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Erfolg in Mering

16.02.2018

Das russische Fernsehen dreht im Papiertheater

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Sie kommen mit ihrem Opernhaus Multum in Parvo ins russische Fernsehen: Christine Schenk und Benno Mitschka.
Bild: Christine Hornischer

Ein Regisseur stößt im Internet auf das Opernhaus in Mering. Die Sendung soll in den landesweiten Nachrichten laufen.

Mit ihrem Papiertheater sorgen die Betreiber Christine Schenk und ihr Mann Benno Mitschka für Aufsehen weit über die Grenzen Merings hinaus. Vor kurzem drehte sogar ein russisches Fernsehteam einen Beitrag über das Opernhaus Multum in Parvo. Das Künstlerehepaar nennt es auch das kleinste Opernhaus Deutschlands.

Benno Mitschka erzählt: „Der russische Regisseur wollte für seine beiden vier- und eineinhalb-jährigen Kinder eine kreative und fantasievolle Beschäftigung finden und recherchierte im Internet nach Schattenfiguren. Eher durch Zufall stieß er auf unseren Papiertheater-Shop und war fasziniert“. Nach einem Gespräch mit seiner Produzentin war die Idee für den Fernsehbeitrag geboren.

Vor kurzem waren nun zwei Regisseure des russischen Senders in Mering. Nicht irgendein Sender. „Der größte russische Sender, unser Beitrag wird weltweit ausgestrahlt, er wird auch übers Internet zu sehen sein und kommt über Kabel“, sagt der 52-jährige Theaterdirektor stolz. Die beiden Regisseure reisten aus Berlin an, wo der Sender eine Außenstelle hat. Einen halben Tag lang filmten sie im Papiertheater und interviewten die beiden Betreiber.

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„Unser Start mit Multum in Parvo war ganz ähnlich“, vergleicht Christine Schenk. Nachdem ihr Mann und sie sich bereits nach dem Abitur (sie in Crailsheim, er in Stuttgart) kennengelernt hatten, gingen sie gemeinsam zum Studieren nach München, sie Theologie, er Theaterwissenschaften. Beide jobbten. Sie in der Computerbranche, „da bin ich dann auch hängengeblieben“. Er bei verschiedenen Theatern, später auch beim Film – Benno Mitschka arbeitete zehn Jahre in London. „Wir lebten ein Jet-Set-Leben, immer hin und her.“

Das sollte sich ändern, als die Zwillinge Maximilian und Benedikt auf die Welt kamen. „Wir wollten sesshaft werden“, lacht Christine Schenk. Und dann bastelte der Papa seinen beiden Buben die erste Papierbühne. Als kreative und fantasievolle Beschäftigung. Ähnlich wie bei dem russischen Regisseur eben. „Das war der erste tolle Zufall“, sagt der 52-jährige. Damals gaben die beiden Theaterbegeisterten noch Vorführungen unter anderem für Freunde, an der VHS und an Schulen. Die kamen bei den Buben gut an – genauso wie bei den Freunden, der Kindergartengruppe und im Freundeskreis.

Und so zog das zarte Theater immer größere Kreise. Eine Idee nahm Gestalt an. „Wir wollten uns sowieso irgendwie selbstständig machen.“ Also verwirklichte das Ehepaar seinen Traum. Ausschlag gab auch ein Zwischenfall beim Besuch einer Kindergartengruppe. Ein Junge mit ADHS saß die ganze Stunde während der Oper still, aß dann ein paar Kekse und fragte daraufhin ganz unschuldig: „Wann kann ich die nächste Oper sehen?“

Das zeigte Christine Schenk und Benno Mitschka mehr als deutlich: Die Macht des Papiers setzt sich durch. Und sie wagten den Schritt in die Selbstständigkeit. Das war im Jahr 2014. Heute ist das Multum in Parvo Papiertheater aus Mering nicht mehr wegzudenken. „Wir haben den Eindruck, dass das Papiertheater derzeit eine Renaissance erlebt“, sagt Schenk, „denn bei all der digitalen Überfrachtung ist das Kleine und Einfache auf einmal etwas ganz Besonderes. Und ihr Mann vergleicht: „Das Hiasl-Museum, das jetzt leider schließen musste, hatte 2500 Zuschauer im Jahr – die haben wir bereits erreicht“.

Der „zweite tolle Zufall“ in Bezug auf das russische Fernsehen war laut Mischka die große Affinität der beiden Theaterleute zum Russischen. Etliche Male waren sie schon in St. Petersburg, haben Freunde in dem Land und sind der Mentalität gegenüber sehr aufgeschlossen. Denn wie sagt ein russisches Sprichwort in Bezug auf Theater: „Nicht das Auge sieht, sondern der Mensch; nicht das Ohr hört, sondern die Seele.“ Nun warten die beiden Meringer Opern-Betreiber gespannt darauf, dass das russische Fernsehen, einen Sendetermin für den Beitrag festlegt. Unsere Zeitung berichtet, sobald dieser bekannt ist.

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