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Konzert

25.02.2018

Ein Klassiker der Passionsmusik

Ein nahezu vergessenes Werk der Passionsmusik studiert Moritz Hopmann mit dem Kirchenchor von St. Jakob ein.   
Bild: Julian Schmidt

Chor und Orchester von St. Jakob führen das fast vergessene Werk „Der Tod Jesu“ von C. H. Graun auf.

Der katholische Kirchenchor Friedberg und das Orchester von St. Jakob graben für ein Passionskonzert in der musikalischen Schatztruhe: Am Sonntag, 18. März, um 16 Uhr, wird unter Leitung von Moritz Hopmann das selten gespielte Stück „Der Tod Jesu“ von Carl Heinrich Graun in der Stadtpfarrkirche aufgeführt.

Nahezu jeder kennt die großen Passionsoratorien von Johann Sebastian Bach, die noch heute aus der Fastenzeit unmöglich wegzudenken sind. Nur wenigen dürfte aber noch bewusst sein, dass vor Bach ein ganz anderes Werk die Spielpläne dominierte. Noch bis in die Zeit des Kaiserreichs hinein gehörte Carl Philip Grauns 1755 uraufgeführtes Oratorium „Der Tod Jesu“ zum festen Bestand eines jeden Passionskonzerts. Erst der veränderte Publikumsgeschmack ließ das bis dahin so populäre Werk in der Versenkung verschwinden – den Klassiker von einst kennt heute fast keiner mehr.

Der 1704 im südlichen Brandenburg geborene Graun komponierte das Oratorium, als er in Diensten des preußischen Königs Friedrich dem Großen stand. Musikalisch schöpft es aus der vollen Tradition des norddeutschen Barock, während das von Karl Wilhelm Gramer verfasste Libretto im heute ebenfalls fast vergessenen Stil der „Empfindsamkeit“ geschrieben ist. Damit hebt es sich auch im Text deutlich von der heute noch gern gesungenen Kirchenmusik etwa eines Bach oder Händel ab.

Was „Der Tod Jesu“ so spannend macht, ist nicht nur der musikhistorische Aspekt. Vielmehr fügen sich die Musik und das Libretto zu einem packenden Ganzen zusammen, das noch heute zu fesseln vermag. Gerade weil es für moderne Ohren etwas ungewohnt klingen mag, entwickelt sich eine Deutlichkeit und Unmittelbarkeit der musikalischen Botschaft, die ihresgleichen sucht. Und so spiegelt sich die Theologie der Fastenzeit in musikalisch wieder: „Der Tod Jesu“ ist in Wirklichkeit voller pulsierendem Leben. (FA)

Tickets und Termine Karten sind im Vorverkauf im Weltladen Friedberg, Marienplatz 18, erhältlich. Am Freitag, 9. März, um 19.30 Uhr gibt es im Pfarrzentrum eine Einführung zu „Der Tod Jesu“; Interessierte sind willkommen.

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