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Wetter

26.02.2018

Die Kälte hat Mensch und Tier im Griff

Bei diesem Höckerschwan am Unterberger Stausee haben sich gefrorene Wassertropfen als Eisklumpen an Hals und Körper festgesetzt.
Bild: Wolfgang Römisch

In Friedberg bleibt es noch ein paar Tage frostig kalt. Was das mit der Grippewelle zu tun hat und wie man Eis und Schnee trotzt.

Wenn die Kollegen husten und die Kinder mit Fieber im Bett liegen, könnte das auch an den aktuellen Temperaturen liegen. „Die eisige Kälte bietet der Grippe das perfekte Umfeld, um sich auszubreiten“, sagt Albert Bauer, Chefarzt am Krankenhaus Friedberg. Weil die Schleimhäute durch die Kälte und den Wind sehr trocken seien, könnten sich Erreger sehr gut einnisten. Wie Bauer erklärt, können sich die Viren momentan auch besonders gut ausbreiten, weil bei den tiefen Temperaturen viele mit öffentlichen Verkehrsmittel fahren, anstatt zu Fuß zu gehen oder mit dem Rad zu fahren.

Nach dem frostigen Wochenende wird es auch weiterhin kalt bleiben im Landkreis, so sagt es der Deutsche Wetterdienst vorher. Bis einschließlich Donnerstag bleiben die Temperaturen auch tagsüber unter dem Gefrierpunkt. Nachts wird es bis zu minus 16 Grad kalt. Erst am Freitag soll das Thermometer wieder über die Null-Grad-Marke klettern.

Der Körper ist schon auf Frühling eingestellt

Wen es trotz Minusgraden ins Freie zieht, sollte ein paar Dinge beachten. „Ausdauersport, wie Joggen, ist bei diesen Temperaturen sehr belastend für den Körper“, sagt Stefan Eichner. Er ist Facharzt für Allgemeinmedizin in Friedberg. Besser sei es, einfach eine Runde spazieren zu gehen. Dabei sollte man darauf achten, dass Nase und Ohren gut geschützt sind. Wie Eichner erklärt, sollten die Hautflächen, die dem eisigen Wind direkt ausgesetzt sind, gut eingecremt werden. Ganz wichtig ist es außerdem, ausreichend zu trinken.

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Grundsätzlich seien unsere Körper an solche Temperaturen gewöhnt, so der Mediziner. Doch weil die Kälte in diesem Jahr recht spät kommt, sei der menschliche Körper schon auf Frühling gepolt: Die Sonne scheine schon wieder länger und kräftiger und signalisiere dem Körper, dass es langsam Zeit sei, sich auf die wärmere Zeit vorzubereiten. „Deshalb kommen uns die Temperaturen momentan besonders kalt vor“, erklärt Eichner.

Haustiere sind gut gegen Kälte gerüstet

Wer sich bei der Kälte Sorgen um sein Haustier macht, für den gibt Tierarzt Till Lugtenburg aus Friedberg aber Entwarnung. „Tiere, die regelmäßig draußen sind, sind mit ihrem Fell hervorragend auch an eisige Temperaturen angepasst“, sagt er. Wie der Tierarzt erklärt, brauchen die Tiere deshalb keine besondere Schutzkleidung. Außer sie wurden geschoren.

Rissige Pfoten sollten Hundebesitzer so oft wie möglich mit Vaseline einreiben. Pferde, die das ganze Jahr über im Freien gehalten werden, sollten bei Minusgraden einen Unterstand haben, in den sie sich vor dem Wind zurückziehen können. Meerschweinchen sollten bei frostigen Temperaturen ins Haus geholt werden. Hasen und Kaninchen können bei diesem Wetter jedoch ohne Probleme im Außenstall bleiben. Auch sie brauchen allerdings einen Unterschlupf. Hierfür empfiehlt Lugtenburg, eine einfache Konstruktion zum Selberbauen: Einfach in eine ausreichend große Pappschachtel ein Loch schneiden, umdrehen und mit Heu oder Stroh füllen. Der Nager baut sich dann selbst eine Höhle, die er sich mit der eigenen Körperwärme aufheizt.

So übersteht die Heizung die Kälte unbeschadet

Bei arktischen Temperaturen haben auch die Spenglerbetriebe in der Region Hochbetrieb. „Wir müssen dann mehr als doppelt so viele Heizungen reparieren und Wasserleitungen flicken“, sagt Ingrid Bradl von der gleichnamigen Firma in Friedberg. Laut Bradl sind die Heizungen im Winter häufig überlastet und nicht ausreichend gewartet, sodass sie dann bei niedrigen Temperaturen nicht mehr richtig funktionieren. Dem können Hausbesitzer vorbeugen, wenn sie die Heizung überprüfen lassen.

Ansonsten ist es wichtig, bei Minusgraden alle Heizungen im Haus laufen zu lassen. Wer Energie sparen möchte, sollte in den ungeheizten Räumen die Heizkörperventile öffnen, um zu verhindern, dass die Heizung einfriert. Ein weiterer Schwachpunkt ist im Winter die Wasseruhr. Auch sie kann bei tiefen Temperaturen zufrieren. „Das passiert besonders schnell, wenn man mal vergisst im Keller das Kellerfenster zu schließen“, weiß Bradl.

Gefrorene Seen nicht betreten

Weil die Minusgrade noch für einige Tage anhalten werden, werden möglicherweise auch die größeren Gewässer in der Region frieren. Für alle, die dann eine Runde auf dem Eis wagen wollen, ist aber große Vorsicht geboten. Die Seen im Landkreis sind nicht für das Eislaufen freigegeben. Wer die Eisflächen betritt, tut dies auf eigene Gefahr. „Betreten werden sollte eine Fläche erst, wenn die Eisschicht mindestens acht bis zehn Zentimeter dick ist“, sagt Rainer Heinl von der Kreiswasserwacht Aichach-Friedberg. „Es unwahrscheinlich, dass die Gewässer ausreichend durchfrieren, bis am Wochenende wieder Tauwetter einsetzt“, erklärt der Experte. Deshalb empfiehlt er, die zugefrorenen Gewässer in den nächsten Tagen links liegen zu lassen. Auch wenn sie noch so einladend aussähen.

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