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Landkreis

14.07.2018

Zu wenig Stoff im Klassenzimmer?

Zeigen die Schülerinnen an den Schulen im Landkreis zu viel Haut?
Bild: Bernhard Weizenegger (Archiv)

Wie Rektoren mit der Kleidungsdebatte um Schülerinnen umgehen

Es ist Sommer, Schülerinnen tragen oftmals knappere Sachen. Doch irritieren sie damit ihre männlichen Mitschüler? Nein, stellen mehrere Schulleiter im Landkreis klar. Ein Problem, dass sich die Mädchen unangemessen gekleidet ins Klassenzimmer setzen, gebe es höchstens in Einzelfällen.

„Das hält sich bei uns in Grenzen und kommt nur selten vor“, sagt beispielsweise Gerhard Härpfer, Leiter der Realschule in Rain. Wenn doch, suche die Schule das Gespräch mit der Schülerin. „Wir machen dann klar, dass sie hier in der Schule ist, vergleichbar mit einem Arbeitsplatz, und nicht im Freibad“, sagt der Schulleiter. Gerade die drei Sekretärinnen seien da sehr geschickt. „Das Gespräch von Frau zu Frau fruchtet, die Schülerinnen verstehen das.“ Deshalb sieht Härpfer auch keine Notwendigkeit, eine Regelung in die Hausordnung aufzunehmen. Sollten die Fälle aber zunehmen, so müsse sich das Schulforum, in dem Vertreter der Schulleitung, des Kollegiums, der Eltern und der Schüler sitzen, mit einem „Kleiderkodex“ beschäftigen.

Auch unanständige Sprüche sind nicht erlaubt

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Nicht nur aufreizende Kleidung, auch T-Shirts mit unanständigen Sprüchen seien nicht gerne gesehen. „Da gibt es für den Schüler die Möglichkeit, sein T-Shirt verkehrt herum zu tragen“, sagt Härpfer. Generell gibt der Schulleiter zu bedenken, dass die Eltern ein Auge darauf haben müssten, in welchem Outfit ihre Kinder morgens das Haus verlassen. In seiner Schule gibt es für die einzelnen Jahrgangsstufen regelmäßig das Projekt „Benimm ist in“. Da werde unter anderem eine angemessene Bekleidung, auch für das spätere Berufsleben behandelt.

Eine einheitliche Regelung bezüglich der Kleidung gibt es indes nicht, wie Renate Heinrich, Direktorin des Donau-Rieser Schulamtes sagt. „Mir sind auch keine Fälle bekannt, in denen es in der Vergangenheit Probleme gegeben hätte“, erklärt sie. Sollte es doch einmal Schwierigkeiten geben, so empfehle sie, das in einem Einzelgespräch zu klären. „Man sollte das thematisieren, ohne die Schülerin bloßzustellen.“

Eltern sind in der Pflicht

Für Heinz Sommerer, Rektor an der Anton-Jaumann-Realschule in Wemding, ist das Thema auch nicht besonders von Bedeutung. „Schülerinnen, die sich freizügiger kleiden, gab es meiner Erinnerung nach vor 40 Jahren schon“, erzählt er. Er appelliert dabei, wie Härpfer, an die Eltern: „Sie sollten ihre Kinder darauf aufmerksam machen, dass man damit auch Blicke von Leuten auf sich zieht, von denen man das nicht haben will.“

Auch Karl Auinger, Schulleiter des Donauwörther Gymnasiums, bemerkt keine gravierenden Probleme an seiner Schule. Und wenn doch, sprechen Kolleginnen aus der Schulleitung mit den Schülerinnen. „Das sind aber Einzelfälle“, betont er. Von XXL-T-Shirts, wie mancherorts Schulen auf freizügige Kleidung reagieren, hält er nichts. Das würde nur dafür sorgen, dass die Schülerinnen sich extra so anziehen, um Aufmerksamkeit zu bekommen.“ So sieht es auch sein Kollege Peter Müller, der die St.-Ursula-Mädchenrealschule leitet. Bei ihm gibt es einen Kleiderkodex, der gemeinsam mit den Schülern entworfen wurde. Darin steht, dass man „sich angemessen kleiden“ solle. Sollte es doch einmal zu einem „Ausrutscher“, wie er sagt, kommen, weisen die Lehrkräfte dezent darauf an. „Und die Schülerinnen sind dann einsichtig“, sagt Müller.

An der Privaten-Wirtschaftsschule in Donauwörth gebe es laut Rektorin Gabriele Braun auch keine Probleme. „Ich kenne das aber durchaus aus Münchner Schulen“, sagt sie. Hier sei das aber, wie auch ihre Kollegen bestätigen, nur selten diskutabel.

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