordschwaben Massentierhaltung gibt.

Heidi Terpoorten berichtete von Fortschritten im Landkreis Dillingen. Es sei gelungen, im Wertinger Stadtteil Bliensbach eine Masthühner-Zucht zu verhindern. Gestoppt ist das Projekt aber nicht. In Ziertheim habe sich eine Bürgerinitiative gegründet, um gegen einen geplanten Masthähnchenstall anzukämpfen.

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Kneißl-Eder appellierte an die Zuhörer, die örtliche Landwirtschaft zu unterstützen. „Darin liegt die Zukunft und nicht in Tierfabriken.“

Aktivist Friedrich Mülln von der Organisation Soko Tierschutz kam direkt von einem Einsatz aus Österreich nach Donauwörth. Er machte klar, dass die im Vorjahr in der Region aufgedeckten Verstöße immer noch aktuell seien. Allerdings, so sein Vorwurf, wären die staatlichen Stellen eher mit der Verfolgung und Bestrafung der Tierschützer beschäftigt als mit den Vergehen der Halter. „Tierquäler können sich nicht verstecken“, machte Mülln klar. „Wenn die Behörden versagen, müssen wir handeln.“

Zudem appellierte er, „diesen Dreck“ aus der Massentierhaltung nicht zu essen. Mülln: „Die nächste Aufdeckung kommt bestimmt und vielleicht schon früher, als wir denken.“ Der Aktivist forderte zudem härtere Strafen: „Es wird Zeit, dass jemand für Tierquälerei in den Knast geht.“

Zwei Lieder mit seiner Akustikgitarre spielte Biobauer Hubert Krimbacher aus Ettenbeuren (Kreis Günzburg). Er kritisierte: „Die Politik will dieses System der Tierhaltung, deswegen wird sie auch nichts dagegen unternehmen.“ Karl Bär, Referent für Agrar- und Handelspolitik beim Umweltinstitut München, präsentierte einen anschaulichen Vergleich. Ein Schwein, das nur in Massentierhaltung lebt, verbringe seine gesamte Existenz auf einer Fläche, die in etwa einem Flugzeugsitz für einen Menschen gleiche: „Dass dies früher oder später zu Krankheiten führt, ist klar.“ Dies wiederum habe den von höchsten Stellen gewollten vermehrten Einsatz von Tierarzneien zur Folge, was Bär mit einem aktuellen Text der EU-Kommission unterstrich.

Den musikalischen Rahmen der Kundgebung im Ried gestaltete die Trommlergruppe Sambarone. Im weiteren Verlauf des Nachmittags hatten die Organisatoren zu „veganem Kabarett“ mit Gabriele Busse in der Wunderbar eingeladen.

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