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06.02.2015

Wird die Klinik wieder zur Baustelle?

Seit fast 20 Jahren gibt es die Donau-Ries-Klinik in der Neudegger Allee in Donauwörth: In dieser Zeit haben sich nicht nur die Patientenzahlen erhöht – sondern auch die Qualitätsstandards. Deshalb muss jetzt nachgerüstet werden, wenn es nach den Verantwortlichen geht.

Das Donauwörther Krankenhaus hat ein Problem: Weil sich die Patientenzahl über die Jahre fast verdoppelt hat, sind wichtige Stationen längst zu klein geworden

Von Ulrike Eiche

Nach dem Neubau für die Geburtshilfe und der jüngst fertiggestellten Erweiterung der Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie könnte in den kommenden Jahren schon das nächste große Bauvorhaben an der Donau-Ries-Klinik in Donauwörth anstehen: Weil sich die Patientenzahlen seit dem Bau der Klinik fast verdoppelt hätten, seien die Intensivstation, der Operationsbereich wie auch die Notaufnahme längst zu klein geworden: „Die Kapazitäten reichen überhaupt nicht mehr aus“, sagte Landrat Stefan Rößle auf DZ-Nachfrage.

Rößle, der auch Verwaltungsratsvorsitzender der Donau-Ries-Kliniken und Seniorenheime (gKU) ist, hat sich mit dem Thema bei der Einweihung der erweiterten Psychiatrie-Abteilung in dieser Woche (wir berichteten) direkt an die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml gewandt, die als Festrednerin aufgetreten war – verbunden mit einer Bitte: „Das ist ein Projekt im zweistelligen Millionenbereich. Wir brauchen dafür die Unterstützung des Freistaats.“

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1996 wurde die Donauwörther Klinik gebaut, und immer noch spreche man von einem „Neubau“, führt Rößle aus. In den fast 20 Jahren aber seien nicht nur die Patientenzahlen enorm gestiegen – von 6300 im Jahr 1995 kurz vor dem Umzug auf rund 11700 im vergangenen Jahr. Auch die Qualitätsstandards und technischen Anforderungen hätten sich erhöht. Nach dem Erweiterungsbau für die Intensivstation am Nördlinger Stiftungskrankenhaus für 3,8 Millionen Euro, der im Januar eingeweiht wurde, seien nun auch Neuerungen in der Donauwörther Klinik notwendig. „Das wurde schon im Verwaltungsrat diskutiert, man ist sich darüber einig“, sagt Rößle.

Der gKU-Vorstandsvorsitzende Jürgen Busse stimmt dem zu. Der OP-Bereich sei inzwischen zu klein: Weil die vier OP-Säle nicht mehr ausgereicht hätten, habe man einen OP-Container aufstellen müssen, der ebenfalls sehr beengt sei: „Diesen hätten wir gerne als zusätzlichen festen Saal“, sagt er. In die Jahre gekommen sei neben der Notaufnahme auch die Intensivstation, die nicht mehr den modernsten Anforderungen entspreche: „Im Vergleich zur neuen Station in Nördlingen liegen da Welten dazwischen.“

Dabei könnten die angedachten Baumaßnahmen kompliziert werden: Denn gearbeitet werden muss laut Rößle am Bestand während der Betrieb weiterläuft. „Wir können keinen kompletten Neubau daneben stellen“, sagt der Landrat. Ohne eine Förderzusage durch den Freistaat lasse sich das Ganze zudem nicht finanzieren. Busse zufolge hofft das gKU sogar, dass Bayern die Kosten komplett dafür übernimmt.

Dafür muss das Vorhaben aber zunächst einmal in den bayerischen Krankenhausbedarfsplan aufgenommen werden – erst dann entscheidet sich, ob es förderfähig ist. Die entsprechenden Planungen habe man noch im vergangenen Jahr eingereicht, sagt Busse. Der Vorstandsvorsitzende zeigt sich zuversichtlich, dass am Ende Mittel bewilligt werden: „Wir können ja mit unseren Leistungszahlen nachweisen, dass die Maßnahmen nötig sind.“ Und auch Landrat Rößle rechnet mit einer Unterstützung – wenn auch noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden müsse.

Erst in den vergangenen zwei Jahren wurde an der Donau-Ries-Klinik gebaut: Die Geburtshilfe bekam einen Neubau. Im Zuge dessen wurde auch die Abteilung für Psychologie und Psychotherapie, die zum Bezirkskrankenhaus Günzburg gehört und als Außenstelle seit 2001 an die Donauwörther Klinik angeschlossen ist, erweitert – statt bisher 18 stehen ab Anfang März dort nun 40 Behandlungsplätze im vollstationären Bereich zur Verfügung. Rund 6,8 Millionen Euro hat das Bauprojekt insgesamt gekostet – 4,3 Millionen davon trug der Freistaat. Am Samstag, 21. Februar, ist Tag der offenen Tür in der neuen Abteilung für Psychiatrie: Zwischen 14 und 17 Uhr kann sie besucht werden.

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