1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Dem Geheimnis der Axt von Dasing auf der Spur

Tradition/ Serie (3)

28.08.2018

Dem Geheimnis der Axt von Dasing auf der Spur

Copy%20of%20das_Patsch.tif
2 Bilder
Die Archivarin Gerda Patsch-Fesenmayr sucht Schriftstücke zur Herkunft des Wappens zusammen. Die Vorsitzende des heimatkundlichen Kreises interessiert sich sehr für die Geschichte ihrer Heimatgemeinde.
Bild: Christine Hornischer

Das noch junge Wappen der Gemeinde weist auf eine adlige Vergangenheit hin

Fährt man in Dasing Richtung Rathaus, sieht man in riesigen Lettern auf einem vorüberziehenden Gebäude „Bauhof“ geschrieben, daneben prangt das Dasinger Wappen. Nicht zu übersehen: Die Gemeinde ist stolz auf ihr Wappen. Viele sehen darin ein gelbes Beil auf blauem Grund und fünf blaue Rauten befinden sich über dem Beil.

Mit dieser simplen Interpretation liegen sie gar nicht so falsch. Um die Symbolik des Wappens von Dasing zu verstehen, muss man allerdings weit in die Geschichte der Gemeinde eintauchen. Die Archivarin der Verwaltungsgemeinde Dasing, Gerda Patsch-Fesenmayr, hat dies getan: „Dasing wurde bereits im Mittelalter als Hofmark genannt, das heißt, es war ein abgegrenzter Bezirk einer Grundherrschaft, dem das Recht zur niederen Gerichtsbarkeit zustand.“

Im 14. Jahrhundert ließ sich ein Zweig des alten Adelsgeschlechtes der Massenhauser in Dasing nieder. „Übrigens“, sagt Gerda Patsch-Fesenmayr, die seit über 20 Jahren die Geschichte ihres Heimatortes Dasing erforscht, „können sich die Dasinger ihrer adeligen Vergangenheit rühmen – die Massenhauser gehörten dem vornehmsten bayrischen Turnieradel an.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Natürlich gab es auch ein Schloss, das auf den Höhen von St. Franziskus (Gemarkung Wessiszell) gelegen war und das Paartal mit dem Bauerndörfchen Dasing beherrschte. Das Schloss wurde im Jahre 1632 von den Schweden zerstört und nicht mehr aufgebaut, doch das heutige Gemeindewappen soll an die adelige Familie der Massenhauser erinnern. Die hohen Herren der Massenhauser hatten in ihrem Stammwappen nämlich eine goldene Parte (eine Axt mit einer langen Spitze und einem relativ langen Stiel) und zwei sechsstrahlige Sterne auf blauem Untergrund.

Die blauen Rauten im Wappen, die über der Parte angeordnet sind, weisen auf die Wittelsbacher hin, die in den Ortsteilen Taiting, Rieden und Laimering schon sehr früh reichen Grundbesitz hatten und über die Territorialhoheit verfügten. Die fünf blauen Rauten stellen zugleich die fünf Orte Dasing, Wessiszell, Taiting, Rieden und Laimering dar.

„Interessant ist übrigens, dass Dasing bis 1987 kein Wappen geführt hatte. Dann wurde aber die Annahme vom Gemeinderat beschlossen und dokumentiert eine reiche Vergangenheit“, lässt die Archivarin wissen. (Bild: Gemeinde Dasing)

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
stadtbadneu.jpg
Polizei Friedberg

Gast bedroht den Bademeister

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen