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Donauwörth

13.11.2018

Vereine sind ohne Tanzhaus heimatlos

Fasching und Tanzhaus (lachsfarbenes Gebäude) gehören in Donauwörth eng zusammen. Doch während der Tandlerfasching gezielt im Freien stattfindet, wird der Stadtsaal im Inneren bei zahlreichen anderen Veranstaltungen genutzt. Und das nicht nur von der IFD. Archivfoto: Barbara Würmseher

Großveranstaltungen müssen an neuen Orten stattfinden, seit der Stadtsaal zu ist. Der Faschingsverein macht seinem Unmut Luft. Aber auch andere sind betroffen

Das Getöse war groß, als die Initiative-Fasching Donauwörth (IFD) jetzt in die neue Session startete. Bis Anfang März wollen die Narren in der Großen Kreisstadt gute Laune verbreiten, obwohl ihnen eigentlich ganz und gar nicht nach Feiern zumute ist. Hofmarschall Josef Bullinger – in dieser Funktion in der neuen Session letztmals im Einsatz – ließ seinem Ärger beim Empfang im Zeughaus durch Oberbürgermeister Armin Neudert freien Lauf.

Im Mittelpunkt des Unmuts: der Stadtsaal des Tanzhauses. Er steht nicht mehr zur Verfügung. Ob die Immobilie nun verkauft und wie sie weiter genutzt werden soll, darüber will Oberbürgermeister Armin Neudert „bald, aber noch in diesem Jahr“ die Öffentlichkeit informieren, wie er gestern gegenüber unserer Zeitung erklärte. Zahlreiche Veranstaltungen würden kurz- und mittelfristig an neuen Orten stattfinden müssen.

Es fehlen Räume

Dem Faschingsverein fehlten Räume für den doch umfangreichen Fundus, beklagte Hofmarschall Josef Bullinger. Immer wieder sei vom Oberbürgermeister versprochen worden, eine Lösung zu finden – „bislang ohne Ergebnis“. Anfang 2018 habe sich dann ein weiteres Problem angekündigt: Der Stadtsaal des Tanzhauses könne 2019 wegen des geplanten Verkaufs und Umbaus nicht mehr für Faschingsveranstaltungen genutzt werden.

Wie Bullinger ausführte, hätten sich Vize-Präsident Michael Schimmer und Ehrenpräsident Anton Scheller mit einem Brief an die Mitglieder des Stadtrats gewandt und ein Ultimatum gesetzt. Das Schreiben gipfelte in dem Satz: „Wenn bis Ende Mai keine Alternative für das Tanzhaus gefunden wird, dann gibt es keinen Fasching mehr in Donauwörth.“ Die Stadt reagierte nach weiteren Gesprächen, die auch mit Präsident Ulrich Reitschuster geführt wurden.

Ohne Tanzhaus wird es schwierig

Wenn nun im kommenden Februar die Neudegger Halle für zwei Wochen für die IFD und ihre Events reserviert ist, die Stadt den Aufbau der Bühne, von Tischen und Stühlen übernehme, so der Hofmarschall, „stehen wir trotzdem vor großen Herausforderungen“. Tandlerfasching, Narrenumzug, „das wird ohne Tanzhaus schwierig.“ Die Party nach dem Umzug werde deshalb 2019 im Freien stattfinden. „Ausgebrannt, müde und leer“, sei er, ergänzte Josef Bullinger gegenüber der Donauwörther Zeitung.

Anton Scheller appeliierte an Neudert, „den Fasching in Donauwörth nicht sterben zu lassen“. Die IFD hole beim Tandlerfasching Jahr für Jahr bis zu 10000 Narren in die Große Kreisstadt.

Die Bunten Abende, der Galaabend der Prinzenpaare und der Kinderball werden nun 2019 in der Dreifachturnhalle im Stauferpark stattfinden. „Aber das Tanzhaus wird nach dem Verkauf und Umbau die Heimstätte für den Fasching in Donauwörth bleiben“, versichert OB Neudert. Er erkennt an, dass der traditionelle Tandlerfasching am Rosenmontag zu einem Aushängeschild für die Stadt geworden sei.

Bullinger hat aber die Nase voll. Er will nach der aktuellen Session aufhören. „Zum Thema Fundus hören wir nichts.“ Er habe eine 100 Quadratmeter große Halle an der Hand gehabt. Deren Anmietung sei aber gescheitert, weil die Stadt die monatliche Miete von 3,50 Euro pro Quadratmeter nicht übernehmen wollte und „wir die Kosten alleine nicht stemmen können“. Es sei beachtlich, „wie sich alle bei der Suche nach Lösungen einbinden“, sagt indessen das Stadtoberhaupt. So sei nun klar, dass die traditionelle Sebastianifeier im kommenden Januar im Feuerwehrgerätehaus abgehalten werde. Zu diesem Zweck soll das Gebäude leer geräumt werden.

Unterschriften wurden gesammelt

Bereits „ausgelagert“ worden war das Salonkonzert der Senioren am Sonntag, das im Heim des Türkischen Kultur- und Sportvereins stattfand. Dort kam es durch eine Privatinitiative spontan zu einer Unterschriftenaktion gegen den Tanzhausverkauf. Über 130 Bürger trugen sich auf dieser Liste ein, die die Initiatorin demnächst ins Rathaus bringen will. Neudert selbst, der als Zuhörer gekommen war, bekam von der Aktion nichts mehr mit, da er wegen einer weiteren Veranstaltung frühzeitig aufbrechen musste.

„Dass es hier unterschiedliche Meinungen gibt, ist kein Geheimnis“, sagt er auf Nachfrage. Er verweist auf die Beschlüsse des Stadtrates. Die Verlegung der Veranstaltungen im Jahr 2019 sei in jedem Fall eine Ausnahme, „das kann aber auch noch einmal 2020 sein“. "Kommentar

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