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Jubiläum

17.11.2018

Eine Harfe für 50 Euro

Julena Ranzinger, Zweite Vorsitzende des Musik-Fördervereins, präsentiert das neue Stagepiano für die Musikschule Friedberg. Das Instrument wurde gesponsert von der Sparkasse.
Bild: Daniela Conzelmann

Der Musik-Förderverein feiert sein 25-jähriges Bestehen. Nach Jahren des „Kellerdaseins“ möchte der Vorstand nun stärker auf die Organisation aufmerksam machen

Ein Instrument zu erlernen, kann ein teures Hobby sein, das sich nicht jede Familie für ihre Kinder leisten kann. Doch es gibt Unterstützung. 1993 wurde der Verein zur Förderung der musikalischen Ausbildung in Friedberg gegründet. „Der Verein ist mein Herzensprojekt“, so die Zweite Vorsitzende Julena Ranzinger. Nach 25 Jahren des Kellerdaseins wolle der Vorstand stärker auf die Organisation aufmerksam machen. Diese hat es sich zur Aufgabe gemacht, die musikalische Ausbildung in Friedberg materiell und ideell zu unterstützen.

Ranzinger erklärt: „Bei einem fünfjährigen Kind fange ich nicht an, Instrumente zu kaufen. Kinder wollen sich und die Instrumente ausprobieren, und genau diese Möglichkeit bietet der Förderverein. Das Alter der Förderempfänger ist auf 25 Jahre begrenzt. So werden junge Erwachsene in der Regel auch noch während ihrer Ausbildungszeit unterstützt. Jeder, der in Friedberg wohnt oder Musikunterricht dort in Anspruch nimmt, hat die Möglichkeit, Instrumente auszuleihen. Beispielsweise kostet eine Kinderharfe 50 Euro Miete im Jahr und einmalig 100 Euro Kaution. Zuerst kann das Instrument für ein Jahr gemietet werden, falls nach dieser Zeit kein anderer das Stück will, kann man um ein weiteres Jahr verlängern. Doch der Verein bietet mehr als den Verleih von Instrumenten. Zusätzlich fördert er Unterricht, Auftritte, Konzertreisen und Workshops. Auch Schülervorspiele, Musikwettbewerbe und Benefizkonzerte unterstützt er. „Wir haben auch wieder das Herbstkonzert ins Leben gerufen. Dieses soll das Gegenstück zum Frühjahrskonzert der Jugendkapelle sein. Früher hat der Verein viel mehr gemacht, leider haben wir das in letzter Zeit vernachlässigt“, meint die Zweite Vorsitzende. Deshalb möchten sie jetzt wieder aktiver sein. So will der Förderverein ein Netzwerk von Musiklehrern aufbauen. Der Verein hat selbst keine Schüler. Seine Aufgabe ist vielmehr, Musiklehrer in ihrer Arbeit zu unterstützen, damit diese ihre Schüler besser fördern können. Aber zu Ranzingers Entsetzen kennen viele Musiklehrer und auch andere Menschen, die vielleicht Unterstützung von dem Verein benötigen, ihn nicht: „Viele Musiklehrer wissen nicht, dass sie sich aus unserm ,Topf‘ bedienen können“, so die Zweite Vorsitzende. Dabei möchte der Verein, dass jeder die Möglichkeit hat zu musizieren.

Bis jetzt kooperiert er mit den Lehrern der Musikschule Friedberg. So kann er den einen oder anderen Lehrer vermitteln. Aber das ist laut Ranzinger noch nicht genug für eine gute Abdeckung des Bedarfs. Der Verein finanziert sich ausschließlich über die Beiträge der rund 200 Mitglieder und Spenden. Die nächste Veranstaltung findet am Samstag, 17. November, um 18 Uhr in der evangelischen Zachäuskirche in Stätzling satt. Junge Talente im Alter von zehn bis 25 Jahren zeigen an dem Abend ihr Können. Der Eintritt ist wie bei allen Konzerten (außer dem der Jugendkapelle) frei. Neben Kaffee und Kuchen gibt es Semmeln und Gulasch.

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