Donau-Ries-Kreis

16.07.2017

Wenn Liebe blind macht

Bei den Rehen beginnt die Zeit der Brunft. Deshalb ist auf den Straßen besondere Vorsicht angebracht.
Bild: Widemann (Symbolbild)

Bei den Rehen beginnt die Zeit der Brunft. Deshalb ist auf den Straßen besondere Vorsicht angebracht.

Von der zweiten Julihälfte bis Mitte August hat das Rehwild seine Paarungszeit, die Brunft. In dieser Zeit treibt der Rehbock unermüdlich die Geiß – auch über Straßen. Deshalb mahnen die Verantwortlichen der Kreisgruppe Donauwörth des Jagdverbands an alle Verkehrsteilnehmer zu besonderer Vorsicht, um Wildunfälle möglichst zu vermeiden.

Während den Jägern zufolge die meisten Wildtiere ihre eigenen speziellen Strategien entwickelt haben, um die sommerliche Hitze wohlbehalten zu überstehen, haben die Rehe bei hochsommerlichen Temperaturen seine Brunft und ist besonders aktiv: „Der Bock treibt dabei die brunftige Geiß, die mit der Absonderung von Duftstoffen ihre Paarungsbereitschaft signalisiert, über Wald und Feld und liefert sich mit Rivalen Kämpfe und Verfolgungsjagden.“

Gefahr gerade im Berufsverkehr

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„Liebe macht bekanntlich blind“, merken die Kreisgruppen-Vorsitzenden Albert Reiner und Robert Oberfrank an. Die Tiere seien völlig hormongesteuert. Folge: Sie überqueren verstärkt Straßen. Gerade im dichten Berufsverkehr sei die Gefahr besonders hoch: „In den frühen Morgenstunden und in der Abenddämmerung sind die Tiere besonders aktiv.“ Reiner und Oberfrank appellieren daher an alle Verkehrsteilnehmer: „Fahren Sie auch in Ihrem eigenen Interesse besonders vorsichtig. Speziell bei Fahrten durch Waldstücke, entlang von Hecken oder zwischen hohen Ackerbaukulturen wie Maisfeldern kann unvermittelt Rehwild auf der Straße auftauchen.“ Verkehrsteilnehmer sollten auch immer den Fahrbahnrand im Auge behalten und bremsbereit sein.

Ein Reh komme zur Zeit der Brunft selten allein: „Meist folgt der Geiß ein Bock.“ Taucht auf der Fahrbahn ein Reh auf, sollte gegebenenfalls sofort abgeblendet und kontrolliert gebremst werden. Ist ein Zusammenstoß nicht mehr zu verhindern, muss den Jägern zufolge das Lenkrad unbedingt gerade gehalten werden: „Keinesfalls sollten unkontrollierte Ausweichmanöver versucht werden.“

Zum richtigen Verhalten bei Wildunfällen gehört auch – falls ein Zusammenstoß unvermeidbar ist – die korrekte Angabe des Unfallorts. Dies kann mithilfe des Navigationsgerätes, eins GPS-Handys oder Straßenmarkierungen sowie über das Erfassen der Bedeutung von Stationszeichen am Straßenrand erfolgen.

Totes Tier nicht mitnehmen

Die goldene Regel zum korrekten Verhalten laute: „Ruhe bewahren.“ Soll heißen: Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anlegen und Unfallstelle mit einem Warndreieck sichern. „Verletzte Tiere dürfen keinesfalls angefasst werden“, so die Jäger. Wurde das Wild durch den Zusammenstoß getötet, sollte man es nach Möglichkeit mit Schutzhandschuhen von der Fahrbahn an den Rand ziehen, um Folgeunfälle zu vermeiden. Das getötete Wild darf nicht mitgenommen werden. Wer dies tut, macht sich wegen Wilderei strafbar. Auch wenn das Tier nach der Kollision scheinbar unversehrt weiterläuft, ist es den Jägern zufolge meist schwer verletzt „und geht jämmerlich zugrunde“. Daher muss ein Wildunfall unverzüglich der Polizei gemeldet werden. Die Polizei informiert den zuständigen Jagdpächter, der sich mit seinem Jagdhund auf die Suche nach dem verletzten Wild macht.

Im Übrigen übernehmen die Versicherungen den Schaden nur dann, wenn der Wildunfall von der Polizei bestätigt wird.

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