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Merching

30.11.2020

Ärger in Merching: Anwohner fordern Halteverbot

Die Hangstraße in Merching bekommt zwar kein Halteverbot, aber das Zusatzschild "Keine Wendemöglichkeit".
Foto: Christina Riedmann-pooch

Plus Weil der Wendeplatz häufig durch Privatfahrzeuge besetzt ist, gibt es in Merching Ärger. Wie die Lage jetzt entschärft werden soll.

Ein Antrag für ein Halteverbotszeichen an der Hangstraße in Merching erreichte Mitte Oktober die Verwaltung. Das zugrunde liegende Problem löste der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung jedoch auf andere Weise.

Die Situation ist folgende: Der Wendeplatz an der Hangstraße ist häufig durch private Fahrzeuge belegt, obwohl eigentlich genügend private Stellplätze vorhanden wären, heißt es in dem Schreiben der Anwohner. Zusätzlich sei die Situation im Moment durch eine Baustelle verschärft, da auch Baumaterial auf dem Wendeplatz zu finden sei. Allerdings sei die Baustelle nicht die Ursache, betonten die Anwohner in ihrem Schreiben – denn die Belegung des Wendeplatzes geschehe schon seit ein paar Jahren.

Volker Schindler: Ein Sprinter wendete in seinem Garten

Ein Schreiben vor zwei Jahren an die Gemeinde sei unbeantwortet geblieben. Häufig wären auch private Einfahrten als Wendemöglichkeiten missbraucht worden. Mehrere Grundstückseigentümer mussten bereits physische Maßnahmen treffen, um dies zu verhindern. Initiator Volker Schindler beobachtete sogar, dass ein Mercedes Sprinter in seinem Garten wendete.

Die Gemeindeverwaltung zog bei der Beurteilung der Situation neben Bürgermeister Helmut Luichtl und Geschäftsführer Rainer Fieber auch einen Vertreter der Polizeiinspektion Friedberg hinzu. Der Polizeibeamte empfahl nun, dass mit dem Zusatzzeichen "Keine Wendemöglichkeit“ bereits für Entlastung gesorgt werden kann. Ausschlaggebend für seine Beurteilung war, dass bei der Inspektion jederzeit eine ordnungsgemäße Rettungszufahrt für die Feuerwehr und das BRK möglich war. Sachlich ist nach § 44 der Straßenverkehrsordnung die Gemeinde Merching zuständig. Das Parkverbot am Wendeplatz wurde vom Rat mit einer Gegenstimme abgelehnt, das Zusatzschild "Keine Wendemöglichkeit“ wird jedoch an der Sackgasse angebracht.

Weitere Entscheidungen des Merchinger Gemeinderates

  • Als weiteres Thema befasste sich der Gemeinderat mit der Zufahrt zu einem Aussiedlerhof außerhalb der Ortschaft. Der Eigentümer will den Feldweg, der als Zufahrt dient, teeren lassen. Der Gemeinderat stimmte dem Antrag zu – allerdings wird die Gemeinde keine Kosten übernehmen: Die Entwässerung, der Unterhalt und Rückbau sowie die Räum- und Streupflicht obliegt dem Antragsteller. Außerdem bleibt der Feldweg weiterhin öffentlicher Feldweg, er wird nicht in das Straßenverzeichnis aufgenommen.
  • Der Konzessionsvertrag mit der Bayernwerk Netz GmbH für Strom endet im Oktober 2022. Die Gemeinde Merching vergab den Auftrag nun wieder an die Firma Bayernwerk, die als einzige Interesse bekundet hatte, ihn vornehmen zu können.
  • Auch diverse Bauprojekte beschäftigten den Merchinger Gemeinderat: Genehmigt wurde der Anbau an ein bestehendes Bürogebäude und die Errichtung einer Überdachung einer Baufirma. Der Antrag war vor acht Jahren wegen einer Baugrenzenüberschreitung abgelehnt worden. Der jetzt vorliegende Bauantrag, der eine minimale Überschreitung von 0,02 aufweist, stellte einen vorbesprochenen Kompromiss mit dem Landratsamt dar. Alle Räte stimmten dem Antrag nun zu. Einhellige Zustimmung erfuhr auch die Nutzungsänderungen von bestehenden Büroräumen in eine Wohneinheit. Für das bestehende Gebäude gilt der Bestandschutz, die Stellplätze sind nachgewiesen. Es wäre schade, wenn bestehende Häuser in der Gemeinde nicht genutzt würden, so der allgemeine Tenor des Rats. Viel diskutiert, aber mit vier Gegenstimmen positiv beschieden, wurde auch der Antrag zum Abbau und Neubau einer Schreinerei in Steinach, die in der Hausener Straße auf einem gepachteten Grundstück wieder aufgebaut werden soll. Östlich des Werkstattgebäudes ist eine kleine Wohnung geplant. Da die Werkstatt nach zehn Jahren wieder abgebaut werden soll, werden die Wände nicht gemauert sondern in Holz-Ständerweise auf einem Streifenfundament erstellt. Alle anderen Elemente sind vorhanden und werden genauso wiederverwendet. Außen wird das Gebäude holzverschalt. Die geäußerten Bedenken galten dem Emissionsschutz, die aber das Landratsamt prüfen wird und einer potenziellen Nutzungsänderung in zehn Jahren in Wohnflächen. Ein schon einmal bestehendes Gebäude sei leichter umzuwidmen, warnte Josef Failer.

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