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Umwelt

11.07.2019

Das hat die Gelbe Tonne im Wittelsbacher Land verändert

Viele Menschen kamen anfangs mit ihrer Gelben Tonnen nicht aus und mussten den überschüssigen Müll in Säcke packen, sowie hier in Aichach. Inzwischen hat aber ein Umdenken eingesetzt.
Bild: Sebastian Richly (Archiv)

Plus Die Tonne für Kunststoffverpackungen bringt  Neuerungen in der Mülltrennung und hat auch bei den Bürgern für ein Umdenken gesorgt.

Die Gelbe Tonne hat den Plastikverbrauch und das Einkaufsverhalten der Bürger gewandelt. Zu Beginn stellte sich die Frage, ob die Bürger leichtfertiger oder verantwortungsvoller mit dem Plastikverbrauch umgehen würden. Wie sich jedoch zeigt, hat die Gelbe Tonne etwas an der Denkweise der Nutzer geändert.

Seit November letzten Jahres gibt es diese Tonne auch im Wittelsbacher Land. Egal ob Joghurtbecher, Tetra Pack oder Konservendosen, alles darf rein. Michael Haas vom Landratsamt Aichach-Friedberg ist zuständig für das Sachgebiet Abfallwirtschaft. Er bestätigt, dass Bürger nun mehr auf ihren Plastikverbrauch achten. „Zunächst protestierten einige, dass die Tonne zu klein ist und nicht reicht. Mittlerweile haben viele ihre Menge an Plastikmüll reduziert“, sagte Haas.

So läuft es bei Familie Bauer in Friedberg

Ein Beispiel dafür ist die vierköpfige Familie Bauer aus Friedberg. Seitdem die Gelbe Tonne eingeführt wurde und die beiden Töchter an der Bewegung Fridays for Future interessiert sind, hat die Familie versucht, weniger Plastik zu verwenden. „In den ersten Monaten hat uns die Tonne nicht gereicht und wir mussten noch einen Müllbeutel dazustellen. Als ich vermehrt darauf geachtet habe, wie viel Plastik wir wegschmeißen, ist mir klar geworden, dass es Zeit ist etwas zu ändern. Inzwischen wird die Gelbe Tonne nicht mal mehr zur Hälfte voll“, sagte Claudia Bauer.

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Durch einfache Maßnahmen, wie Joghurt und Milch im Glas zu kaufen, gelang dies der Familie. Ziemlich störend fand Claudia Bauer die vielen Plastikflaschen im Bad: „Jeder hatte zwei bis drei eigene Shampoos. Jetzt sind wir auf Seife umgestiegen, die jeder benützt.“

Lebensmittel wie Frischkäse und Butterschmalz macht Familie Bauer oft selbst. Zudem kaufen sie hauptsächlich auf dem Markt, beim Metzger oder im Käseladen und nur selten im Supermarkt ein. Falls sich Plastikschalen oder Plastiktüten nicht vermeiden lassen, wiederverwertet sie die Familie als Müllbeutel oder als Aufbewahrungsgefäße für andere Lebensmittel.

Vorräte lagern im Nutellaglas

Die Vorräte lagern im Hause Bauers vor allem in Weckgläsern oder alten Nutellagläsern. Ein Experiment wagte Claudia, als sie erfolgreich versuchte Deo selber zu machen. „Das selbst gemachte Deo funktioniert tatsächlich gut. Damit befülle ich nun meine alten Deoroller aus Plastik“, berichtete Claudia Bauer. Abschließend sagte die Familie: „Wir machen nicht viel, aber es hat einen großen Effekt. Das kann jeder.“

Rainer Pinno von der Firma Kühl Entsorgung & Recycling ist zufrieden mit dem Müllverhalten der Bürger. Nur gelegentlich werden extra Müllsäcke neben die Gelbe Tonne gestellt. „Klar, das utopische Ziel ist die komplette Abfallvermeidung. Das ist noch nicht der Fall. Die Tonnen sind für den vierwöchigen Abholzyklus gut befüllt. Wir sind zufrieden.“

Kleine Mittel haben große Wirkung

Jeder kann etwas tun, um mit einfachen Methoden auf den Plastikverbrauch zu achten. Auch die 19-jährige Kissingerin Isabella Sieber achtet, seitdem ihre Familie die gelbe Tonne hat, verstärkt auf den Müllverbrauch. Sie sagte: „Die Menge Plastikmüll zu sehen, die wir produzieren, hat mich echt schockiert. Nun lege ich vor allem beim Einkaufen Wert darauf, auf Verpackung bei Obst und Gemüse zu verzichten. Sofern das im Supermarkt möglich ist.“ Familie Bauer und Isabella Sieber gehen mit gutem Beispiel voran. Deswegen appellieren die Befragten an die Bürger, ab und zu auf Plastikverpackungen zu verzichten, denn die kleinen Mittel haben eine große Wirkung.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Thomas Goßner Gelbe Tonne schärft das Bewusstsein

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