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Gemeinderat in Ried

01.12.2017

Baindlkircher dürfen ihr Dorf neu gestalten

Eine umfassende Dorferneuerung plant die Gemeinde Ried für den Ortsteil Baindlkirch.
Bild: Anton Schlickenrieder (Archiv)

Beim Förderprogramm ist die Mitwirkung der Bürger ausdrücklich erwünscht. Dann fließen auch die Zuschüsse.

Die Ortsmitte Baindlkirch soll erneuert werden. Dazu hat die Verwaltung bereits im August beim Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben (ALE) einen Antrag auf Unterstützung und Förderung eingereicht. Dieses bestätigte, dass es einer Förderung positiv gegenüberstehe.

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Zur jüngsten Gemeinderatssitzung kam der Leiter der Abteilung Land- und Dorfentwicklung für den Landkreis Aichach-Friedberg, Ludger Klinge nach Ried und gab weitere Informationen. Aufgrund der Größe von Baindlkirch und der vielen unterschiedlichen förderungsfähigen Handlungsfelder schlägt das ALE eine sogenannte „umfassende Dorferneuerung“ vor. Im Gegensatz dazu steht die „einfache Dorferneuerung“.

Ganz wichtig sei, so Klinge, die Bürgerbeteiligung, womit er bei Bürgermeister Erwin Gerstlacher auf offene Ohren stieß. Damit forderte er aber auch das Eigenengagement und die Beteiligung der Bürger ein. Voraussetzung für eine „umfassende Dorferneuerung“ sei sogar die Gründung einer sogenannten Teilnehmergesellschaft (TG), die die Sorgen und Nöte der Baindlkircher anspräche. Auf die Nachfrage von Claudia Mayer, wie die denn genau aussehe, erklärte Ludger Klinge, dass jeder der 750 Einwohner in Baindlkirch, der Wohneigentum besäße, einen Abgeordneten in die TG schicken dürfe. Erst aber müsse der offizielle Antrag gestellt werden.

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So eine „umfassende Dorferneuerung“ dauere aber sehr lange, erklärte Klinge. Schon die Vorbereitungen zögen sich über zwei Jahre, die Planung nochmal über drei Jahre, dann brauche die Dorferneuerung selbst bestimmt sieben Jahre. „Insgesamt dauert so eine Förderungsmaßnahme zehn bis 15 Jahre“, fasste Klinge zusammen. Gerstlacher zeigte sich sehr zufrieden: „Hier geht es nicht um einen schnellen Rundumschlag, hier fühlen wir uns bestens betreut“. Ganz klar tendierte er zur „umfassende Dorferneuerung“. Auch Claudia Mayer schloss sich dem Gemeindeoberhaupt an: „In Baindlkirch gibt es viele Maßnahmen, die wir angehen können“.

Elisabeth Fischer wollte von Ludger Klinge wissen, ob er Vorschläge für Planungsbüros hätte, die sich mit dieser Art der Förderung bereits auskennen. Dieser wird die Vorschläge an die Verwaltung geben. Kariene Eikelmann verdeutlichte, dass die sogenannte Teilnehmergesellschaft eine „Riesenchance“ bedeute, weil die Bürger von vorn herein mitgestalten können. Ludger Klinge erklärte sich auch bereit, das Konzept in einer Bürgerversammlung vorzustellen. Erst aber wird nun die Verwaltung beauftragt, den Einstieg in die „umfassende Dorferneuerung“ zu beantragen und vorzubereiten.

Weiter befasste sich der Gemeinderat mit folgenden Themen:

lGaskonzession Der bestehende Gaskonzessionsvertrag der Gemeinde mit dem Energienetz Bayern läuft zum März 2019 aus. Trotz Veröffentlichung im Bundesanzeiger meldete sich kein anderes Versorgungsunternehmen, sodass der Vertrag mit dem Energienetz Bayern ab 2019 neu geschlossen wird.

lKindergarten in Baindlkirch. Soll der Kindergarten in Baindlkirch „Am Manndlacker“ erweitert werden oder nicht? Dieser Frage gingen die Rieder Gemeinderäte nach. Bereits im Juni dieses Jahres war festgelegt worden, dass das Thema wegen des Betreuungsbedarfes erneut zur Sprache kommt.

Momentan leben 111 Kinder unter drei Jahren in der gesamten Gemeinde Ried. Davon werden 29 Kinder in Baindkirch betreut. Seit Einweihung der dritten Kindergartengruppe verfügt die Gemeinde über 36 Krippenplätze. Für den gemeindeeigenen Bedarf stehen also genügend Plätze zur Verfügung. Trotzdem wurden Elternfragebögen an alle Eltern, deren Kind im neuen Jahr im krippenfähigen Alter sein wird, verschickt, um den genauen Bedarf herauszufinden. Von den Fragebögen kamen aber nur 33 Stück zurück.

Bürgermeister Erwin Gerstlacher tendierte dazu, das Thema „auf Eis“ zu legen, da ohne Bedarf keine Förderung möglich wäre. Elisabeth Fischer dagegen war der Meinung, dass 2018 ein Bedarf da sein könne, „da die Leute heute sehr schnell bauen“. Auch Ingo Lanius bedauerte, dass nur 50 Prozent der Fragebögen zurückgekommen seien. Paul Graf wollte sogar eine „Art Frühbucherrabatt für Krippen“ einführen, um so vielleicht mehr Resonanz zu erzeugen.

Geschäftsleiter Andreas Sausenthaler wird diesen Sachverhalt kommunalrechtlich prüfen. Gerstlacher betonte, dass dieses Thema sehr schwer planbar sei. Momentan erkennt der Gemeinderat keine Notwendigkeit für die Schaffung weiterer Betreuungsplätze. Der Krippenbau Baindlkirch wird also momentan ad acta gelegt, wird aber 2018 erneut auf die Tagesordnung kommen. Und somit verliert Ried sein Ziel nicht aus den Augen, die „Familienfreundlichste Gemeinde im Landkreis“ zu werden.

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