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Kissing

16.04.2018

Casa Cambio wünscht sich eine geregelte Finanzierung

Bei den Maxigruppenleiterinnen Monika Dössinger und Edith Klett (von links) wurden die Namen der drei Kindergruppen erpuzzelt, während Ingrid Mineif im Hintergrund einen Besucher über den ehrenamtlichen Fahrdienst informierte.
Bild: Heike John

Das Kissinger Mehrgenerationenhaus ist seit zehn Jahren ein Ort des Austauschs. Was dort geboten wird.

Wann genau startete das Mehrgenerationenhaus (MGH) in Kissing? Wer bei den Grußworten anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Einrichtung nicht genau hingehört hatte, konnte dennoch mit Erfolg am Quiz rund um das vielfältige Angebotsspektrum des Casa Cambio teilnehmen. Denn die Antworten zu den 18 Fragen ließen sich mühelos beim Rundgang sowie im Gespräch mit den Mitarbeitern und Ehrenamtlichen finden.

MGH-Leiterin Brigitte Dunkenberger kann sich noch gut daran erinnern, wie sie am 1. April 2008 „mit einem Blatt Papier und einem Bleistift“ an ihrem neuen Schreibtisch saß und loslegte. „Wir beide haben von Anfang an immer an die Idee des MGH als Treffpunkt voller Möglichkeiten für alle Generationen geglaubt“, sagte sie. Dabei deutete sie auch auf ihren Chef Michael Hahn, Leiter des Erziehungs- und Jugendhilfeverbunds Aichach-Friedberg. Die Blumen, die sie von Kissings Bürgermeister Manfred Wolf sowie von Stefan Leister vom Trägerverein Katholische Jugendfürsorge Augsburg (KJF) bekam, wolle sie am liebsten teilen. Sie hob das fruchtbare Miteinander von Angestellten und Ehrenamtlichen hervor.

Hahn erklärte, dass das Projekt des Familienministeriums bis heute mit geringen Finanzmitteln ausgestattet und nach wie vor befristet sei. Aktuell reicht der 2017 vom Ministerium bewilligte Förderbescheid bis 2020. „Zwar hat die Politik schon lange erkannt, dass die Mehrgenerationenhäuser ein wichtiger Bestandteil der Daseinsversorgung sind und wie keine andere Einrichtung das Ehrenamt zugunsten des Gemeinwohls bündeln, doch wurde die Finanzierung bislang noch nicht verstetigt“, bedauerte auch Leister als Abteilungsleiter der KJF.

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Hoffnung schöpft Bürgermeister Wolf durch den Besuch der SPD-Bundestagsabgeordneten Ulrike Bahr in der vergangenen Woche, die ein mögliches Ende der Befristung in näherer Zukunft signalisierte. „Viele Projekte, die wir hier im MGH anbieten, wie etwa das Bewerbungstraining für Schüler oder der begleitete Fahrdienst als neustes, sehr erfolgreiches Angebot, könnten wir ohne den 2014 gegründeten Förderverein gar nicht finanzieren“, erklärte Dunkenberger. Hier hofft sie auf eine stärkere Beteiligung der Kommunen. Von 24 Gemeinden im Landkreis seien derzeit nur drei Mitglied im Förderverein. „Vielen Bürgermeistern und Gemeinderäten müssen wir noch verstärkt bewusst machen, dass unser Angebot nicht nur für Kissinger da ist, sondern auch Menschen in ihren Gemeinden von Nutzen sein kann“. Neben übergreifenden Angeboten wie der Besuchsdienstschulung, dem Bewerbungstraining für Schüler oder dem Babysitterdienst partizipieren andere Gemeinden wie etwa kürzlich Ried durch den Erfahrungsaustausch über die Durchführung von Projekten.

Die Bürgermeister der Fördervereinsmitglieder Mering und Todtenweis Hans-Dieter Kandler und Konrad Carl nahmen auch an der Jubiläumsfeier teil. Zusammen mit anderen Gästen aus Politik und Wirtschaft sowie Besuchern und Helfern im MGH genossen sie das gemütliche Ambiente im 2017 neu ausgestalteten Garten und wurden von Hermann Biehler am Akkordeon unterhalten.

Wer sich über das breite Angebot von den Krabbelkindern im Krümeltreff über Lesepaten bis zur Arbeit der Asyl- und Integrationsbeauftragten informieren wollte, hatte mit dem Quiz einen Anreiz, sich durchs ganz Haus zu bewegen und das Gespräch mit ehrenamtlich und hauptamtlich engagierten Menschen im Beratungszentrum in der Nelkenstraße 18 zu suchen.

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