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Donauwörth

12.10.2019

Wie gehts dem krebskranken Paul?

Paul ist schwer krank. Trotzdem lässt er sich nicht unterkriegen.
Bild: Foto: Familie

Plus Für den Neunjährigen aus Donauwörth sind zwei potenzielle Stammzellenspender gefunden. Das ist die gute Nachricht. Allerdings gibt es da ja auch noch die zweite Diagnose.

Es gibt Neuigkeiten von Paul, dem Neunjährigen aus Donauwörth, der unter Knochenmarkkrebs leidet – genauer gesagt unter dem Myelodysplastische Syndrom (MDS), bei dem das Knochenmark aufgrund genetisch veränderter Stammzellen keine funktionstüchtigen Blutzellen bilden kann (wir berichteten).

Seit Januar weiß Paul, dass er schwer krank ist. Seit Januar haben der Bub und seine Familie einen Marathon an Arztbesuchen und Krankenhausaufenthalten hinter sich. Seit Januar schwanken sie täglich zwischen Hoffen und Bangen – eine Situation, die ungeheuer belastet. Die Hilfsbereitschaft der Menschen aus der Region hat im April eine große Suche nach einem Knochenmarkspender ausgelöst – damals zunächst ohne Erfolg. Doch jetzt gibt es eine gute Nachricht: Zwei potenzielle Stammzellenspender sind gefunden, deren Werte aktuell im Einzelnen überprüft werden. Damit besteht gute Hoffnung, dass Pauls Körper das Myelodysplastische Syndrom besiegen kann.

Im November bekommt Paul Chemotherapie

Paul geht Ende November zum stationären Aufenthalt in eine Münchner Spezialklinik, wo er eine Chemotherapie bekommt, damit sein eigenes, krankes Knochenmark zerstört wird. Danach wird das gesunde implantiert. Seine Tante Michaela Jeder schildert unserer Zeitung diesen Stand der Dinge. „Das Problem ist“, sagt sie, „wenn nichts gemacht wird, bildet sich in kürzester Zeit Leukämie.“

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Eigentlich bestünde nun also guter Grund, optimistisch zu sein, da es nun Spender gibt. Wäre da nicht noch die zweite, niederschmetternde Diagnose für den kleinen Paul: Wie berichtet, haben bei Paul die sogenannte Fanconi-Anämie (FA), festgestellt. Sie ist durch zunehmendes Versagen des blutbildenden Knochenmarks gekennzeichnet, infolgedessen durch schwere Blutarmut sowie durch erhöhtes Krebsrisiko.

Behandlungen mit Hormonpräparaten können bei vielen Patienten die Blutbildung für Monate bis Jahre stabilisieren. Mit dieser Hoffnung wurde auch Paul jetzt seit Juni hormonell behandelt. Die Absicht war, bei ihm künstlich die Pubertät einzuleiten. Ärzte und Familie hatten die Hoffnung, dass die Anämie durch die sich in der Pubertät neu bildenden Zellen unterdrückt wird.

Trügerische Hoffnung

Eine trügerische Hoffnung, wie Michaela Jeder jetzt sagt. Denn der gewünschte Effekt der Blutbildung ist nicht eingetreten. Zudem ist die Fankonie-Anämoie, wie Pauls Tante schildert, ein Kriterium, das die Stammzellen-Spende gefährden kann, weil eine Abstoßungsreaktion befürchtet werden muss. „Die Ärzte sind aber guter Dinge, dass Paul es schaffen kann“, so Michaela Jeder.

Die massiven gesundheitlichen Probleme des Buben sind aber nicht alles. Pauls Familie – Mutter und drei Söhne – lebt sehr beengt in einer kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung unterm Dach. Etwas Geeignetes mit mehr Privatsphäre für jeden von ihnen ist nicht zu finden. Dazu kommt, dass Pauls Mutter gehörlos und somit selbst gehandicapt ist. Sie will und muss rund um die Uhr für ihr Kind da sein und ist dabei selbst psychisch stark angespannt.

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