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14.01.2009

Aufforderung zum Dialog

Friedberg "Parallelwelten" heißt die Ausstellung von Stefanie Hubner in der Friedberger Archivgalerie - und das nicht ohne Grund. Denn die Arbeiten erschließen ihren ganzen Reichtum nicht sofort, sondern erst dem aufmerksamen Betrachter, der sich öffnet und sensibilisieren lässt. "Solche Bilder drängen nicht die in ihnen artikulierte Weltsicht auf, sondern provozieren den Dialog", so Landtagsabgeordnete und Laudatorin Brigitte Meyer, die diese aufstrebende Künstlerin schon aus derer Schulzeit kennt.

Stefanie Hubner ist Trägerin des Kissinger Kunstförderpreises und studiert an der Kunstakademie in München. Die mit einem feinen Gefühl für auserlesene Farben Begabte entspricht ihrer Vorliebe für Poeti-sches, Stimmungen, zu einem Teil ihrer selbst Gewordenes auszudrücken. Die in Öl, Acryl oder in Mischtechnik gefertigten Werke sind kommunikativ, sinnlich, mit ir-ritierenden Zwischentönen. Das unbedingte Vermeiden von Pathos führt zu beinahe kühler Ausstrahlung. Hubners Werke sind komplex, umfassen Beobachtungen und Meditation zugleich, nicht zuletzt aber auch eine technische Beherrschung der bildlichen Elemente.

Langsam gewinnt das Erstaunen darüber Raum, dass der gebieterische Gestus des Gesamteindrucks aus einer gestischen Formensprache entwickelt, die von allergrößter Hingabe ans Detail gezeichnet ist. Kühl, zuweilen mit einem surrealen Touch und analytisch kommt sie daher, voller Berechnung, und gerade das macht Stefanie Hubner glaubwürdig.

Expedition ins Reich des Unterbewussten

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Ist beim ersten Blick auf die Bilder der Schein einer Realität augenfällig, so fügt sich dieser im Betrachter mehr und mehr zu einer Expedition ins Reich des Unbewussten. Die Bilder signalisieren Stimmungen: Positives Wohlbefinden ebenso wie Enttäuschungen und Bangigkeiten spüren die Verletzlichkeit der menschlichen Existenz auf, wie in dem Werk "Angst im Wald" oder "Soldatenkind".

Die Werke enthalten eine unendliche Bewegung, Augenblicke der Ruhe, Sensibilität, vergeistigte Eindringlichkeit auch. In ihrer schöpferischen Freiheit begegnet der aufmerksame Betrachter der künstlerischen Inspiration, die nicht unberührt lassen kann. Hier verbindet sich ästhetisches Feingefühl mit Sensibilität. Und dem Betrachter bleiben die Illusion und der Freiraum für eigene Interpretation. Die Künstlerin begreift ihre Werke als Kommunikationsangebot, als den ersten Schritt eines Dialogs, in dem das Publikum eine aktive Rolle spielt.

Öffnungszeiten In der Archivgalerie möchte die Stadt auch künftig jungen Künstlern die Chance zu ersten Ausstellungen geben. "Parallelwelten" ist bis zum 25. Januar zu sehen. Die Öffnungszeiten: Freitag 16 bis 19 Uhr, Samstag/Sonntag von 11 bis 19 Uhr.

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