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Finanzierungsmodell

24.11.2018

Wie geht es weiter mit der Kläranlage?

Erst wenn Vermesser die Geschossflächen von Grundstücken ermittelt haben, kann der Oberndorfer Gemeinderat entscheiden. Belastungen für die Bürger

Geduld ist weiterhin beim vielleicht größten Projekt gefragt, das Oberndorf in den nächsten Jahren zu stemmen hat: der Kläranlage. Dass es die Grundstückseigentümer der Lechgemeinde finanzieren müssen, ist weitgehend klar, denn für den Neubau von Kläranlagen gibt es vom Staat kein Geld mehr. Das machte Heinrich Schulte bei der Bürgerversammlung deutlich. Er berät die Lechgemeinde im Abrechnungsverfahren.

Die neue Kläranlage wird Millionen kosten. Wie viele, ist noch nicht klar. Bürgermeister Hubert Eberle wollte sich nicht ohne konkrete Schätzkosten festlegen.

Das Interesse war groß: Bis auf den letzten Platz war der „Kronensaal“ in Oberndorf gefüllt, als Heinrich Schulte vom Kommunalberatungsbüro Schulte-Röder aus Veitshöchsheim über das weitere Vorgehen referierte. Erst wenn dem Gemeinderat eine Globalkalkulation vorliege, könne er darüber entscheiden, ob es zu einer Finanzierung über Beiträge, Gebühren oder ein Mischmodell kommt. Einige Bürger äußerten sich enttäuscht, hatten sie doch erwartet, bereits etwas über die Höhe der Belastungen zu erfahren, die auf sie in den nächsten Jahren zukommen.

Mehr als ein halbes Jahr werden in Oberndorf, Eggelstetten und Flein nun Vermesser unterwegs sein. Ihre Aufgabe: Die Geschossflächen von Gebäuden zu errechnen. Schulte nannte Berechnungsbeispiele und zeigte auf, wie Dachgeschosse, Keller oder Garagen eingeschätzt werden. Bisher waren in der Kommune zulässige Geschossflächen zu- rate gezogen worden, nun müsste man tatsächliche Geschossflächen errechnen, wie dies bereits in 94 Prozent der bayerischen Gemeinden der Fall sei.

Die Vermessungsaktion, von den Experten des Büros Schulte-Röder durchgeführt, soll schon bald beginnen. Knapp 70000 Euro muss die Gemeinde nach Angaben des Bürgermeisters dafür aufwenden. Auch die Wasserdaten sollen im Zuge der Aktion errechnet und digital erfasst werden, wenngleich sie für das Kläranlagen-Projekt nicht relevant seien. „Wenn wir die Basisdaten haben, kann der Gemeinderat festlegen, wie die Kläranlage finanziert wird“, sagte Eberle.

„Irgendwann wird die Kläranlage kommen“, meinte der Bürgermeister, anspielend auf die lange Planungsphase für das Projekt, das immer wieder ins Stocken geraten war, zuletzt weil Verfahrensfragen mit der Stadt Rain und dem Zweckverband Fränkischer Wirtschaftsraum. Nun aber habe man mit der Ausschreibung begonnen „und Ende Februar werden wir die Aufträge für die Bauarbeiten vergeben“. Eberle hofft, dass Anfang April kommenden Jahres mit der Baumaßnahme begonnen werden kann. Die bisherige Kläranlage war in die Jahre gekommen, entspricht nicht mehr modernen Anforderungen und kann nur noch mit einer Sondergenehmigung weiter betrieben werden. Mit einer Fertigstellung des neuen Klärwerks ist nicht vor Ende 2020 zu rechnen.

Dann werden die Zeiten vorbei sein, da die finanzielle Situation der Lechgemeinde andere Kommunen neidisch macht. Kämmerin Silvia Stumpf kündigte bereits an, dass man mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von unter 30 Euro noch beispiellos dastehe, dies sich aber angesichts von Mammutaufgaben wie dem Neubau der Kläranlage 2019 ändern werde. „Wir haben einiges zu bewältigen“, meinte auch Bürgermeister Eberle. Für das kommende Jahr erwartet er dann einen Rekord-Haushalt.

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