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Wirtschaft

28.06.2017

VR-Bank Neuburg-Rain ist trotz Gegenwind auf Kurs

Bei der ersten Vertreterversammlung der VR Bank Neuburg mit Rain stimmten die Vertreter allen Beschlüsse und auch der Wiederwahl von drei Aufsichtsräten stimmten die Vertretern ohne Gegenstimmen zu.
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Bei der ersten Vertreterversammlung der VR Bank Neuburg mit Rain stimmten die Vertreter allen Beschlüsse und auch der Wiederwahl von drei Aufsichtsräten stimmten die Vertretern ohne Gegenstimmen zu.

Bei der ersten Vertreterversammlung der VR Bank Neuburg-Rain nach der Fusion gibt es einen Grund, warum trotz guter Zahlen keine so rechte Freude  aufkommen will.

Die Fusion der VR Bank Neuburg mit ihrer Schwesterbank in Rain ist gut über die Bühne gegangen. Vorstand und Aufsichtsrat sprechen von einem Erfolg, der die Wettbewerbssicherheit auch in Zukunft sichert. Aber so rechte Freude mag sich unter den Bankern trotzdem nicht verbreiten. Und das trotz einer „noch guten Bilanz“ für das Jahr 2016. An dem Wörtchen „noch“ ist ein Italiener in Frankfurt Schuld. Auf Mario Draghi sind die Neuburger Bankenmanager nicht gut zu sprechen.

Der Italiener, der seit 2009 die Europäische Zentralbank lenkt, verhagelt mit seiner Niedrigst- bis Nullzinspolitik vor allem den mittelständischen und kleineren Geldhäusern ihre Geschäftsmodelle. So auch der VR Bank Neuburg-Rain, wie Vorstandsvorsitzender Werner Halbig den Vertretern im Kolpingsaal in Neuburg am Donnerstagabend erklärte: „Das Zinsniveau schlägt sich 2016 in unseren Zahlen belastend nieder. In den nächsten Jahren wird sich die Wirkung dieses Zinstiefs auf die Banken noch deutlich verstärken.“

Ein Beispiel hierfür sind die börsennotierten Bundeswertpapiere, die bei einem Zinsniveau von 0,26 Prozent liegen. „Zeitweise haben diese Papiere sogar einen Negativzins erbracht. Wer zu dieser Zeit dem Staat Geld leihen wollte, musste dafür auch noch zahlen.“ Das alles gehe, so Halbig, auf Kosten der Banken, aber vor allem der Sparer. Die Staaten dagegen würden durch die niedrigen Zinsen Milliarden einsparen. „Deutschland etwa sparte zwischen 2012 und 2015 über neun Milliarden Euro. Spanien 25 Milliarden Euro und Italien gar 53 Milliarden Euro.“ Die Negativzinsen, die die Bank inzwischen für ihre Einlagen zahlen muss, will die VR zumindest an die Privatkunden nicht weitergeben. Firmenkunden und Institutionen mit größeren Einlagen allerdings müssen inzwischen ebenfalls zahlen. Und auch die Kontogebühren gaben Anlass zu einer Anfrage auf der Vertreterversammlung. Halbig: „Wir suchen nach einer verursachungsgerechten Gebühr für unseren Service in der Fläche. Diese Dienstleistungspräsenz ist enorm und kostet entsprechend Geld.“

Alleine ein Geldautomat koste rund 50000 Euro – ohne Anschlüsse und Folgekosten. Die Angst eines Vertreters, vor allem junge Kunden könnten abwandern, versuchte Halbig zu zerstreuen. „Wir sind ja nicht nur an einem einzelnen Konto interessiert, sondern wollen einen intensiveren Kontakt zum Kunden. Je intensiver diese Zusammenarbeit ist, desto günstiger wird auch das Girokonto. Und außerdem glaube ich, dass die Kunden schnell begreifen, dass es einen Unterschied zwischen billig und preiswert gibt.“

Vorstand Roland Gieß stellte die Zahlen vor. Die Bilanzsumme, das Kredit- und das Einlagevolumen stiegen zwischen fünf und sechs Prozent. Und auch die Entwicklung des Eigenkapitals ging nach oben. Die Erträge aus der Zinsspanne allerdings, also das Zinsergebnis, fielen negativ aus. Der Zinsüberschuss ging auf 21,9 Millionen Euro zurück. Ein Trend, der bereits seit Jahren anhält.

Auch die Provisionsergebnisse sind leicht gefallen, von 7,2 Millionen Euro in 2015 auf knapp 6,9 Millionen Euro in 2016. „Unsere Kundennähe und die Breite unserer Vertriebsleistungen zeigen aber diese Zahlen: Knapp 900 Bausparverträge, knapp 48 Millionen Euro Bausparvolumen, 934 Lebensversicherungen im Wert von über 16 Millionen Euro, über 5000 Sachversicherungen, knapp 90 Immobilien und sieben Vermietungen haben unsere Mitarbeiter 2016 vermittelt.“ Die gestiegenen Verwaltungskosten – 2016 wurden knapp 18,6 Millionen Euro ausgegeben, ein Plus von rund 600000 Euro – erklärte Gieß mit den Kosten für die Fusion. 2017 sollen diese Kosten wieder deutlich geringer ausfallen.

Emotional wurde es bei der Verabschiedung eines Aufsichtsratsmitgliedes. Dr. Camill Herrmann hat sein 65. Lebensjahr erreicht und kann nicht wieder ins Gremium gewählt werden. Aufsichtsrat Ludwig Schlosser würdigte den Arzt, der „einen enormen ökonomischen Sachverstand an den Tag legt“. Wiedergewählt wurden Helmut Kleber aus Königsmoos, Andreas Hopf aus Pöttmes und um Gottfried Thurner junior aus Nassenfels. Die frei werdende Stelle von Herrmann wird nicht nachbesetzt, da das Aufsichtsgremium verkleinert werden soll.

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